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FrechenLivestreams der Sitzungen des Stadtrates könnten Tausende Euro kosten

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Stadtrat Frechen Sitzung

Der Frechener Stadtrat. 

Frechen – „Erst einmal sacken lassen“, lautete am Ende das Fazit von Dieter Zander, dem Fraktionsvorsitzenden der „Perspektive für Frechen“. Die Wählergemeinschaft hatte in der Vergangenheit eine Debatte darüber angestoßen, Sitzungen des Frechener Stadtrates und der Fachausschüsse künftig per Live-Stream im Internet zu übertragen. Im Rat berichtete jetzt Philipp Spiel von der Kölner Firma Geißendörfer & Leschinsky, die unter anderem für die Stadt Monheim arbeitet und dort das Live-Streaming der Ratssitzungen realisiert, über Möglichkeiten und Kosten.

Wie Spiel erläuterte, sind Varianten mit einer oder drei Kameras möglich. Wenn nur eine Kamera zum Einsatz kommt, ist der Sitzungsraum in der Totalen zu sehen. Nahaufnahmen sind möglich, wenn Verwaltungsmitarbeiter das Wort ergreifen. Sollen auch die Rats- und Ausschussmitgliedern bei ihren Redebeiträgen in Nahaufnahmen gezeigt werden, müssen drei Kameras zum Einsatz kommen.

Frechen: Ratsmitglieder müssen Übertragung nicht zustimmen

Möglich ist es, die Namen der Redner und zusätzliche Infos einzublenden, etwa Links auf die Sitzungsunterlagen. Wenn einzelne Ratsmitglieder kein Einverständnis zu der Übertragung geben, werden Bild und Ton während ihrer Beiträge abgeschaltet.

Aufgabe des Ausschussvorsitzenden ist es dann, den Beitrag kurz zu rekapitulieren, damit der Verlauf der Debatte für die Zuschauer im Internet weiterhin nachvollziehbar ist. „Unsere Erfahrung ist, dass sich die anfängliche Skepsis meist schnell legt“, berichtete Spiel. In vielen Fällen hätten diejenigen, die einer Übertragung zunächst nicht zugestimmt hätten, später dann doch ihr Einverständnis signalisiert.

Frechener Sitzungen könnten später im Stream verfolgt werden

Die Sitzungen werden live im Internet übertragen und sind später auch als Aufzeichnungen zu sehen, wobei dann auch die Debatten zu einzelnen Tagesordnungspunkten aufgerufen werden können. Die Technik muss fest im Sitzungssaal installiert werden, zudem ist ein Raum oder ein Platz für die Regie erforderlich.

Die einmaligen Kosten für die Videotechnik liegen laut Spiel zwischen 10.000 und 15.000 Euro bei einer Kamera und zwischen 20.000 und 25.000 Euro bei drei Kameras. Hinzu kommen 950 bis 1250 Euro pro Übertragung.

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Die Fraktionen wollen nun zunächst einmal intern über das weitere Vorgehen beraten. Zugleich will die Stadtverwaltung abfragen, wie viele Politiker grundsätzlich ihr Einverständnis zu einer Übertragung geben würden. Wenn zu viele nicht mitmachen wollen, werde die Sache schwierig, deutete Bürgermeisterin Susanne Stupp an.

Einige Politiker sprachen sich dafür aus, mit einem Probebetrieb zu starten. Zudem sei es sinnvoll, zunächst nur die Stadtratssitzungen zu übertragen. Wenn sich dies bewähre, könne man die Ausschusssitzungen später noch hinzunehmen