Hinter der Aktion unter dem Motto „Wir laufen bis ans Limit – für Kinder, die jeden Tag kämpfen“ steckt der Frechener Pascal Schlösser.
SpendenEinsatzkräfte laufen 80 Kilometer durch den Rhein-Erft-Kreis für krebskranke Kinder

Pascal Schlösser (r.) übt unter anderen mit Nils Henn am Marienfeld für den Spendenmarsch zu allen Feuerwehrwachen im Kreis.
Copyright: Pascal Schlösser
Wenn am kommenden Samstagmorgen, 8. August, um 8 Uhr an der Feuerwache in Wesseling eine Gruppe von Rettungssanitätern, Polizisten und Feuerwehrleuten in voller Einsatzkleidung an den Start geht, liegt glücklicherweise kein Notfall vor.
Und doch haben die sechs Frauen und fünf Männer einen herausfordernden Tag vor sich, an dem sie an ihre Grenzen gehen werden: Sie brechen in voller Feuerwehr-Montur zu einem rund 80 Kilometer langen Spendenmarsch zu allen acht Hauptfeuerwehrwachen im Rhein-Erft-Kreis auf und werden erst nach geschätzt 16 Stunden ans Ziel kommen. Ihr Ziel: Mindestens 5000 Euro für den Kölner Förderverein für krebskranke Kinder sammeln.
Frechen: Drei Familienmitglieder an den Krebs verloren
Hinter der Aktion unter dem Motto „Wir laufen bis ans Limit – für Kinder, die jeden Tag kämpfen“ steckt der Frechener Pascal Schlösser. Der 39-Jährige, der im Rettungsdienst arbeitet, hat selber drei nahe Familienmitglieder in jungen Jahren an den Krebs verloren. Vor einigen Jahren nahm er mit einem Freund an einem bundesweiten Spendenlauf teil und entwickelte dabei die Idee, so etwas auch einmal in seiner Heimat zu organisieren.
„Wir haben mit dem Förderverein Kontakt aufgenommen, Gespräche geführt und uns seine beeindruckende Arbeit erklären lassen“, berichtet Schlösser. Der Verein organisiere unter anderem Lehrer und Logopäden für erkrankte Kinder, führe Ausflüge durch und finanziere das Elternhaus an der Kölner Uniklinik. „Im schlimmsten Fall gibt es für die Eltern auch eine finanzielle Unterstützung für die Beerdigung ihres Kindes“, berichtet der Frechener. Aus eigener Erfahrung wisse er, wie schwer diese finanzielle Belastung in einer Trauersituation sei.

Pascal Schlösser hat den rund 80 Kilometer langen Spendenmarsch zu allen Feuerwehrwachen im Kreis organisiert.
Copyright: Feuerwehr Frechen
Diesen „ganz tollen Verein“ wollen er und seine Mitstreiter nun mit dem Spendenmarsch unterstützen. Immer noch kämen Teilnehmende hinzu, so Schlösser. Geübt wird seit Ende Juni zwei- bis dreimal pro Woche auf dem Frechener Marienfeld.
Nach dem Start in Wesseling werden Brühl, Hürth und Erftstadt besucht, dann folgen Kerpen, Bergheim und Pulheim. Gegen 22 Uhr soll das Ziel, die Frechener Hauptwache, erreicht werden. „Auf jeder Wache gibt es eine Pause von zehn bis 15 Minuten“, plant Schlösser. Dort könnten sich auch jeweils Teilnehmer anschließen, die auch nur ein Teil des Weges mitmarschieren könnten.
„Jeder einzelne Kilometer steht dabei für Hoffnung, Zusammenhalt und Unterstützung“, erklärt der 39-Jährige. Was körperlich in Schutzkleidung und mit Ausrüstung eine enorme Herausforderung bedeute, solle symbolisch zeigen, wie schwer der tägliche Kampf der Kinder auf der Kinderonkologie der Uniklinik Köln sei. „Dort kämpfen Kinder und ihre Familien jeden Tag mit unglaublicher Stärke gegen Krankheiten, Ängste und Sorgen“, so Schlösser. „Wir laufen für die, die selbst gerade nicht laufen können.“
Mit dem Spendenmarsch wolle er Aufmerksamkeit schaffen, Mut machen und Spenden sammeln. Erste Unternehmen als Sponsoren sind bereits gefunden. Die Spenden sollten direkt auf das Konto des Fördervereins überwiesen werden, damit auch alles 1:1 ankäme.
Auf ihrem eigens eingerichteten Instagramkanal (firehouse_marsch_08.08.26) wollen die Teilnehmenden am Tag des Marsches fortlaufend Bilder und kurze Videos ihrer Stationen posten, um eine Art Livemitschnitt bieten zu können.
