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Ausbildungsbörse
Schüler der Frechener Hauptschule Herbertskaul mauerten selbst

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Das Bild zeigt eine Schülerin, die eine Mauer aus Steinen baut.

Wie man eine Mauer baut, wollte Ariem einmal ausprobieren

Elf Firmen stellten sich bei der kleinen Ausbildungsbörse den Schülern der Hauptschule Herbertskaul in Frechen vor. 

Da staunte sogar Dachdeckermeister Markus Plötz, als der 16-jährige Isaam mit Schwung und Spaß die Schieferplatte mit dem Hammer auf der Haubrücke bearbeitete. Nachdem er unter Anleitung eines Auszubildenden eine gerade Kante geschlagen hatte, wagte er sich daran, eine runde Schieferplatte aus einem Werkstück herauszuarbeiten. Das ging so schnell und sah so „professionell“ aus, dass der Meister seinen Auszubildenden mit den Worten foppte: „Der macht das fast besser als du.“ Und Issam, der seit einem Jahr auf der Frechener Hauptschule ist und die neunte Jahrgangsstufe besucht, gab zu, dass ihm das liegt und er gern so arbeitet. Einen Berufstag hatte die Schulleiterin der Hauptschule Herbertskaul, Monika Azizmohammadi, mit der Agentur für Arbeit für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 organisiert.

Beim Zoll standen nur Jungs am Tisch, ebenso am Arbeitsbock des Dachdeckers

„Das ist unsere kleine eigene Ausbildungsbörse“, so Ausbildungsberaterin Susanne Giesen von der Arbeitsagentur, die ständig mit der Hauptschule in Kontakt steht. Und so stellten sich in der Mensa der Hauptschule der Zoll, der Pharmazie-Großhandel Noweda, der Baukonzern Hochtief, die Firma Boeser Frischfleisch, die Alloheim-Seniorenresidenz, das Möbelhaus Porta und der Frechener Dachdeckerbetrieb Markus Plötz sowie die Agentur für Arbeit vor. Interessant war, dass es an den Tischen klare Bewegungen zwischen den Geschlechtern gab: Beim Zoll standen nur Jungs am Tisch, ebenso am Arbeitsbock des Dachdeckers. Beim Pflegeheim dagegen waren die Mädchen unter sich. Bei den anderen Unternehmen war es gemischt. Bei der Firma Hochtief, wo Auszubildende zeigten, wie man eine Kalksteinmauer errichtet, schauten auch die jungen Damen interessiert zu.

Arbeiten mit Kelle, Mörtel und Wasserwaage fand der 15-jährige Ariem klasse

Die 15-jährige Ariem ließ es sich nicht nehmen, mit Kelle, Mörtel und Wasserwaage selbst auszuprobieren, wie man richtig mauert. „Das hat richtig Spaß gemacht. Jetzt weiß ich, wie das geht“, sagte sie nachher. Allerdings strebt sie lieber einen Beruf am Schreibtisch an. Schon während der Vorführungen und Vorstellungen wurde bei einigen Schülerinnen und Schülern das Interesse an den gezeigten Berufen so stark geweckt, dass es nach Aussage der Schulleiterin bereits Vereinbarungen über Praktika und mögliche Ausbildungen gab. „Das soll keine Eintagsfliege bleiben, das wollen wir fest im Schulplan verankern“, so Monika Azizmohammadi. So gibt es an der Schule auch weiterhin Gesprächsrunden unter dem Motto „Schüler trifft Azubi“, damit die jungen Leute das Arbeitsleben aus erster Hand kennenlernen und sich nach dem Schulabschluss besser in der Berufswelt orientieren können.

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