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Wildpinkler in FrechenMalteser beschweren sich in offenem Brief bei der Stadt

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Die Malteser klagen über Verunreinigungen im Durchgang zum Platz der Deutschen Einheit.

Frechen – In einem offenen Brief beschwert sich der Stadtbeauftragte der Ortsgruppe des Malteser-Hilfsdienstes, Bernd Dennert, über die Zustände im Bereich der Geschäftsstelle in der Frechener Innenstadt. „Seit längerer Zeit haben wir das Problem mit Wildpinklern im Bereich des Durchganges vom Busbahnhof zum Platz der Deutschen Einheit, wo wir unsere Büroräume haben. Wir können noch nicht einmal in den Sommermonaten lüften, weil die Ecken als öffentliche Toiletten benutzt werden. Es stinkt dermaßen nach Urin, dass sich sogar schon die Bewohner des Gold-Kraemer-Hauses bei uns beschwert haben.“

Nach Angabe von Dennert blieb ein diesbezüglicher Brief an die Bürgermeisterin bislang ohne Reaktion. Die Malteser haben auch die Fraktionen im Stadtrat angesprochen, um Unterstützung zu bekommen.

Dennert: „Müllsünder bleiben unbestraft.”

Es sind aber nicht nur die Wildpinkler, die den Bereich verschmutzen. Dennert: „Es geht auch um die Abfälle, die in den Blumenkübeln und auf der Straße entsorgt werden. Von den Zigarettenkippen ganz zu schweigen. Wir sind der Meinung, es reicht jetzt.“ Er fragt sich, warum es in Frechen nicht möglich sei, durch das Ordnungsamt für Sauberkeit zu sorgen und die Verursacher mit Bußgeldern zu belegen. „Jeder, der falsch parkt, wird sofort zur Kasse gebeten – ohne Wenn und Aber. Wildpinkler, Müllsünder und Abfallentsorger aber bleiben in Frechen unbestraft.“

Der MHD-Stadtbeauftragte verweist in seinem Schreiben auch auf die Form, wie man in Nachbarstädten gegen diese Verschmutzungen vorgeht, und erwartet entsprechende Maßnahmen auch für Frechen. „Es wird immer damit geworben, Frechen sei eine junge Stadt, aber keiner fühlt sich angesprochen, wenn es um Sauberkeit, Geruchsbelästigungen und Abfallentsorgung geht.“

Stadt weist Vorwürfe zurück

Die Stadt weist die Vorwürfe auf Anfrage zurück. Mitarbeiter des Ordnungsamt seien grundsätzlich im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, der Innenstadtbereich gehöre zum engeren Kontrollkreis, erläutert der städtische Pressesprecher Thorsten Friedmann. Wenn das Ordnungsamt vor Ort Verstöße feststellt, so würden diese auch geahndet.

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„Die Praxis zeigt aber auch, dass die Missachtung der Stadtordnung eben genau zu den Zeiten stattfindet, wenn wir nicht vor Ort sind“, so Friedmann. Die Stadt biete Bernd Dennert an, seine Beobachtungen zur Fremdanzeige zu bringen: „Wir gehen seinen Hinweisen dann nach und werden diese entsprechend ahnden.“