Frechen – „Gibt’s hier nur Körner zu essen?“, fragten skeptische Frechener noch, als Elsa Konstantinidou ihr Restaurant „Bio Elsa“ auf dem Rathausplatz im Jahr 2012 eröffnete. Dieses Misstrauen konnte sie rasch aus dem Weg räumen, und nun ist ihr Einsatz für Bio-Essen sogar mit einer Zertifizierung belohnt worden.
„Ich habe von Anfang an reines Bio-Essen angeboten, aber erst seit letztem Jahr habe ich mich um die Bio-Zertifizierung beworben“, erzählt sie. Es gibt verschiedene private Kontrollstellen, die jeweils von der Bundesanstalt für Ernährung in Bonn zugelassen werden. „Das ist mehr geworden in den letzten Jahren, dass sich Restaurants oder Firmen um das Bio-Siegel bewerben, insofern, weil auch immer mehr Restaurants mit Bio werben wollen“, so Michael Pickel von der Kontrollstelle QC&I in Köln, die das Zertifikat ausgestellt hat.
Rarität im Kreis
Laut dem zuständigen Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW ist dieses Siegel eine echte Rarität, wie deren Pressesprecher Eberhard Jacobs sagt: „Im Rhein-Erft-Kreis gibt es nur ein Unternehmen, das ein Restaurant mit Bio-Zertifikat ist. In Köln sind es rund zehn.“ Die Brühler Firma „Metz Catering + Eventmanufaktur“ etwa bewirbt sich gerade um das Siegel.
Wer zertifiziert werden möchte, muss sich entsprechende Lieferanten suchen und Einkäufe und Zubereitungen dokumentieren. Eine Kontrollstelle überprüft diese Angaben genauso wie das Essen. Auch nach der Verleihung des Siegels wird die Einhaltung der Biostandards überwacht. Die Prüfer erscheinen zu unangekündigten Kontrollen.
Elsa Konstantinidou, die in der Küche von ihrem Sohn Kiri Michialidis unterstützt wird, wenn er nicht gerade mit seinem Psychologiestudium beschäftigt ist, freut sich über das Siegel: „Gesunde Küche fängt mit biologischen Lebensmitteln und vitaminschonendem Kochen an“, sagt sie.
Neben Fleisch- und Fischgerichten gibt es auch vegetarische und vegane – und Ayurvedatee. Konstantinidou bot zuerst einmal in der Woche ein Mittagsbüfett an, das so gut ankam, dass es inzwischen täglich läuft.
Das Restaurant mit angeschlossenem Café, das neben Rathausmitarbeitern auch von vielen Müttern besucht wird, hat sich inzwischen zu einem Treffpunkt gemausert. So kamen Frauen, die Schwangerschaftskurse in der Volkshochschule besuchten, zum Frühstück vorbei und brachten später ihren Baby mit.
Vielleicht liegt ihr Erfolg aber auch an ihrer unkonventionellen Art, so spendiert sie dem Paketboten, der in dem Moment ihr Geschäft betritt, ungefragt einen Cappuccino. „Wie immer mit Zucker, oder?“