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Hubertus-Stift in BedburgNotarzt-System entlastet Ambulanz

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Bedburg – „Das System hat sich bewährt“, sagt Notärztin Eva Bosten“ und beschreibt damit ihre Erfahrungen nach einem Jahr im neu geordneten Notarztdienst am Bedburger Krankenhaus. Seit Januar ist die Ambulanz am St.-Hubertus-Stift rund um die Uhr besetzt. Seit einem Jahr gibt es auch ein Rettungsteam vor Ort, das über die Leitstelle des Rhein-Erft-Kreises eingesetzt wird. Mit drei Vollzeitstellen und einer halben Stelle ist das Krankenhaus mit seinem Team aus Ärzten und Rettungssanitätern in Bedburg, oft aber auch in anderen Regionen des Rhein-Erft-Kreises unterwegs.

Einen Notarzt konnten die Bedburger auch früher schon stellen. Allerdings musste der dann die Notambulanz im Krankenhaus verlassen und zum Einsatz fahren. Für die Patienten in der Ambulanz war das manchmal mit Wartezeiten verbunden, denn in der Regel waren nur zwei Ärzte für die Ambulanz vorgesehen. Seit es den 24-Stunden-Dienst gebe, habe sich die Situation in solchen Fällen „deutlich entschärft“, sagt Yasmin Eickel, die Leiterin des zwölfköpfigen Teams in der Notfallambulanz des Hubertus-Stifts.

Zahl der Einsätze hat sich deutlich erhöht

Genau aus diesem Druck heraus sei die Idee, Bedburg mit eigenen Notärzten zu versorgen, entstanden, sagt der ärztliche Direktor des Bedburger Hospitals, Dr. Anton Rausch. „Dass Patienten in solchen Fällen warten müssen, ist heute schwer zu vermitteln.“ Früher sei es üblich gewesen, dass einer der diensthabenden Ärzte als Notarzt rausgefahren sei. Es sei besser, einen Arzt für diese Aufgabe frei zu haben. Zumal die Zahl der Einsätze sich deutlich erhöht habe. Auch die Anforderungen an Notärzte seien heute bedeutend höher. Gemeinsam mit dem Kreis und dem leitenden Notarzt sei dann der Beschluss gefallen, Bedburg rund um die Uhr mit Notärzten zu besetzen.

Im wechselseitigen Einsatz sind die Notärzte Rainer Sumionka (52), Egia Hoffmann (39), Jürgen Hoppe (69) und Eva Bosten (49). Erst kürzlich habe sie während einer Zwölf-Stunden-Schicht exakt zwölf Einsätze gehabt, berichtet Bosten. „An anderen Tagen ist es dann auch mal deutlich weniger, das variiert sehr stark.“ Für sie sei wichtig, dass die Rundumbereitschaft die Sicherheit der Menschen erhöhe. „Schnell vor Ort zu sein, ist manchmal entscheidend dafür, ob jemand lebt oder stirbt.“

Ihr Einsatz und der ihrer Kollegen beschränkt sich dabei nicht nur auf Bedburg. Der Notarzt, der dem Einsatzort am nächsten ist, werde rausgeschickt, heißt es. Und welches Krankenhaus angefahren wird, entscheidet sich erst später.