Abo

112.000 Euro BeuteAngeklagter streitet nach Raub auf Tankstelle an der A1 bei Hürth Beteiligung ab

2 min
Das Bild zeigt das Gebäude vom Landgericht Köln.

Am Landgericht Köln ist ein 26-jähriger Mann angeklagt, der an einem Raubüberfall auf die Tankstelle am Rastplatz Ville (Hürth) beteiligt gewesen sein soll.

Das Trio soll mit Brecheisen und Hämmern einen Tresor aufgebrochen haben.

Acht Videos aus der Überwachungskamera vom Raubüberfall auf die Autobahnraststätte Ville-West am 15. November 2022 nahm die 6. Große Strafkammer am Landgericht gestern in Augenschein. Der Fahrer des Fluchtfahrzeugs wurde noch am Tattag gefasst und ist inzwischen verurteilt. Von dem Räuber-Trio konnte bisher nur der Verdächtige, dem derzeit der Prozess gemacht wird, ermittelt werden.

Lieber gehe ich ins Gefängnis, als Namen zu nennen
Aus dem Protokoll des Erstgesprächs bei der Polizei

„Lieber gehe ich ins Gefängnis als einen Namen zu nennen. Da, wo ich herkomme, sagt man nichts“, bekundete der Albaner laut Protokoll des Erstgesprächs mit einem damaligen Kommissar-Anwärter. Eine Tatbeteiligung an dem besonders schweren Raub, bei dem knapp 112.000 Euro erbeutet wurden, streitet der 26-Jährige ab. Auf den Videos sind drei mit den gleichen hellen Hoodies bekleidete Männer zu sehen. Die Kapuzen sind so tief heruntergezogen, dass Gesichter nicht zu erkennen sind.

Strafverteidiger Wolfram Hemkens beanstandete sowohl die Verwendung von Aussagen seines Mandanten aus dem Gesprächsprotokoll mit dem Nachwuchs-Polizeibeamten als auch die Beweiskraft der Videos für den Vorwurf des Raubes unter Androhung von Gewalt mit einem gefährlichen Werkzeug. Tatsächlich zeigen mehrere Videos aus der Kamera hinter der Kasse einen Mann, der das Geschäft mit einer Stange in der Hand bewacht. Einmal kommt der Mann dem Kassierer nahe. „Die Brecheisen und die Hämmer wurden ausschließlich zum Öffnen des Geldschranks benutzt“, widersprach Verteidiger Hemkens der Anklage. „Die Kammer hat sich bereits vor der Hauptverhandlung anders positioniert und bleibt dabei“, entgegnete die Vorsitzende Richterin Cigdem Görmez.

Kamera zeichnete den Raubüberfall auf

Bilder aus der Kamera am Geldschrank zeigen, wie der Mann, der den Kassierer in Schach hielt, zum Einpacken der Beute dazukommt und wie sich das Trio davonmacht. Sicher ist, dass das Fluchtfahrzeug an einem Wirtschaftsweg nahe der Autobahn 1 wartete. Dort entdeckte die Besatzung eines zum Tatort eilenden Polizeifahrzeugs die mutmaßlichen Täter.

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gelang es den Räubern in ihrem PS-starken Audi zunächst, die Polizei abzuhängen. Ein anderes Einsatzfahrzeug, das sich weiter vorne in Fahrtrichtung auf der A 1 befand, bremste die Räuber schließlich aus. Der Fahrer wurde dingfest gemacht, das Trio entkam. Der 26-Jährige, der jetzt auf der Anklagebank sitzt, ging den Fahndern im Januar dieses Jahres ins Netz. Von den anderen beiden Verdächtigen und auch von den Geldkassetten fehlt noch jede Spur.

Der Prozess wird fortgesetzt.