Hürth-Efferen – Das Neubaugebiet Efferen-West wird mit zwei Zufahrten von der Kreisstraße 2n aus geplant – eine davon wird aber zunächst für mehrere Jahre versperrt bleiben. Der Grund: Der Stadt droht die Rückzahlung von Fördermitteln in Millionenhöhe für den Fall, dass die seinerzeit mit 4,1 Millionen Euro an Bundesfinanzhilfen bezuschusste K 2n ihren Charakter als Ortsumgehung verliert. Auch der Stadtbus wird nicht direkt durch das Quartier fahren.
Bevor der Stadtrat nach zweijähriger Diskussion in den Gremien über den Bebauungsplan 217, der den Bau von 300 Wohnungen auf 14 Hektar Fläche ermöglicht, beschließen konnten, nutzten mehrere Anlieger die Gelegenheit, bei der Fragestunde noch einmal ihre Kritik vorzutragen. Anne Conrads, Sprecherin der Bürgerinitiative „Anlieger Baugebiet Efferen-West“, verlangte Auskunft darüber, warum die nördliche Zufahrt angesichts des Rückzahlungsrisikos nicht aus den Plänen gestrichen worden sei. Stadtbaudirektor Manfred Siry verwies darauf, dass die zweite Anbindung sinnvoll sei und die Zweckbindung für die Ortsumgehung 2028 auslaufe – bis dahin soll die Anbindung als Notzufahrt für Feuerwehr und Rettungsdienst genutzt werden. „Das Baugebiet ist nicht für acht Jahre geplant, sondern wird hoffentlich noch 100 Jahre dort stehen“, so Siry. Nach Abklärungsgesprächen mit der Bezirksregierung und dem Kreis sei das Risiko als „extrem gering“ einzuschätzen.
Die Nahverkehrsanbindung kritisierte ein Anwohner aus der Annenstraße. Im Bebauungsplan seien keine Bushaltestellen verzeichnet, auch seien die Straßen zu eng für den Stadtbus. Siry bestätigte, dass sich der Bus allenfalls durch das Neubaugebiet „hindurchquälen“ könne. Der Stadtplaner bezweifelte aber, dass die Anwohner überhaupt einen Bus im Wohngebiet haben wollen. Schließlich seien die Haltestellen an der Berrenrather Straße leicht zu erreichen, zwei weitere Haltestellen könnten auf der K 2n angelegt werden.
Vor dem Satzungsbeschluss wiederholte Fraktionschef Stephan Renner die Kritik der Sozialdemokraten. In Efferen-West sei die „Chance vertan“ worden, ein „vielfältiges Quartier mit gesundem Mix an Wohnformen zu entwickeln“. SPD und Freie Wähler lehnten den Bebauungsplan ab. Wie die SPD kritisierten auch die Linken, dass zu wenig Sozialwohnungen geschaffen würden, dennoch stimmte die Linksfraktion dem Bebauungsplan zu.
CDU-Fraktionschef Rüdiger Winkler wies die Kritik zurück. Der Bebauungsplan sei eine „städtebauliche Lösung für den gesamten Efferener Westen mit einem gesunden Mix an Einfamilienhäusern und Geschosswohnungsbau.“ Eine Kita sei eingeplant, und die Ansiedlung des Lebensmittelmarkts in Efferen-West ermögliche es, auf der alternativen Fläche an der Berrenrather Straße Seniorenwohnungen zu errichten. Auch die Grünen stimmten für den Bebauungsplan.
