Brandschutz1. Efferener KG verlässt Haus Burgpark – weniger Besucher zugelassen

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Rund 200 000 Euro, schätzen die Eigentümer, müssten in den Brandschutz für das Haus Burgpark investiert werden.

Rund 200 000 Euro, schätzen die Eigentümer, müssten in den Brandschutz für das Haus Burgpark investiert werden.

Hürth-Efferen – 33 Jahre lang feierte die 1. Efferener KG ihre Karnevalssitzungen im großen Saal von Haus Burgpark an der Bachstraße. Bis zu 900 Besucher sorgten für prächtige Stimmung im Efferener Narrentempel. Doch damit ist jetzt vorerst Schluss. Die Stadtverwaltung stellte Mängel beim Brandschutz fest und beschränkte die Besucherzahl auf maximal 500 für den Saal einschließlich Empore – und auch das nur unter Auflagen.

Die Beschränkung traf Pächter Jörg Kürten aus heiterem Himmel.

Seit 2002 führt der gelernte Küchenmeister die Gastronomie und bewirtschaftet die Säle. Mit dem Brandschutz habe es nie Probleme gegeben. Bis zum Frühjahr 2017. Nach mehreren Begehungen hätten Mitarbeiter des Bauordnungsamts und der Feuerwehr festgestellt, dass die Brandschutzvorkehrungen für Großveranstaltungen mit bis zu 900 Gästen nicht ausreichend seien. Unter anderem seien die Rettungswege nicht breit genug, auch fehle ein Fluchtweg nach hinten hinaus in Richtung Frankenhof, habe es geheißen.

Verwaltung räumt Fehler ein

Für die vergangene Session habe es noch eine Ausnahmegenehmigung gegeben, sagt Kürten. So hätten die zehn Karnevalssitzungen der 1. Efferener KG vor großem Publikum stattfinden können. Auflage sei gewesen, dass Feuerwehrleute und Evakuierungshelfer vor Ort waren, außerdem habe er zusätzlich mobile Feuermelder aufstellen müssen. „Die Sondergenehmigung galt aber nur für ein Jahr“, so Kürten.

Nur noch eingeschränkt kann Pächter Jörg Kürten den großen Saal nutzen. Es sind nur noch 500 Besucher dort zugelassen.

Nur noch eingeschränkt kann Pächter Jörg Kürten den großen Saal nutzen. Es sind nur noch 500 Besucher dort zugelassen.

Inzwischen macht die Stadt deutlich strengere Auflagen, wie Verwaltungssprecher Willi Pütz bestätigt. Bei einer Brandschutzprüfung im Frühjahr 2017 seien Mängel unter anderem bei den Fluchtwegen sowie bei den Rauch- und Wärmeabzügen festgestellt worden. Solche Untersuchungen seien für „Sonderbauten und Versammlungsstätten“ alle drei Jahre vorgeschrieben. Doch nicht nur Pächter Kürten fragt sich, warum die Mängel dann nicht schon früher aufgefallen seien. Verwaltungssprecher Pütz räumt „Versäumnisse seitens der Verwaltung“ ein: „Man hat es in der Vergangenheit nicht so genau genommen.“

Nun nimmt es die Verwaltung aber genau. „Wir tolerieren den Betrieb weiterhin mit bis zu 500 Besuchern“, so Pütz. „Voraussetzung ist, dass Brandsicherheitswachen eingesetzt werden.“

Karnevalisten sind 500 Gäste zu wenig Publikum

Die Karnevalisten der 1. Efferener KG stellt das vor Probleme. „Mit nur 500 Gästen ist das Spitzenprogramm auf unseren Sitzungen wirtschaftlich nicht mehr machbar“, sagt Geschäftsführer Robert Hemmersbach. Die 1. EKG suchte sich ein Ausweichquartier: In der kommenden Session stellen die Karnevalisten eine mobile Festhalle mit Platz für 1100 Besucher auf dem Gelände der Nobeo-Studios auf. Dort sollen alle zehn Karnevalssitzungen, dazu die Kindersitzung, die Proklamation und die Jubiläumssitzung zum 44-jährigen Bestehen der KG gefeiert werden. „Die Festhalle hat den Vorteil, dass wir dort ausreichend Parkraum und erheblich mehr Platz pro Gast haben werden“, so der zweite Vorsitzende der KG, Guido Mumm.

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Für Burgpark-Pächter Kürten bedeutet der Auszug der 1. EKG einen herben Verlust, auch wenn der Veranstaltungsbetrieb und das Restaurant weiter laufen. Kürten hofft, dass der Eigentümer die Brandschutzmaßnahmen umsetzt. Ihm seien die Hände gebunden: „Laut Pachtvertrag darf ich keine bautechnischen Änderungen an dem Gebäude durchführen.“

Bis zu 900 Besucher fanden früher bei Karnevalsveranstaltungen Platz im großen Saal.

Bis zu 900 Besucher fanden früher bei Karnevalsveranstaltungen Platz im großen Saal.

Doch Karin Müller, die das Haus Burgpark 1985 mit ihrem Mann gebaut hat und heute im Auftrag ihrer Kinder verwaltet, winkt ab: 200 000 Euro würde der Umbau kosten, sagt die 73-Jährige, das sei nicht zu stemmen. Seit einem Jahr suchen die Eigentümer nach einem Käufer für Saal und Gastronomie.

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