Hürth – Es sind keine 320 Tage mehr, dann stehen die nächsten Kommunalwahlen in NRW an. Gewählt werden Stadtrat und Kreistag, Bürgermeister und Landrat. Während einer Mitgliederversammlung erinnerte die Vorsitzende des Hürther CDU-Stadtverbandes, Gudrun Baer, jetzt in ihrer Bilanz an den Erfolg ihrer Partei bei der letzten Wahl, wo die CDU nach 36 Jahren erstmals wieder als stärkste Fraktion in den Stadtrat einziehen konnte.
„Um daran anzuknüpfen, dürfen wir die Erfolge der Vergangenheit nicht als selbstverständlich ansehen und uns darauf ausruhen“, mahnte sie. Baer setzt dabei auf das persönliche Gespräch, den direkten Kontakt vor Ort: „Es reicht nicht, Statistiken und Posts im Internet zu veröffentlichen.“
Gute finanzielle Voraussetzungen
Der Stadtverband steht nach ihren Worten derzeit auf soliden finanziellen Füßen, eine gute Voraussetzung für die kommenden Monate und Aufgaben: „Wir suchen nicht den kurzlebigen Erfolg. Ein arbeitsreiches Jahr liegt vor uns.“
Auch eine Neuwahl zum Vorstand wurde notwendig, da der bisherige Schatzmeister des Stadtverbandes seinen Posten aus beruflichen Gründen zur Verfügung stellte. Dem Vorschlag des Vorstandes, Björn Kistel, Schatzmeister der CDU Efferen, auch die Kasse des Stadtverbandes anzuvertrauen, folgten 43 der anwesenden 44 stimmberechtigten Mitglieder.
Gesundheitswesen in Hürth
Hauptthema des Abends war die Frage, wie die aktuelle Situation des Gesundheitswesens in Hürth und der näheren Umgebung aussieht. Dazu hatte der Stadtverband den CDU-Kreisvorsitzenden Willi Zylajew und Florian Nolte, den Geschäftsführer der Hürther Sana-Klinik, eingeladen.
Zylajew, der das deutsche Gesundheitswesen immer noch für das Beste der Welt hält, wies darauf hin, dass die Politik nicht, wie viele Bürger glauben, in dem Bereich viel regeln kann. „Das läuft zwischen den Krankenkassen und den kassenärztlichen Vereinigungen“, erklärte er zur Frage, wie dort das Geld verteilt wird.
Medizinische Versorgung
Ein Ergebnis der Diskussion war, dass die Hürther sowohl mit ihrem eigenen Krankenhaus als auch den Kliniken in der näheren Umgebung gut versorgt sind. In diesem Zusammenhang wies Zylajew darauf hin, dass der notärztliche Dienst in Hürth, der am Mittwochnachmittag, abends und an Wochenenden greift, im Laufe des kommenden Frühjahrs verändert wird.
Wie schon im nördlichen Rhein-Erft-Kreis wird es dann statt des in der eigenen Praxis wartenden Notdienstarztes eine Notfallpraxis geben, zu dem die erkrankten Bürger fahren müssen. Sie soll am Brühler Marien-Hospital angesiedelt werden. Nicht mobile Patienten können einen Arzt unter der Rufnummer 116117 anfordern.
Florian Nolte, Geschäftsführer der Sana-Klinik mit ihren 140 Betten, wies darauf hin, dass das Haus derzeit für mehrere Millionen Euro den OP-Bereich ausbaut. „Das hätte unser Träger sicher nicht gemacht, wenn wir glauben würden, dass der Standort Hürth überflüssig ist“, sagte er. Die Pläne der Politik, die Krankenhausdichte zu reduzieren, sieht er auch unter dem Aspekt der demografischen Entwicklung kritisch und sprach sich für eine lokale Versorgung aus. Dies auch unter dem Aspekt der teilweise schlechten ÖPNV-Versorgung auf dem Lande.
