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NahverkehrDarum soll der Hürther Stadtbus erneut auf den Prüfstand gestellt werden

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Das Foto zeigt einen Stadtbus der Linie 720 am Busbahnhof in Hürth-Mitte.

Der Rendezvous-Verkehr, bei dem sich alle Stadtbuslinien am Hürther Busbahnhof treffen, soll auf den Prüfstand.

Die Stadtwerke und der Regionalverkehr Köln (RVK) sollen nach Möglichkeiten suchen, Kosten einzusparen, ohne das Angebot einzuschränken.

Der Stadtbus soll effizienter werden – ohne dass das Angebot für die Fahrgäste eingeschränkt wird. CDU und Grüne haben im Verwaltungsrat der Stadtwerke einen Prüfantrag gestellt. Diesmal sollen keine externen Gutachter beauftragt werden. Stattdessen sollen die Stadtwerke gemeinsam mit dem Regionalverkehr Köln (RVK), der den Stadtbus im Auftrag betreibt, das Angebot selbst analysieren und Optimierungspotenziale ermitteln.

„Wir haben mit dem Stadtbus ein besonders umfangreiches Nahverkehrsangebot“, sagt Björn Burzinski, Vorsitznder der CDU-Fraktion. Der 1997 eingeführte Stadtbus sei über die Jahre weiter ausgebaut worden, zuletzt durch den Bestellverkehr („On-Demand“) Hüpper, eine Art Sammeltaxi, das auf Anforderung ohne festen Fahrplan fährt. „Ich sehe allerdings auch, dass die Kosten explodieren“, so Burzinski.

Hürth: Bündnis setzt auf Synergien zwischen Stadtwerken und RVK

Bei der Untersuchung gehe es jedoch nicht darum, das Angebot zu kürzen, betont Burzinski. „Im Gegenteil: Wir sehen die Chance, mit klugen Anpassungen sogar Verbesserungen zu erreichen.“ Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Rüdiger Winkler, ergänzt: „Gerade weil wir bereits ein starkes Angebot haben, lohnt sich ein genauer Blick auf die Strukturen und Abläufe.“

Ansatzpunkte sieht das schwarz-grüne Bündnis unter anderem beim Rendezvous-Verkehr – also der zentralen Umsteigemöglichkeit am Busbahnhof auf alle Linien –, bei der Vermeidung von Leerfahrten und bei Ferienfahrplänen. Auch mögliche Synergien zwischen Stadtwerken und RVK sollen untersucht werden. Die Ergebnisse der Analyse sollen im Verwaltungsrat vorgestellt werden. Dabei erwartet Burzinski auch eine Aufschlüsselung der Fahrgastzahlen auf die einzelnen Linien.

Hürther Hüpper soll weitere Stadtgebiete erschließen

Bereits in der Vergangenheit hatte das Bündnis aus CDU und Grünen versucht, das Stadtbusnetz zu optimieren. In den Jahren 2020 und 2021 erarbeitete ein Arbeitskreis mit Unterstützung eines Gutachterbüros ein Konzept zur „Optimierung“ des Stadtbusnetzes, das statt erhoffter Einsparungen aber sogar zu Mehrkosten geführt hat.

„Der ganz große Wurf ist uns damals nicht gelungen“, räumt Burzinski ein. „Wir wollten Geld sparen und haben am Ende sogar mehr ausgegeben.“ Auch die Streichung einzelner Stadtbusfahrten in Randzeiten mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2023 brachte kaum finanzielle Entlastung.

Hürth: Stadtbus transportiert mehr als drei Millionen Fahrgäste im Jahr

Aktuell transportieren die sechs Stadtbuslinien nach Angaben der Stadtwerke mehr als drei Millionen Fahrgäste im Jahr und legen dabei zusammengerechnet eine Million Kilometer zurück. Das Defizit der Nahverkehrssparte der Stadtwerke liegt laut Planansatz für 2026 bei 9,6 Millionen Euro; eingerechnet sind 2,7 Millionen Euro für den Betrieb der Stadtbahnlinie 18 auf Hürther Stadtgebiet. Der Verlust wird mit Erlösen aus den wirtschaftlichen Sparten der Stadtwerke verrechnet.

Unabhängig von der beauftragten Effizienzprüfung soll der On-Demand-Verkehr Hüpper auf das Gewerbegebiet Nordost ausgeweitet werden. Dort sind 101 weitere virtuelle Haltestellen an zentralen Straßen geplant. Hintergrund sei eine Nachfrage aus den Gewerbebetrieben, teilt der Vorstand der Stadtwerke mit.

Im Gegenzug will die CDU prüfen lassen, ob die Regionalbuslinie 935 von Hermülheim über Köln-Meschenich nach Brühl auf diesem Abschnitt gestrichen werden kann, die von Hürtherinnen und Hürthern ohnehin kaum genutzt werde. Außerdem soll untersucht werden, ob bislang schlecht angebundene Teile von Alt-Hürth künftig durch den Hüpper erschlossen werden können.