Aus einem Döner-Imbiss hat Yasin Yirmibes ein expandierendes Franchiseunternehmen gemacht. Jetzt erhielt er den Hürther Wirtschaftspreis.
WirtschaftspreisDiese Dönerkette aus Hürth mit 310 Filialen kennt man sogar in Hollywood

Mehr als 300 Filialen in acht Ländern hat die Hürther Franchisekette „Das Haus des Döners“.
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Vor sechs Jahren eröffnete Yasin Yirmibes seinen ersten Döner-Imbiss in einem umgebauten Seecontainer an der Luxemburger Straße in Hürth-Efferen, direkt neben McDonald’s. Inzwischen steuert der 34-jährige Unternehmer von Hürth (bei Köln) aus ein kleines Gastro-Imperium: Die Franchisekette „Das Haus des Döners“ betreibt nach eigenen Angaben aktuell 310 Filialen in acht Ländern und verkauft sogar in der Türkei Döner mit Soßen aus Deutschland. Für diesen unternehmerischen Erfolg zeichnete der Arbeitskreis Wirtschaft Hürth (AWH) Yirmibes mit seinem Wirtschaftspreis aus.
Mit dem Preis würdigt der AWH Persönlichkeiten und Unternehmen, die sich um den Wirtschaftsstandort Hürth verdient gemacht haben. „So einfach war es noch nie, einen Wirtschaftspreisträger zu finden“, sagte der AWH-Vorsitzende Guido Mumm am Mittwochabend (17. Juni) in seiner Laudatio beim Wirtschaftsempfang im Feierabendhaus Knapsack vor rund 150 Mitgliedern und Gästen. Neben Unternehmergeist, wirtschaftlichem Erfolg und geschicktem Marketing hob Mumm auch Yirmibes' Verbundenheit zu seiner Heimatstadt Hürth hervor.
Hürther Unternehmer bleibt seiner Heimatstadt treu
„Ich bin kein Dönermann. Ich hab noch nie in meinem Leben einen Döner gemacht“, räumte Yirmibes lachend ein. „Aber ich weiß, dass es funktioniert.“ Gerade dieser Umstand macht seinen Werdegang ungewöhnlich. Anders als viele erfolgreiche Gastronomen kommt Yirmibes nicht aus der Branche. Sein Großvater kam einst als Gastarbeiter aus der Türkei und arbeitete bei Rheinbraun.
Yasin Yirmibes wuchs in Kendenich auf, besuchte dort die Grund- und Hauptschule und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Automobilkaufmann beim Vertrieb Rhein-Ruhr der Daimler AG in Wuppertal. Später arbeitete er für Daimler in Berlin. Dort habe er erlebt, welche Bedeutung Döner in der Hauptstadt habe. Bereits vormittags um 10.30 Uhr habe er mit Krawatte vor einem Döner-Imbiss in der Schlange gestanden. Die Erfahrung brachte ihn auf seine Geschäftsidee.

Yasin Yirmibes, Gründer der Kette „Das Haus des Döners“, ist Träger des Hürther Wirtschaftspreises. AWH-Geschäftsührerin Birgit Hummel und AWH-Vorsitzender Guido Mumm gratulierten.
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2019 meldete Yirmibes ein Gewerbe an, im Jahr darauf eröffnete er seinen ersten Imbiss. Auf den Namen „Haus des Döners“ sei seine Frau gekommen. 25.000 Euro habe er in die Gründung seiner GmbH investiert. „Vor allem braucht man aber Mut und Ideen“, sagte er.
Aus dem klassischen Dönerladen entwickelte Yirmibes gemeinsam mit einem Geschäftspartner ein Systemgastronomiekonzept. In den Folgejahren wuchs die Kette rasant. Zum Erfolg trugen eine starke Präsenz in den sozialen Medien und aufmerksamkeitsstarke Werbeaktionen bei. Beim Angebot eines Döners für einen Cent zur Eröffnung neuer Filialen bildeten sich regelmäßig mehrere Hundert Meter lange Schlangen. Seit 2023 wächst die Dönerkette auch durch Franchisepartner, die sich mit dem Konzept selbstständig machen können.
Hürther Unternehmen machte durch Rechtsstreit mit Netflix Schlagzeilen
Große Aufmerksamkeit erhielt das Hürther Unternehmen 2023 durch einen Rechtsstreit mit Netflix. Der Streaminganbieter sah eine zu große Ähnlichkeit zwischen dem damaligen Namen der Dönerkette und dem Titel der Erfolgsserie „Haus des Geldes“ und machte Markenrechte geltend. Der Streit sorgte für Schlagzeilen und verschaffte der Marke zusätzliche Bekanntheit. Die Streitparteien einigten sich schließlich außergerichtlich.
Yirmibes änderte den Namen geringfügig in „Das Haus des Döners“, auch das Logo wurde überarbeitet. „Der Marketing-Effekt war sensationell“, sagte AWH-Chef Mumm in seiner Laudatio. „Plötzlich kannte man Hürth überall, auch in Hollywood.“
Ich hab noch nie in meinem Leben einen Döner gemacht. Aber ich weiß, dass es funktioniert
„Ich hätte nie gedacht, dass man mit Döner so erfolgreich sein kann“, sagte Yasin Yirmibes in seiner Dankesrede beim AWH. Nach seinen Angaben verarbeitet die Kette heute rund 780 Tonnen Fleisch im Monat. Die Soßen werden inzwischen bei Farmhaus produziert, das zum Hürther Unternehmen Hardy Remagen gehört. Inzwischen ist „Das Haus des Döners“ auch Kooperationspartner des 1. FC Köln.
Besonders stolz sei er darauf, dass sein Unternehmen von Deutschland aus sogar Döner in die Türkei verkaufe. Dort betreibt die Kette nach Yirmibes' Angaben inzwischen 26 Filialen. Er werde oft gefragt, ob Döner eher nach Deutschland oder in die Türkei gehöre. Für viele Türken sei Döner zunächst ein „drehender Spieß“, sagte Yirmibes. Die in Deutschland entwickelte Soßenkultur habe das Gericht jedoch entscheidend geprägt. „Ich sage immer: 50 Prozent Türkei, 50 Prozent Deutschland.“
Trotz der internationalen Expansion ist Yirmibes mit seiner Unternehmenszentrale in Hürth geblieben. Dort arbeiten 44 Beschäftigte in der Verwaltung. 22 Imbisse betreibt das Unternehmen selbst. Am Firmensitz in Hürth gibt es allerdings derzeit keine Filiale von „Das Haus des Döners“. Das soll sich im kommenden Jahr ändern. Das Unternehmen hat an der Luxemburger Straße das Nachbargrundstück des früheren Container-Standorts erworben und plant dort einen Neubau. Ins Erdgeschoss wird eine Filiale einziehen, im Obergeschoss sind Büros für die Verwaltung der Dönerkette vorgesehen.
