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Down-Syndrom-Tag1500 Gäste feiern inklusives Familienfest auf dem Gertrudenhof in Hürth

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Das Foto zeigt die Gastgeber vor einer Blumenpyramide auf dem Gertrudenhof.

Zum vierten Mal lud die Familie Ferenci mit Landwirt Peter Zens zum Familienfest aus Anlass des Welt-Down-Syndrom-Tags ein.

Zum vierten Mal trafen sich Familien mit Kindern, die das Down-Syndrom haben, aus ganz Deutschland auf dem Gertrudenhof. Das wünschen sie sich.

Ganz im Zeichen von Begegnung, Gemeinschaft und gelebter Inklusion kamen am Freitag auf dem Gertrudenhof rund 1500 Menschen aus ganz Deutschland zusammen, um aus Anlass des Welt-Down-Syndrom-Tags ein großes Familienfest zu feiern. Zum vierten Mal lud Organisatorin Kira Ferenci aus Moers gemeinsam mit Inhaber Peter Zens Familien mit Kindern, die das Down-Syndrom haben, ein, sich bei Livemusik und kreativen Mitmachaktionen kennenzulernen und auszutauschen.

„Dieser Tag und die Veranstaltung sind nicht nur dafür da, um Menschen mit Down-Syndrom Sichtbarkeit, sondern zugleich auch Normalität im Alltag zu geben. Das alles machen wir in der Hoffnung, dass die Gesellschaft in unseren Kindern irgendwann nicht mehr nur Menschen mit Down-Syndrom sieht, sondern ganz normale Menschen, die zur Gesellschaft dazugehören und sie bereichern können“, erklärte Ferenci, die selbst Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom ist.

Zauberer schreibt Lieder über und für Menschen mit Down-Syndrom

Unter den Besuchern war Zauberer Benini aus Freudenberg am Main mit seiner Familie, der ein Musikalbum über und für Menschen mit dem Down-Syndrom herausgebracht hat. „Die Idee kam mir, weil es bislang fast ausschließlich im englischsprachigen Raum diese Musik gibt. Zunächst war es nur ein Lied zum Welttag. Das stieß aber auf ein so großes Gehör, dass ich darin bestärkt wurde, auch über andere Themen im Zusammenhang mit dem Down-Syndrom Songs zu machen. Die Themenvorschläge kamen aus der Community selbst“, berichtet der Vater eines Kindes mit Down-Syndrom.

In seinen Liedern thematisiert der Künstler nicht nur die sehr hohe Zahl an Schwangerschaftsabbrüchen bei Trisomie 21, sondern er singt auch über das Erwachsenwerden und die Schwierigkeit, lieben zu dürfen.

Zwei verschiedene Socken als Zeichen der Solidarität

Einen Herzenswunsch richtete Mitorganisatorin Sabine Meyer aus Duisburg an die Gesellschaft: „Ich höre ganz oft von anderen, dass es ihnen leidtut, dass mein Sohn eine Behinderung hat. Mir tut das aber überhaupt nicht leid. Denn mein Sohn ist ganz großartig, so wie er ist. Hier auf dem Gertrudenhof können die Menschen sehen, dass keine Unterschiede zwischen all den herumlaufenden Kindern bestehen. Alle haben Spaß, sind sauer, sind wütend und erleben das Leben als etwas Wunderschönes. Auch wenn wir hier einen ganz besonderen Tag feiern, würde ich gerne spüren, dass dieser Tag für alle Menschen irgendwann ein Tag ist wie jeder andere.“

Der eigentliche Welt-Down-Syndrom-Tag ist am heutigen Samstag. Das Datum 21. März steht symbolisch für das 21. Chromosom, das bei Menschen mit Down-Syndrom drei- statt zweimal vorkommt. Das führt zu unterschiedlich stark ausgeprägten Beeinträchtigungen. Wer selbst ein kleines Zeichen für Menschen mit Trisomie 21 setzen möchte, kann seine Unterstützung mit dem Tragen von zwei unterschiedlichen Socken erkennbar machen. Verschiedene Socken wurden zum Symbol des Down-Syndrom-Tages, weil das Chromosom in etwa die Form einer Socke hat.