Die Hürther Stadtwerke bauen mit Fördermitteln bis April 2027 ein eigenes Leihradsystem auf. Doch ein Aspekt stößt jetzt auf Kritik.
An der Stadtgrenze ist SchlussKritik am Hürther Alleingang beim Aufbau der Leihradflotte

Wesseling gehört zu den acht Städten im Rhein-Erft-Kreis, die sich dem Leihradsystem Mobic der REVG angeschlossen haben.
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Die Stadtwerke wollen im April 2027 unter dem Namen Hürth Bike ein eigenes Mietfahrradsystem an den Start bringen. Der FDP-Stadtverband kritisiert den Hürther „Alleingang“. Radfahrer würden dadurch an den Stadtgrenzen ausgebremst.
Während acht von zehn Kommunen im Rhein-Erft-Kreis sich dem städteübergreifenden Mietangebot Mobic der REVG angeschlossen haben, setzen die Stadtwerke auf ein eigenes Konzept. Das soll mehr Flexibilität bei der Leihradflotte bringen, zu der in Hürth neben 70 Fahrrädern auch 42 Pedelecs und zehn E-Lastenräder gehören werden. Außerdem bekommen die Stadtwerke für den Aufbau des eigenen Systems mit 18 Leihstationen Fördermittel in Höhe von rund 590.000 Euro.
Hürth: Mieträder reichen nur bis zur Stadtgrenze
Anders als bei Mobic können die Hürther Leihräder aber nicht in anderen Städten zurückgegeben werden. Die Verbindungen etwa nach Frechen oder Brühl würden laut Prognose der Stadtwerke keine große Rolle spielen. Anders sei das bei Pendlern nach Köln. Deshalb ist zumindest eine eingeschränkte Verzahnung des Angebots mit den Kölner Verkehrsbetrieben geplant.
So soll es in Efferen in der Nähe des Studentendorfs Übergabestationen geben, an denen KVB-Leihräder abgestellt und gegen ein Hürth Bike getauscht werden können. Umgekehrt funktioniert das laut Stadtwerken voraussichtlich nicht, weil es in Köln keine festen Leihradstationen gibt.
Dass Radler mit dem Hürth Bike nicht über die Stadtgrenze nach Köln, Frechen, Brühl oder Erftstadt fahren können, halten die Liberalen für eine deutliche Einschränkung. „Gerade solche Verbindungen hätten die Idee interessant gemacht. Hier hat man offenbar wieder nicht zu Ende gedacht“, sagt FDP-Vorstandsmitglied Sascha Milana.
Die stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Svenja Prinz vermutet, es sei offenbar vor allem um die Fördergelder gegangen: „Deswegen kochen die Stadtwerke ihr eigenes Süppchen zu Lasten der Nutzer.“ Die FDP fordert nun, das Leihradsystem noch einmal auf die politische Agenda zu setzen und eine städteübergreifende Lösung umzusetzen.
