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Viele BeschwerdenSo soll KI aus Hürth bei der Suche nach der Quelle des Gestanks helfen

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Ein Mann hält sich die Nase zu.

Seit Monaten gibt es Beschwerden über Geruchsbelästigungen in der Region. (Symbolbild)

Eine im AI Village entwickelte Anwendung verknüpft Geruchsmeldungen mit Wetterdaten. Was sich die Stadt von der Software verspricht.

Seit Monaten gibt es in der Region Beschwerden über Geruchsbelästigungen. Auf der Suche nach der Ursache setzt die Hürther Stadtverwaltung nun auch auf neue technische Möglichkeiten. Eine gemeinsam mit dem Technologiezentrum techHAUS und dem AI Village entwickelte Anwendung verknüpft Geruchsmeldungen aus Hürth und Brühl mit lokalen Wetterdaten. Dadurch sollen räumliche und zeitliche Muster sichtbar werden, die den Immissionsschutzbehörden zusätzliche Hinweise geben können.

Für eine erste Auswertung wurden 817 Geruchsmeldungen aus dem Zeitraum vom 3. Juli bis 19. August untersucht, 470 aus Hürth und 347 aus Brühl. Verknüpft wurden sie mit Angaben zur Windrichtung und Windgeschwindigkeit. Dabei wurden Messwerte der Feuer- und Rettungswache sowie des Chemieparks Knapsack verwendet. Das AI Village wertet außerdem die Beschreibungen der Geruchsbelästigung mithilfe von künstlicher Intelligenz aus und ordnet Angaben etwa zu fauligen, chemischen oder teerigen Gerüchen bestehenden Kategorien zu. Dadurch werden die Angaben vergleichbar.

Hürth: Beschwerden häufen sich bei Wind aus Westen oder Südwesten

Zeiträume mit besonders vielen Beschwerden werden als sogenannte Cluster dargestellt. Auf einer Karte werden dann Meldeorte, Art und Intensität der beschriebenen Gerüche und die jeweils herrschenden Windverhältnisse dargestellt. Für mehrere große Beschwerdehäufungen Ende Juli und Anfang August ergab die Analyse westliche oder südwestliche Windrichtungen.

„Aus vielen einzelnen Meldungen entsteht so ein besser interpretierbares Gesamtbild“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Prinz vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT), der die Entwicklung im techHAUS mit Einsatz von KI federführend begleitet hat. „Die neue Analyse ist ein zusätzliches Werkzeug, mit dem wir die zuständigen Behörden bei der Eingrenzung der Emissionsquelle unterstützen“, erklärt Bürgermeister Dirk Breuer. Die Stadt will die Daten jetzt den zuständigen Immissionsschutzbehörden zur Verfügung stellen und erwartet, dass schnell gehandelt werde. (aen)