Immobilie gekauftStadt will neuapostolische Kirche in Hürth zur Kita umbauen

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Die kleine Neuapostolische Kirche mit großem Kreuz an der Giebelwand und dem neugestalteten Eingangsbereich.

Im November 2022 wurde die Neuapostolische Kirche in Hermülheim profaniert. Die Stadt hat das Gotteshaus gekauft und will es in eine Kita umbauen.

Die Stadt hat die ehemalige Kirche der Neuapostolischen Gemeinde in Hermülheim gekauft. Dort soll eine Kita eingerichtet werden.

Ende 2022 wurde die neuapostolische Kirche an der Lessingstraße entweiht und steht seitdem leer. Demnächst soll aber wieder Leben einkehren in das verwaiste Gotteshaus. Die Stadt hat das eingeschossige Gebäude aus dem Jahr 1964 mitsamt eines 2013 eingeweihten Anbaus von der neuapostolischen Gemeinde gekauft. Nach aktuellen Planungen soll dort eine Kindertagesstätte eingerichtet werden. Zunächst allerdings ist die frühere Kirche als Zwischenquartier für die Volkshochschule vorgesehen.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung hatten sich die Neuapostolischen Gemeinden in Gleuel und Hermülheim bereits im Jahr 2000 zusammengeschlossen und später von der Kirche an der Hermülheimer Straße in Gleuel getrennt, die zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Inzwischen schlossen sich die Hürther der Frechener Gemeinde an und verkauften auch das Gotteshaus in Hermülheim.

Vor allem das große Grundstück macht die Kirche für die Stadt attraktiv

Rund 1,2 Millionen Euro hat die Stadt nach Informationen dieser Zeitung für die Immobilie bezahlt. Mit der Kirche wechselte auch ein großes Grundstück mit 2200 Quadratmetern Fläche den Eigentümer. Das macht die Liegenschaft für die Stadt attraktiv. Denn das Gebäude allein ist für eine Kita zu klein. „Das Gebäude müsste um einen Anbau erweitert werden, weil die jetzige Bruttogeschossfläche von 324 Quadratmetern nicht für einen Kindergarten ausreicht“, erklärt der Leitende Stadtbaudirektor Manfred Siry auf Nachfrage.

Zunächst hatte die Stadtverwaltung auch über andere Nutzungen des Gebäudes nachgedacht, berichtet der Erste Beigeordnete Jens Menzel. So sei geprüft worden, ob dort geflüchtete Menschen eine Unterkunft finden könnten. Diese Überlegung sei aber verworfen worden.

Hürth muss weitere Kita-Plätze schaffen

Stattdessen sollen an der Lessingstraße dringend benötigte Kita-Plätze geschaffen werden. In vier Gruppen könnte auch ein Teil der Kinder aus dem geplanten Neubaugebiet am ehemaligen Rangierbahnhof Hermülheim betreut werden. Zwar ist auch dort eine bis zu sechsgruppige Kita vorgesehen, doch braucht die Stadt über das neue Quartier hinaus Kita-Plätze.

„Wir sind dabei, den Bedarf zu erheben“, so Menzel. Womöglich könne der Betrieb für beide neuen Kitas in Hermülheim gemeinsam ausgeschrieben werden. Das sei für Träger attraktiver, weil so der Personaleinsatz etwa bei Krankheitsfällen besser geplant werden könne. Die Stadt rechnet damit, dass der Umbau der Kirche im kommenden Jahr starten und die Kita dann zum Kindergartenjahr 2026/27 ihren Betrieb aufnehmen könnte.

Kurzfristig sollen die Räume der ehemaligen Kirche der Volkshochschule zur Verfügung gestellt werden. Die VHS musste die Ahl Schull in Efferen räumen, weil dort die Kinder der Kita Vorwitznasen provisorisch untergebracht sind, deren Gebäude An der Herrenmühle nach den Flutschäden immer noch saniert wird. Derzeit muss die VHS mit Integrations- und Deutschkursen auf verschiedene Räume quer durchs Stadtgebiet ausweichen.

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