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Beitrag zur ArtenvielfaltStadtwerke wollen Grünflächen in Hürth aufblühen lassen

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Das Innere eines Kreisverkehrsplatzes in Hermülheim mit Rasen, Hecke und Stahlskulpturen.

Auch der Kreisverkehr an der Friedrich-Ebert-Straße soll mit heimischen Staudengewächsen bepflanzt werden.

Mit einem naturnahen Flächenmanagement wollen die Stadtwerke einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten und gleichzeitig Pflegeaufwand sparen.

Die öffentlichen Grünflächen entlang von Straßen und Plätzen sollen in den kommenden Jahren aufblühen: Mit einem naturnahen Grünflächenmanagement wollen die Stadtwerke nicht nur das Stadtbild verschönern, sondern auch einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Und das, ohne dass zusätzliche Kosten durch einen höheren Pflegeaufwand entstehen.

Der Verwaltungsrat des kommunalen Unternehmens hat das vom Ratsbündnis aus CDU und Grünen angestoßene Konzept jetzt nach intensiver Beratung beschlossen. Das Konzept sieht vor, dass die städtischen Grünflächen in unterschiedliche Service-Level eingeteilt werden. Bepflanzung und Pflegeaufwand richten sich dabei nach Faktoren wie Bodenbeschaffenheit und klimatischen Gegebenheiten vor Ort.

Grünstreifen an Hürther Streifen sollen zu Blühwiesen werden

Die Beete sollen so bepflanzt werden, dass sie sich weitgehend selbst versorgen können und dadurch weniger intensiv von der Grünkolonne gepflegt werden müssen. Vor allem die aufwendige Bewässerung im Sommer soll möglichst eingespart werden.

Gepflanzt werden sollen etwa im Innenraum von Kreisverkehrsplätzen und auf Beeten entlang der Straßen vor allem einheimische Staudenmischungen. Grünstreifen sollen mit regionalem Saatgut in Blühwiesen umgewandelt werden.

Die Wiesen werden seltener gemäht als bisher. Das spart nicht nur Kosten, sondern erhält auch Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten. Als Überwinterungshilfe für Vögel, Insekten und Kleintiere bleiben Altgrasflächen und Samenstände erhalten, auch Laub bleibt liegen.

Grünkolonne in Hürth rückt auf Lastenfahrrädern aus

Um für Akzeptanz in der Bevölkerung zu sorgen, werden unter anderem Hinweistafeln mit Erklärungen aufgestellt. Die Mitarbeiter der Grünkolonne werden mit bereits vorhandenen Lastenrädern ausrücken. Sie sollen so Präsenz zeigen und auch mit der Bevölkerung über die naturnahe Umgestaltung der Grünflächen ins Gespräch kommen.

Die Grünen bewerten das Grünflächenmanagement sehr positiv. „Ganz ohne zusätzliche Kosten wird hier eine nachhaltige Struktur geschaffen, um Mensch und Natur gleichermaßen zu erfreuen“, so Ratsfrau Inge Cürten-Noack in einer Pressemitteilung.

Ihre Fraktionskollegin Britta Bojung ergänzt: „Wer seine direkte Umgebung verschönern möchte, kann sich bei den Stadtwerken nach einer Patenschaft für Baumscheiben erkundigen und erhält eine Anleitung zum Pflegekonzept. So kann Hürth für alle attraktiver werden.“

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