Eine dornige SchönheitDie Zierquitten aus Hürth sind in ganz Europa beliebt

Auch im Freiland haben sich bereits die ersten Blüten geöffnet.
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Hürth-Fischenich – Man muss schon ein bisschen genauer hinsehen, um die ganze Pracht der Zierquitte zu erkennen. Aus der Ferne betrachtet unterscheidet sie sich zurzeit kaum von anderen Zierhölzern. Aus der Nähe gesehen entpuppen sich die dornigen Sträucher allerdings als wahre Schönheit.
„Die Menschen lieben ihre zarten Blüten“, weiß Gärtnermeister Johannes Kreuzberg. Schon seit über 50 Jahren setzt man in der gleichnamigen Gärtnerei unter anderem auf die Zierquitten. Viele der Büsche, die auf seiner etwa zwei Hektar großen Anbaufläche auf den Feldern in Fischenich wachsen, wurden bereits vor etwa 45 Jahren gepflanzt.
Ursprung in Ostasien
Ursprünglich stammt die Zierquitte aus Ostasien. „Doch schon seit über 200 Jahren wird das Ziergehölz in Europa angebaut“, weiß Kreuzberg. Seine Blumenfarm zählt europaweit zu den größten Produzenten, die die geschnittenen Zierquitten vermarkten. Zu seinen Kunden zählen regionale Blumengeschäfte, Händler auf Wochenmärkten und Großhändler in den Niederlanden, die die Zierquitten-Sträuße aus Hürth-Fischenich europaweit weiterverkaufen.

Die Ernte der dornigen Zweige ist mühsam und nicht ganz ungefährlich.
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Denn gewusst wie, entfalten die Zweige schon im Dezember ihre Blütenpracht. Dazu stellt Kreuzberg die fertigen Gebinde bei maximal 15 bis 18 Grad in seinen Gewächshäusern ins Wasser. Zehn bis 14 Tage dauere es dann, bis sich die Knospen so weit geöffnet haben, dass die Farben der Blüten deutlich zu erkennen sind. Allerdings ist ihre Ernte extrem schweißtreibend und nicht ganz ungefährlich. Scharf und spitz sind nämlich die Dornen an den bis zu zwei Metern langen Zweigen. Mit geschultem Auge suchen die Mitarbeiter schön gewachsene Zweige aus.

Gärtnermeister Johannes Kreuzberg zeigt in einer Verarbeitungshalle, wie die Zierquitten sortiert und auf Länge geschnitten werden.
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Um Verletzungen vorzubeugen, lässt Kreuzberg seine Mitarbeiter nur in Schutzkleidung mit dicken Arbeitshandschuhen und Schutzbrillen an die Hecken. In seiner Verarbeitungshalle werden die Zweige anschließend sortiert, auf Länge geschnitten und gebunden. „Damit die Sträuße lange in der Vase frisch bleiben, werden die Stiele am unteren Ende fünf bis sechs Zentimeter längs eingeschnitten“, sagt er. Gleichzeitig würden auch die Dornen dabei bis auf eine Höhe von etwa 30 Zentimetern vom Stiel entfernt. „Wir haben rote und weiße Zierquitten im Anbau“, sagt Kreuzberg. Seit einigen Jahren beobachtet der Gärtnermeister allerdings, dass seine Zierquitten schon im Februar zunehmend auch im Freiland in die Blüte treiben.
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„Die Winter werden merklich milder“, sagt er nachdenklich. Kreuzberg sieht dies als deutliches Zeichen des Klimawandels. „Die Zahl der späteren Fröste nimmt ab“, sagt er. Auszuschließen seien sie allerdings nicht. Und weil die Pflanzen früher austrieben, seien die Frostschäden dann umso größer. Übrigens können die kleinen Früchte der Zierquitte im Herbst geerntet und zum Beispiel zu Gelee verarbeitet werden.



