Erftstadt-Blessem – Sie ist mit etwa 50 Zentimetern nicht besonders hoch, aber dafür sehr lang. Die Betonmauer, die sich entlang des Betriebsgeländes der Kiesgrube Nowotnik erstreckt, wurde samt Metallzaun nicht nur errichtet, um unbefugtes Betreten des Areals zu unterbinden.
Hauptgrund war laut Firmenchef Hans Georg Nowotnik der Hochwasserschutz. Das Bergamt der Bezirksregierung Arnsberg habe dem Kiesgrubenbetreiber eine bessere Absicherung für den Fall eines extremen Hochwasserereignisses (hundertjähriges Hochwasser) auferlegt.
Folgen für Brunnen
„Bei dem Szenario träte die Erft unweit des Betriebsgeländes so hoch über ihr Flussbett, dass Wasser in die Kiesgrube gelangen würde“, erläutert Nowotnik. Während das durch Dreck, Treibgut und Rückstände aus Tanks belastetes Wasser von Äckern und Wiesen abgetragen werden könne, würde das Wasser in der Grube ungehindert durch die Kiesschichten in das Grundwasser gelangen.
„Dies hätte dann gravierende Folgen für die Wassergewinnung und Wasserqualität der benachbarten Dirmerzheimer Brunnengalerie, die große Bereiche in der Rheinischen Bucht mit Trinkwasser beliefert.“
Die Bezirksregierung habe daher verlangt, entweder einen Deich oder eine Schutzmauer um das Betriebsgelände am Ortsrand von Blessem zu bauen. Entlang des vorhandenen Weges zwischen dem Firmenareal und der Erft ist nun eine 410 Meter lange Mauer fertig gestellt. Sie besteht aus Betonelementen, auf denen ein Stabgitterzaun montiert wurde.
Entlang der zu Köttingen gelegenen Seite dauern die Arbeiten an einer Schutzmauer noch an. Das 480 Meter lange Bauwerk solle bis Jahresende fertiggestellt sein, hofft Nowotnik.
250 000 Euro Gesamtkosten
Die Gesamtkosten für den Hochwasserschutz beziffert der Unternehmer auf etwa 250 000 Euro. Die Kiesgrube ist bis zu 63 Meter tief. Das Betriebsgelände hat eine Gesamtgröße von 46 Hektar, einschließlich der geplanten Erweiterung in Richtung Autobahn. Hier finden laut Nowotnik derzeit archäologische Untersuchungen statt. Die Kiesgrube werde schätzungsweise noch 20 bis 25 Jahre in Betrieb sein. Anschließend werde das Areal dann rekultiviert.
Sanierung des Wegs
Der Weg entlang der Erft, der an der Kiesgrube vorbeiführt und bei Spaziergängern und Reitern beliebt ist, soll laut Ortsbürgermeister Helmut Zimmermann im Frühjahr saniert werden. Die Stadt habe seinerzeit dem Unternehmer zugesagt, für den Bau der Mauer mit schweren Fahrzeugen den Wirtschaftsweg nutzen zu dürfen.
Im Gegenzug habe Nowotnik zugesichert, den Weg anschließend zu teeren. Diese Arbeiten würden voraussichtlich im Frühjahr ausgeführt. Auch der unbefestigte Weg entlang der Blessemer Burg zwischen Ortseingang in Höhe des Reitstalls und der Frauenthaler Straße soll befestigt werden, um Schmutz- und Staubbelästigung für Blessem zu beseitigen.
Die Arbeiten könnten ebenfalls vom Unternehmen Nowotnik ausgeführt werden. Für diesen Bereich aber müsse die Stadt aufkommen. Das Geld solle im Haushalt bereitgestellt werden, so Zimmermann.