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Jugend musiziert in FrechenEin Multitalent mit besten Noten

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Frechen – Ein Elefant unter dem Dach der Frechener Musikschule? Fast klingen sie so, die ungewohnt tiefen Töne. Aber nein: Es ist Axel Kölschbach Ortego, der gerade auf seinem Fagott „dudelt“, wie er es nennt. Aufwärmübungen, um dem imposanten Holzblasinstrument gleich darauf Melodien von Antonio Vivaldi und Carl Maria von Weber zu entlocken.

Mit dem „Allegro poco“ aus Vivaldis Konzert e-Moll und dem „Allegro non troppo“ aus Webers F-Dur-Konzert konnte der 17-Jährige am vergangenen Wochenende auch die Jury des Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ in Düsseldorf überzeugen. Mit 24 von 25 möglichen Punkten wurde er Erster und qualifizierte sich für die Teilnahme am Bundeswettbewerb Ende Mai in Hamburg.

Blockflöte mit vier, Abi mit 16

Viermal schon ist der Deutschspanier aus Frechen bei „Jugend musiziert“ angetreten, immer mit guten Ergebnissen. Aber erst in diesem Jahr hat es für den ersten Preis in der Fagott-Solowertung gereicht. Seit November übte er bis zu zwei Stunden täglich für seinen Vortrag, besonders Tempo, Rhythmus, Dynamik und natürlich die persönliche Interpretation. „Wenn man vorspielt, darf man nicht mehr mit dem Stück kämpfen. Man muss über dem Werk stehen“, erklärt der junge Musiker seine Wettkampfstrategie. „Die Jury muss die Stifte aus der Hand legen. Die müssen so fasziniert sein, dass sie nicht mehr darauf achten, was schief geht.“

Die musikalische Karriere von Axel Kölschbach beginnt schon früh: Bereits im Alter von zwei Jahren erhält er den ersten Musikunterricht. Mit vier Jahren startet er seine Ausbildung an der Musikschule Frechen, zunächst lernt er Blockflöte. Einige Jahre später bringt ihn sein Lehrer, Michael Kasper, zum Fagott. Als Axel Kölschbach zwölf ist, kommt noch Klavierunterricht bei Jürgen Buschka hinzu. Beide Lehrer unterstützten ihn auch jetzt bei „Jugend musiziert“. Inzwischen ist der 17-Jährige Mitglied im Jugendsymphonieorchester der Rheinischen Musikschule Köln. Musik ist für ihn eine echte Herzensangelegenheit. Aber nicht die einzige.

In der Schule offenbart sich noch ein zweites, scheinbar konträres Talent: das für die Mathematik. Schon während der Grundschulzeit an der Ringschule überspringt Axel Kölschbach eine Klasse. Später nimmt er mehrmals mit Erfolg an der Mathematik-Olympiade und am Bundeswettbewerb Mathematik teil. Mathe wird auch sein Leistungskurs. Mit 16 macht er Abitur an der Liebfrauenschule in Köln. Durchschnitt: 1,0. Seit dem letzten Wintersemester studiert er Mathematik und Volkswirtschaftslehre an der Uni Bonn.

Musik und Mathe – für den sympathischen Studenten ist das überhaupt kein Widerspruch: „Viele Mathematiker sind auch Musiker. Beides geht immer weg vom Konkreten und hin zum Abstrakten, beides erzählt spannende Geschichten.“ Axel hätte gerne auch Musik studiert, aber die Berufschancen seien einfach zu ungewiss: „Profimathematiker und Hobbymusiker – das geht. Aber andersrum ist es eher schlecht.“

Ein Multitalent mit Bestnoten: Viele Menschen verbinden das mit dem Begriff „Wunderkind“. Axel selbst findet das blöd: „Die Leute tendieren heute sehr dazu, alles aufs Talent zu schieben. Tatsächlich muss man für alles arbeiten, diszipliniert und frustrationstolerant sein. Irgendwann wächst man daran. Oder wie mein Fagott-Lehrer sagt: Talent ist zu fünf Prozent Inspiration und zu 95 Prozent Transpiration!“

Für Axel Kölschbach heißt es weiter schwitzen und üben. Er greift wieder zum Fagott, die nächste Unterrichtsstunde steht an, danach die Orchesterprobe und am Wochenende ein Workshop in der Eifel. Und dann kommt ja auch noch der Bundeswettbewerb. Kaum zu glauben, wenn er da sagt: „Ich chille auch mal!“