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Erster SpatenstichKerpen investiert 213 Millionen Euro in den Neubau des Europagymnasiums

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Das Foto zeigt den symbolischen ersten Spatenstich mit Bagger im Hintergrund.

Zum ersten Spatenstich für den Schulcampus hatte Bürgermeister Thomas Jurczyk Architekten, Planer, Vertreter der Stadtverwaltung und den Schulleiter des Europagymnasiums, Wendel Hennen, eingeladen.

Bis 2031 soll der Campus mit Lernhäusern, Turnhallen und Sportanlagen fertiggestellt werden. Es ist das größte Bauprojekt der Stadtgeschichte.

Bürgermeister Thomas Jurczyk sprach von einem der bedeutendsten Zukunftsprojekte in Kerpen; mit einer Investition von rund 213 Millionen Euro ist es auf jeden Fall das größte einzelne Bauvorhaben in der Geschichte der Stadt. Am Dienstag (15. September) wurde der erste Spatenstich für den Neubau des Europagymnasiums gesetzt. Und alle schaufelten fleißig mit: neben dem Verwaltungschef auch der Erste Beigeordnete Thomas Warner, Schulleiter Wendel Hennen, sein Stellvertreter Dominik Riesinger, Schuldezernent Markus Meurer, Sarah Jobrissen und Patrick Weiter vom Architekturbüro H4a und Projektleiter Sebastian Gab.

An den Rand des Baugrundstückes hinter der ehemaligen Containeranlage in der Humboldtstraße hatte der Bürgermeister seine Gäste eingeladen. Auf dem rund 120.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen das Schulgebäude mit etwa 35.500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche sowie ein Sporthallenkomplex mit weiteren rund 8300 Quadratmetern. Nach Erteilung der Baugenehmigung im April hatte sich der Baubeginn wegen archäologischer Untersuchungen auf dem Gelände verzögert, Spuren einer alten Siedlung waren entdeckt worden.

Bis 2031 soll die Schule fertig sein: vier ringförmig um eine zentrale Pausenhalle angeordnete Lernhäuser, gestapelte Sporthallen, ein Schulsportplatz, alles mit einem umfassenden Regenwasserkonzept im Außenbereich und Wärmeversorgung über eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit einem großflächigen Erdkollektor. Hinzu kommen Photovoltaik und ein Batteriespeicher.

Mit dem Neubau für bis zu 2400 Schülerinnen und Schüler in einer neunzügigen Sekundarstufe I und einer 14-zügigen Sekundarstufe II schaffe die Stadt Raum für Bildung und Entwicklung. Sie reagiere auf das Wachstum Kerpens und decke zusätzlichen Raumbedarf, der durch den G9-Bildungsgang entstehe, so Bürgermeister Jurczyk weiter. Zum Bauprojekt gehöre ein umfangreicher Sport- und Freizeitbereich mit Leichtathletikanlage auf Naturrasen, die von Vereinen genutzt werden könne, und öffentliche Freizeitanlagen mit Skate-Rampen, Pumptrack, Calisthenics-Anlage und Bouleflächen.

Kein abgeschotteter Schulstandort solle entstehen, sondern ein Ort, der über den Schulalltag hinaus Kinder und Jugendliche, Familien, Vereine und die Nachbarschaft in Kerpen-Nord zusammenbringe. Der bereits 2023 in einem Architekturwettbewerb preisgekrönte Entwurf stammt aus dem Architekturbüro H4a, das Büro Glück Landschaftsarchitektur erstellte Pläne für die Freianlagen, die Projektsteuerung hat die Kölner BMP Baumanagement GmbH übernommen.

Schulleiter Wendel Hennen lobte den Einsatz der Stadt für die Bildung von Kindern und Jugendlichen. Das sei nicht selbstverständlich. Das Gymnasium zähle zurzeit 2142 Schülerinnen und Schüler und sei damit die größte Regelschule in NRW.

Im Jahr 2018 hatte noch der damalige Bürgermeister Dieter Spürck den Neubau als eine der „größten Investitionen der Kolpingstadt Kerpen“ bezeichnet. 90 Millionen hatte der Bau ursprünglich kosten sollen. Zwischen 2018 und 2022 waren die geschätzten Kosten mit Baubeginn 2023 schon auf 160 Millionen gestiegen, laut Stadtverwaltung wegen erhöhter Anforderungen an das Gebäude und das Außengelände sowie extrem gestiegener Baukosten.

Ende 2024 war dann von 230 Millionen Euro die Rede. „Wir können uns den Neubau so schlicht nicht leisten“, warnte da die grüne Ratsfrau Annika Effertz angesichts klammer Haushaltskasse. Als „den Bürgern schwer vermittelbar“ hatte die Kostenexplosion der BBK-Stadtverordnete David Held bezeichnet. Gar von „Wahnsinn und Größenwahn“ hatte der FDP-Ratsvorsitzende Tamer Kandemir gesprochen. Noch Mitte August hatte sich die FDP mit einem Prüfantrag zu den städtischen Finanzen an den Landrat gewandt.

Vonseiten der Fraktionen waren nur wenige zum Spatenstich gekommen. Denn die Fraktionen seien nach Kerpener Gepflogenheiten erst zur Grundsteinlegung eingeladen, sagte Jurczyk. Gekommen war dennoch FDP-Ratsherr Johannes Esser. Er schätzte die Kosten als noch höher ein – auf 300 Millionen Euro. „Die Entscheidung für den Neubau basiert auch auf einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Dabei wurde die langfristige wirtschaftliche Betrachtung des Neubaus unter Einbeziehung der Betriebskosten berücksichtigt“, sagte Jurczyk. Finanziert werde der Bau aus dem Haushalt, unter Berücksichtigung von Fördergeldern.