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Café oder EisdieleFDP setzt sich für Gastronomie am Lidl-Neubau in Kerpen ein

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Zu sehen ist das Gebäude des Supermarkts Lidl.

An der Hahnenpassage ist ein Lidl-Neubau geplant. (Archivbild)

Die Ratsgruppe fordert in einem Antrag, die ursprünglich vorgesehene gastronomische Nutzung erneut aufzugreifen.

Der geplante Lidl-Neubau an der Hahnenpassage darf nach Auffassung der FDP nicht mit einer weitgehend geschlossenen Fassade zur Hahnenstraße enden. Die Ratsgruppe fordert deshalb in einem Antrag, die ursprünglich vorgesehene gastronomische Nutzung erneut aufzugreifen. Die Stadt solle mit Lidl klären, ob zur Hauptstraße hin weiterhin ein Café, eine Eisdiele, Außengastronomie oder ein vergleichbares öffentlich zugängliches Angebot verwirklicht werden kann.

Anlass sind die überarbeiteten Fassadenvarianten für den Neubau, in denen keine Nutzung mehr vorgesehen ist, die das Gebäude zur Hahnenstraße hin öffnet und den Straßenraum belebt. Die neuen Planungen wurden auch im Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt diskutiert. Die Ausschussmitglieder entschieden sich einstimmig für eine der zwei vorgeschlagenen Varianten.

Kerpen: FDP reicht es nicht, „nur über die optische Gestaltung der Fassade zu sprechen“

Die FDP hatte allerdings bereits nach der Sitzung kritisiert, dass die Pläne keine Gastronomie mehr vorsehen. „Die Hahnenstraße ist die Hauptstraße und damit das Aushängeschild von Kerpen-Mitte. Was an der Hahnenpassage gebaut wird, prägt diesen Bereich für Jahrzehnte“, sagt Tamer Kandemir, stellvertretender Vorsitzender der Kerpener FDP-Ratsgruppe, nun.

„Deshalb reicht es nicht, nur über die optische Gestaltung der Fassade zu sprechen. Entscheidend ist, was dahinter stattfindet und ob der Neubau zu einer lebendigen Innenstadt beiträgt“, so Kandemir weiter.

Bereits 2021 habe man im Zuge einer Bürgerbeteiligung und im Arbeitskreis Hahnenpassage über eine gastronomische Nutzung direkt an der Hahnenstraße beraten. Im damaligen Entwurf sei eine Eisdiele oder ein vergleichbares Angebot vorgesehen gewesen. „Dieser Entwurf wurde anschließend beschlossen“, heißt es von der FDP. Dann habe sich das Projekt über mehrere Jahre verzögert, und die Baukosten seien deutlich gestiegen. Für die FDP ist das laut eigenen Angaben jedoch kein ausreichender Grund, eine „offene und belebende Nutzung im Neubau vollständig aufzugeben“.

Die FDP beantragt daher für die kommende Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt, dass die Verwaltung mit Lidl die Gründe für den Wegfall der vorgesehenen Nutzung erörtert und die Voraussetzungen für eine Umsetzung oder eine tragfähige Alternative prüft. Dabei sollen auch örtliche Gastronomiebetriebe und andere mögliche Interessenten einbezogen werden.