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Mein LieblingsplatzFür Sibilla Simons ist der Brunnen am Kloster in Horrem ein magischer Ort

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Zu sehen ist eine Frau, die aus einem Fenster in einen Innenhof schaut.

Der Blick aus dem Fenster: Sibilla Simons liebt den Brunnen am Kloster Mater Salvatoris.

Gern erinnert sich Simons daran, wie sie auf den Bänken am Brunnen saß und das Plätschern des Wassers den Schulstress vergessen ließ.

„Der Brunnen ist seit 66 Jahren Teil meines Lebens“, sagt Sibilla Simons, während sie am Fenster im „Haus der Begegnung“ des Klosters Mater Salvatoris sitzt. Sie blickt von dort auf ihren Brunnen, ihren magischen Ort in all den Jahren. Nun ist er im Zuge der anfallenden Baumaßnahmen eingezäunt, und man kann dort nicht mehr verweilen.

Das ehemalige Kloster Mater Salvatoris in Kerpen-Horrem wird nämlich vom Rhein-Erft-Kreis zu einem modernen „InnoQuartier“ (Haus der Bildung und des Strukturwandels) umgebaut. Wann immer Simons auch jetzt das Bedürfnis hat, ihrem Brunnen nah zu sein, öffnen ihr die im „Haus der Begegnung“ wohnenden Schwestern des ehemaligen Klosters die Tür.

Kerpen: Das Plätschern des Wasser ließ den Schulstress vergessen

Die in Horrem geborene Sibilla Simons, die ihre Horremer Familiengeschichte bis in das Jahr 1835 verfolgen kann, besuchte ab ihrem zehnten Lebensjahr bis zur Mittleren Reife die Mater-Salvatoris-Schule. Gern erinnert sie sich daran, wie sie mit ihren Freundinnen auf den Bänken am Brunnen saß und das wohltuende Plätschern des Wassers den Schulstress vergessen ließ. Auch später, im Berufsleben, Simons arbeitete ab 1982 nach abgeschlossener Ausbildung als Bauleiterin für ein Architektenbüro, suchte sie Ruhe und Geborgenheit in der Klosterkapelle und verweilte am Brunnen.

Diese liebgewonnene Gewohnheit behielt sie bei, auch als sie sich 1995 mit ihrem eigenen Büro selbständig machte. Im Jahr zuvor hatte sie begonnen, sich politisch zu engagieren und bekleidet seitdem diverse Ämter. So als Erste Vorsitzende der Senioren-Union, als Ratsmitglied, Kreistagsmitglied, Mitglied im Landes- und Bundesvorstand, im Bundesfachausschuss in Berlin und seit 2000 Mitglied des Mitträgervereins der Realschule Mater Salvatoris. Simons ist einfach präsent.

Ihr Lebensweg wurde jedoch auch belastet durch schwere Krankheiten und viele Schicksalsschläge. Wenn sie dann zu ihrem Mann sagte „Ich bin eben mal weg“, dann wusste der, dass sie sich auf den Weg zu ihrem Brunnen machte, um Ruhe und Kraft zu tanken. Gern las sie dort auch immer wieder die Verse aus einem Gedicht von Burkhard Brücker, einem Bruder des Männerordens der Salvatorianer: „Fließendes Wasser beruhigt. Gib deine Sorgen ab, übergib sie dem Wasser, es nimmt sie mit, trägt sie fort.“

„Ich hoffe sehr, dass der Brunnen die Baumaßnamen unbeschadet übersteht und nichts von seinem Flair verliert. Und ich wünsche mir, dass junge Menschen den Brunnen auch als einen magischen Ort empfinden werden“, sagt Sibilla Simons am Fenster im „Haus der Begegnung“ in Horrem.