Manche Liebe hält ewig - das beweisen Iris und Theo Lövenich. Vor 50 Jahren begann ihre Liebe im Großraumbüro, jetzt feiern sie ihre Goldhochzeit.
KerpenIris und Theo Lövenich feiern Goldhochzeit

Seit 50 Jahren sind Iris und Theo Lövenich verheiratet. Die Hochzeit fand 1972 in Lamersdorf statt.
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Iris Lövenich wurde 1971 dem Team ihres späteren Mannes Theo zugeteilt, sodass beide an einem großen Vierer-Schreibtisch im Großraumbüro bei Ford zusammenarbeiteten. Erst gingen sie gemeinsam Kaffee trinken, dann wurde schnell mehr daraus. Eineinhalb Jahre später, heute vor 50 Jahren, heiratete das Paar, das jetzt Goldhochzeit feiert.
Iris Lövenich (75), geborene Kahl, ist in Berlin aufgewachsen und erlernte Innenarchitektur an der Kunstfachschule der heutigen Hauptstadt. Über Stationen als Zeichnerin im Baugewerbe kam sie 1969 nach Köln, arbeitete bei Ford, später bis 1975 in Architekturbüros in der Südstadt und in Grevenbroich. Sie wohnte in der Zeit in Köln und Pulheim-Sinnersdorf.
Theo Lövenich (85) wuchs als eines von zehn Geschwistern in Inden-Lamersdorf auf und kam 1960 als Ingenieur zu Ford, wo er an der Planung von Werken für den Karosseriebau beteiligt war, unter anderem für Standorte in Köln, England, Genk, Valencia und Sao Paolo. Er blieb bis 2002 bei dem Autobauer.
„Ich habe ihr die Umgebung gezeigt, unter anderem sind wir mit dem Auto nach Königswinter gefahren“, erinnert sich Theo Lövenich an die Anfänge der langjährigen Beziehung. „Ich bin mit Mutter und Schwester in Berlin nahezu isoliert aufgewachsen. Die große Familie meines Mannes in Lamersdorf war eine spannende Erfahrung für mich“, sagt Iris Lövenich.
Nach der Hochzeit in Lamersdorf zog er zu ihr nach Sinnersdorf. 1975 kauften sie am Mühlenweg in Buir ein Grundstück. Nach Iris Lövenichs Bauzeichnungen entstand dort das Haus, in dem die beiden bis heute leben.

So sahen Iris und Theo Lövenich bei ihrer Hochzeit 1972 aus.
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Fünf Töchter und sieben Enkelkinder
Dort wuchsen die fünf Töchter auf, die dem Paar bis heute sieben Enkelkinder beschert haben. Auch zwei bolivianische Kinder waren als Austauschschüler mehrere Monate lang zu Gast.
Der Kontakt war über die Singgemeinschaft Buir zustande gekommen, in der die Kinder aktiv waren. Iris Lövenich war über viele Jahre Vorsitzende und gestaltete auch Bühnenbilder für Musical-Aufführungen. Bis heute singt sie im Erwachsenenchor als Altistin mit.
Theo Lövenich unternimmt mit einem Dutzend Radlern seit 20 Jahren jeden Freitag eine Tour. „Wir fahren rund 60 Kilometer, und erst seit vier Jahren habe ich ein E-Bike.“ Zudem ist er seit vielen Jahren Mitglied der Schützenvereine in Lamersdorf und Kerpen.
Zur Feier werden Kinder und Enkelkinder im Haus „mal wieder für eine lange Tafel im Wohnzimmer sorgen“, freuen sich beide.
Gute Kompromisse
Sie sagt: „Zuerst hat mir seine Anatomie gefallen. Aber ich fand auch reizvoll, dass er in einer völlig anderen familiären Kultur im mir bis dahin fremden Rheinland lebte. Bis heute sind unsere Interessen, etwa bei Musik, sehr unterschiedlich.“
Er sagt: „Sie hat ein gutes Herz und ist immer für andere da. Wir haben immer gute Kompromisse gefunden. Und wir haben zwei Fernseher, sodass jeder seine Lieblingssendungen sehen kann.“
