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Im EhrenamtSo unterstützt eine Familienpatin Eltern mit Kindern in Kerpen

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Das Foto zeigt eine Frau, die ein Baby auf dem Arm hält.

Familienpatin Therese Rübsteck kümmert sich um Kinder bis zum vierten Geburtstag. Hier wird dies mit einer Puppe nachgestellt.

In Kerpen helfen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler bei der Kinderbetreuung, sodass Eltern auch mal durchatmen können.

Für Therese Rübsteck sind Kinder das größte Glück auf Erden. Die meiste Zeit ihres Lebens kümmerte sich die heute 72-Jährige um die Jüngsten in der eigenen Familie. „Als mein Enkel in die Schule kam, fiel ich in ein Loch“, erzählt die Rentnerin: „Was sollte ich denn da machen? Ich wusste nichts mit mir anzufangen.“

Dann habe sie eine Anzeige in der Zeitung gefunden. Damals hieß das Programm, aus dem sich das heutige Angebot der Familienpatinnen und Familienpaten entwickelte, noch „Welcome“ und richtete sich an Mütter mit Kindern bis zu einem Jahr. 

Kerpen: Betreuung der Kinder und ein offenes Ohr für die Eltern

Ab diesem Zeitpunkt im Jahr 2013 half die Rentnerin Familien bei der Betreuung der Kleinsten. Ob gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge oder die kleinen Dinge des Alltags wie ein gemeinsames Abendessen: Rübsteck hatte laut eigenen Aussagen eine solche Freude an den zahlreichen Tätigkeiten ihres neuen Ehrenamts, dass sie sich um immer mehr Familien gekümmert habe. „Und das war mir noch nicht genug“, sagt sie und lacht: „Ich bin dann noch in die Kita in Buir gegangen und habe dort angefangen, mit den Kindern zu basteln.“

Das Familienpaten-Programm des sozialpädagogischen Zentrums in Kerpen sei aber nicht nur dafür gedacht, Betreuungslücken zu schließen, sagt Koordinatorin Ann Kristin van Balen. Familienpatinnen und -paten schenkten auch den Eltern ein offenes Ohr bei Sorgen oder einfach, um sich zwanglos auszutauschen. Viele der Patinnen und Paten sind im Rentenalter. Sie seien für viele Kinder wie eine zusätzliche Oma oder ein weiterer Opa. Haushaltstätigkeiten wie Kochen oder Putzen sind hingegen explizit keine Aufgaben der Ehrenamtlichen. Aktuell sind laut van Balen sieben Familienpatinnen und -paten in Kerpen im Einsatz.

Das Foto zeigt zwei Frauen im Gespräch.

Familienpatin Therese Rübsteck und Koordinatorin Ann Kristin van Balen beim Austausch über Patenschafts-Angebot in Kerpen.

Doch nicht nur die Familien werden durch die Unterstützung der Patinnen und Paten bereichert. „Ich bleibe jung durch die Kinder“, sagt Therese Rübsteck. Eine Aufwandsentschädigung oder Ehrenamtspauschale gibt es zwar nicht. Doch die 72-Jährige sagt: „Für mich sind die Kinder das größte Geschenk bei dieser Sache. Es gibt gar nichts Schöneres.“ Denn jedes Mal, wenn sie zu Besuch sei, könne sie bei den Kleinsten Fortschritte beobachten. Der eine kann plötzlich die Bastelschere nutzen, die andere lernt in der Zeit zu laufen.

Natürlich kennt sie durch ihr Ehrenamt auch zahlreiche Familien in der Stadt. „Es kommt vor, dass ich Kinder aus dem Familienpatinnen-Programm beim Basteln in der Kita wiedersehe“, berichtet sie.

Wer auch als Familienpatin oder als Familienpate tätig werden will, kann sich an Ann Kristin van Balen vom Sozialpädagogischen Zentrum in Kerpen unter 02237/639010 oder per E-Mail wenden. Infrage kommen hierfür Menschen, die volljährig sind und Freude am Umgang mit Kindern haben. Es wird ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Auch Eltern, die Unterstützung suchen, können sich melden. Da es sich um ein Angebot der Frühen Hilfen handele, sei das Programm allerdings nur für Familien mit Kindern bis zum vierten Geburtstag gedacht.

Bevor die Patinnen und Paten ihre Tätigkeiten bei den Familien aufnehmen, gibt es Kennenlerntreffen. Sowohl die Familie als auch die Ehrenamtler können entscheiden, ob sie sich öfter sehen möchten oder nicht. Auch zeitlich legen die Ehrenamtlichen ihre Regeln selbst fest: „Es ist ganz egal, ob jemand jeden Tag zu einer Familie gehen möchte oder alle zwei Wochen für zwei Stunden am Wochenende. Wir finden für jeden und jede eine Lösung“, sagt Ann Kristin van Balen.

„Wichtig ist auch, dass man sich nicht zu erzieherischen Maßnahmen oder Belehrungen berufen sieht“, sagt Rübsteck und van Balen pflichtet ihr bei. „Die Familien haben alle unterschiedliche religiöse und kulturelle Hintergründe, man muss das akzeptieren können“, betont die Koordinatorin.