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Kerpener Hilfsorganisation in Kamerun „Es eröffnet neue Perspektiven“

arbeitete drei Monate im Ausbildungszentrum der Deutschen Kamerun-Hilfe in in Yaoundé. (Foto: privat)

arbeitete drei Monate im Ausbildungszentrum der Deutschen Kamerun-Hilfe in in Yaoundé. (Foto: privat)

Kerpen/Yaoundé – Eindrücke gleichermaßen von Armut und Lebensfreude, Einblicke in andere Sitten, Arbeits- und Alltagsabläufe hat Isabella Anders gewonnen. Rund 4880 Kilometer weit weg von ihrem Zuhause stellte die Schreinermeisterin ihre Arbeitskraft und Erfahrung in die Dienste der Deutschen Kamerun-Hilfe, drei Monate lang half sie beim Ausbau der Ausbildungsstätten des eingetragenen Vereins in der Stadt Yaoundé in dem zentralafrikanischen Land.

„Nicht gerade luxuriös“ seien die Bedingungen in dem Haus der Hilfsorganisation, die vor Ort unter Assistance Germano Canerounaise firmiert: Dies stellte sie direkt bei ihrer Ankunft nach dem rund siebenstündigen Flug fest. Hin und wieder fielen Strom und Wasser aus, erzählt sie. Aber die Freundlichkeit der Menschen entschädige für die nicht perfekten Umstände, und zudem gelte zu beachten, dass alles durch Spendengelder aufgebaut worden sei.

In dem Haus, wo im Wesentlichen die Ausbildungsbetriebe Schreinerei und Näherei untergebracht sind, gab es für Isabella Anders genug zu tun. Teilweise sehr alte Maschinen – Sachspenden aus Deutschland – seien dort in Gebrauch, zwar einsatzbereit aber teilweise reparatur- oder wartungsbedürftig. Auch seien Griffe an Werkzeugen defekt gewesen oder hätten gefehlt, so dass sie und ihre afrikanischen Mitstreiter nach Abhilfe suchten. Einfach wie in Deutschland den Baumarkt aufzusuchen, war ausgeschlossen. Viele hierzulande einfache Besorgungen gerieten in dem afrikanischen Staat zu tagesfüllenden Ereignissen, so Isabella Anders’ Erfahrung. So musste sie improvisieren. „Dabei entstanden Einzelstücke, die in Deutschland unbezahlbar wären. “

Als Erstes war der Schreinermeisterin aufgefallen, dass die Organisation verbessert werden könnte. Werkzeuge und Hilfsmittel wie Nägel und Schrauben seien im oberen Stockwerk untergebracht. Vermutlich, sagt Anders, um Diebstählen vorzubeugen. Um die zeitraubenden Gänge ins Obergeschoss für derlei Kleinigkeiten zu vermeiden, fertigten sie und Einheimische einen abschließbaren Werkzeugkasten und -schrank an.

Später dann übernahmen Anders und ihre Mitarbeiter die Aufgabe, drei Gästezimmer und einen Aufenthaltsraum auszugestalten, die später Unterstützern und deutschen Handwerkern als Wohnstätten dienen sollen. Schränke und Möbel fertigten sie an, verkleideten Decken und Wände mit Holz. „Diese Arbeit machte insbesondere meinen kamerunischen Mitstreitern offenbar viel Spaß, da sie hier jeden Tag sehen konnten, wie unter ihren Händen Neues entstand“, schildert sie.

Wegen eines Todesfalls jedoch mussten sie jäh diese Arbeit unterbrechen und ihr Betätigungsfeld wechseln. Ein Familienmitglied eines Mitarbeiters der Kamerun-Hilfe war gestorben, und so galt es, rasch einen Sarg zu zimmern.

Eine besondere Beerdigung

Nach getaner Arbeit hatte Isabella Anders die Gelegenheit, der Beerdigung beizuwohnen. „Die Zeremonie wurde mit Trommeln, Gesang und Tanz begleitet – eine Erfahrung, die man nicht alle Tage hat“, schildert sie.

Alle Aufgaben habe sie leider nicht zu Ende bringen können, dafür sei die Zeit zu knapp gewesen. „Aber ich hoffe, dass ich meinen Anteil zum Aufbau des Schreinerausbildungsbetriebs leisten konnte“ – und damit einen Anteil daran hatte, Kamerunern dort eine Ausbildung für den Aufbau einer Existenz zu ermöglichen. Ein Fest ihr zu Ehren – „ein besonderes Erlebnis“, wie sie betont – beendete den mit Arbeit vollgepackten Aufenthalt. Isabella Anders kann jedem, der sich für Land und Leute interessiert, nur empfehlen, ihrem Beispiel zu folgen, und sei es nur für ein paar Wochen. „Es eröffnet neue Perspektiven – auch für ein Leben in Europa.“

www.deutsche-kamerun-hilfe.de