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Schenkung soll abgelehnt werdenDarum enttäuscht die Stadt Eltern und Schüler in Pulheim

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Ein Mann füllt seine Wasserflasche an einem öffentlichen Wasserspender.

Die Schülerschaft am Schulzentrum Brauweiler wünscht sich einen Wasserspender, der Förderverein würde ihn schenken, aber die Stadt lehnt das Vorhaben ab. (Symbolbild)

Die Fördervereine des Abtei-Gymnasiums Brauweiler und der Gesamtschule Pulheim wollen einen Wasserspender anschaffen, die Verwaltung lehnt dies ab.

Enttäuschung und Empörung herrscht aktuell bei Eltern und der Schülerschaft des Abtei-Gymnasiums Brauweiler und der Gesamtschule Pulheim: Die Stadtverwaltung plant, eine durch die Fördervereine der Schulen finanzierte Trinkwasseranlage im Schulzentrum Brauweiler abzulehnen. Dies geht aus der Vorlage für den Hauptausschuss am Dienstag, 7. Juli, hervor. Dort wird den Politikern empfohlen, die Schenkung nicht anzunehmen.

„Die geplante Ablehnung sendet aus unserer Sicht ein problematisches Signal“, ärgert sich der Vorsitzende des Fördervereins des Abtei-Gymnasiums, Markus Vecker. Eigeninitiative und Engagement von Eltern, Fördervereinen und Schülern würden nicht unterstützt, obwohl sie einen konkreten Mehrwert für die Schulgemeinschaft schaffen würden. Die ablehnende Haltung der Verwaltung sei nicht nachvollziehbar.

Pulheim: Wunsch nach kostenfreiem Zugang zu Trinkwasser für alle Schüler

Die Initiative für den Wasserspender sei ausdrücklich von den Schülerinnen und Schülern ausgegangen, so Vecker. Ihr Ziel sei es, allen Kindern und Jugendlichen den einfachen und kostenfreien Zugang zu Trinkwasser im Schulalltag zu ermöglichen – insbesondere auch denjenigen, die sich die vergleichsweise teuren Getränke in der Schulmensa nicht leisten könnten. Aktuell koste dort Wasser rund 1,50 Euro für 0,5 Liter.

Fördervereine wollen die Kosten für die Anschaffung und die Wartung vollständig übernehmen

Gemeinsam mit dem Förderverein der Gesamtschule habe sein Verein daher angeboten, sowohl die Anschaffung als auch die laufenden Wartungskosten vollständig zu tragen – die Stadt müsste lediglich die einmalige Installation übernehmen. Der Gesamtwert der Trinkwasseranlage beträgt laut Vorlage der Verwaltung rund 5400 Euro, die jährlichen Wartungskosten werden mit etwas über 1000 Euro angegeben. Für die Stadt fielen somit rund 1500 Euro einmalige Kosten für den technischen Anschluss durch das Immobilienmanagement an, die haushaltswirtschaftlich aber nicht zur Verfügung stünden, so die Verwaltung .

Die Stadt teilt den Ausschussmitgliedern mit: „Nach Prüfung des Vorhabens durch die Verwaltung ist die Anschaffung einer Tafelwasseranlage nicht notwendig, auch wenn die Annahme der Schenkung von den Schulen und den Schülerschaften gewünscht wird.“

Reinigungsaufwand wird als gering eingeschätzt

Die Argumente der Stadt: An den vorhandenen Zapfstellen in den Klassenzimmern, der Mensa oder den Vorräumen der WC-Anlagen sei bereits Trinkwasser in einwandfreier Qualität verfügbar. Diese entspreche den geltenden Standards und werde regelmäßig mit Wasserproben im Labor überprüft. Darüber hinaus würde der Betrieb eines Wasserspenders einen erhöhten Aufwand für die tägliche Reinigung durch die Hausmeister mit sich bringen. Auch unter dem Aspekt möglicher CO₂ Einsparungen (Patrone in dem Gerät) sollte von der Anschaffung der Tafelwasseranlage abgesehen werden, so die Stadt.

Vecker kontert: Die Nachfrage der Schülerinnen und Schüler zeige deutlich, dass der derzeitige Zugang zu Trinkwasser an den Wasserhähnen im Alltag nicht ausreichend praktikabel sei. Besonders kritisch würden die Fördervereine die Hygienesituation bewerten. Wiederholt hätten von den Schülerinnen und Schülern durchgeführte Tests eine erhöhte bakterielle Belastung insbesondere in den Toilettenanlagen festgestellt – teilweise auch kurz nach erfolgter Reinigung. „Vor diesem Hintergrund erscheint es widersprüchlich, zusätzliche kontrollierbare Lösungen abzulehnen und gleichzeitig auf bestehende Strukturen zu verweisen“, so der Vorsitzende des Fördervereins.

Zudem sei der Reinigungsaufwand als gering einzuschätzen, eine tägliche Reinigung sei unkompliziert möglich. In der Vorlage bestätigt dies die Verwaltung: „Den Fördervereinen wurde versichert, dass die tägliche Reinigung nach kurzer Einweisung mit geringem Zeitaufwand durch die Hausmeister erfolgen kann.“

BVP reagiert mit Unverständnis

Auch das Argument der CO₂-Belastung lässt Vecker nicht gelten: Das ausgewählte Gerät verfüge zwar technisch über eine Kohlensäurefunktion, deren Nutzung sei jedoch nicht vorgesehen. Somit entstehe auch kein zusätzlicher CO₂ -Verbrauch. Die beiden Fördervereine hoffen nun, dass „die politischen Entscheidungsträger diese Vorlage nochmals kritisch überprüfen.“

Die Wählergemeinschaft „Bürgerverein Pulheim (BVP)“ reagierte bereits „mit Unverständnis“ auf die Verwaltungsvorlage und wertete sie als „falsches Signal für Pulheims Schulen“. Allerdings scheint die Chance für den Wasserspender gering, denn die Stadt nutzt in der Vorlage auch das Argument, dass ein vergleichbares Angebot in der Vergangenheit bereits am Geschwister-Scholl-Gymnasium geprüft und ebenfalls abgelehnt worden sei.

Dies sieht der BVP als „besonders kritisch“ an: „Frühere Entscheidungen dürfen kein Maßstab für heutige sein. Jede Initiative verdient eine eigenständige Bewertung.“ Die beiden Schulleitungen konnten sich gestern aus terminlichen Gründen wegen interner Veranstaltungen auf Anfrage dieser Redaktion nicht äußern.