Abo

PlauderbankPulheimerinnen laden zum Plaudern auf die Bank ein

3 min
Zwei Frauen sitzen auf einer Bank, sie unterhalten sich.

Ehrenamtlerin Brigitte Wohlgemuth (l.) im Gespräch mit einer Frau auf der Plauderbank.

Inzwischen gibt es drei Orte im Stadtgebiet, an denen Bürgerinnen und Bürger mit einer der Ehrenamtlerinnen das Gespräch suchen können.

Zielstrebig geht eine Frau auf eine Bank auf dem Guidelplatz in Pulheim-Brauweiler zu. Das kleine Schild mit der Aufschrift „Plauderbank“ hat sie angelockt. „Ich habe in der Zeitung von der Aktion gelesen und möchte die Gelegenheit nutzen, ein wenig mit der Damen zu plaudern.“ So neugierig wie die Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte, sind nur wenige.

Einige zögern, weil sie nicht recht wissen, was von dem Hinweis zu halten ist. Sie gehen weiter statt auf der Bank Platz zu nehmen und sich zwanglos mit einer Ehrenamtlerin der gleichnamigen Initiative zu unterhalten. „Egal, ob man zu Hause noch einen Partner oder Familie hat oder ob man alleine lebt und deshalb dankbar ist für jedes Gespräch, Reden und ein freundliches Lächeln tun einfach gut“, so Sabine Frömel, Engagementförderin der Pastoralen Einheit Pulheim und eine der Initiatorinnen des Projektes.

Pulheim: Neuer Name

Vor zwei Monaten ist das Projekt auf einer der Bänke auf dem Guidelplatz gestartet. In der Anfangszeit waren die Ehrenamtlerinnen an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Zeit vor Ort. An einigen Tagen hätten mehrere Menschen das Gespräch gesucht, an anderen Tagen niemand, so Sabine Frömel. „Vielleicht war auch der Name noch nicht ganz verständlich. ‚Zuhören draussen‘ war vielleicht nicht einladend genug.“ Daher heiße die Initiative nun „Plauderbank“, das klinge irgendwie einladender.

Inzwischen gibt es drei Orte im Stadtgebiet, an denen Bürgerinnen und Bürger mit einer der Ehrenamtlerinnen das Gespräch suchen können. Zu festen Zeiten. Donnerstags warten sie von 10 bis 11.30 Uhr sowie freitags von 15 bis 16.30 Uhr auf dem Guidelplatz auf Menschen, die sich austauschen möchten.

Wir hören einfach gerne zu und möchten dazu beitragen, dass wir in der Gesellschaft wieder mehr miteinander reden
Anne Leudts, eine der Initiatorinnen der Plauderbank

Freitags, während des Wochenmarktes in der Innenstadt, steht das Plauderbank-Schild von 10 bis 13 Uhr auf der Bank vor der Barbara-Apotheke. Samstags von 10 bis 11.30 Uhr hat eine Gesprächspartnerin in der Stadtbücherei an der Steinstraße 15 ein offenes Ohr. Da die Stadtbücherei wegen einer Systemumstellung geschlossen bleibt, besteht zuletzt am Samstag (8. August) die Gelegenheit zu plaudern und dann erst wieder am 5. und 19. September.

Bis auf Weiteres weist ein kleines Schild auf die Initiative hin. „Wir möchten so gerne, dass die Bank als Plauderbank erkannt wird, sprechen auch noch mit der Stadt darüber, denn sie unterstützt das Projekt ja“, verrät Sabine Frömel. Gedacht ist an Plauderbank-Plaketten an „ihren“ Bänken.

Die Motivation der Initiative umschreibt Anne Leudts, eine weitere Initiatorin des Projektes, so: „Wir hören einfach gerne zu und möchten dazu beitragen, dass wir in der Gesellschaft wieder mehr miteinander reden. Dabei ist es egal, ob man einer Meinung ist oder andere Standpunkte hat. Wichtig ist doch erst einmal das Gespräch und das Interesse am Gegenüber“, so Anne Leudts, eine weitere Initiatorin des Projektes.

Die Termine für die Gespräche auf der Plauderbank werden im Veranstaltungskalender auf der Homepage der Stadt Pulheim, Stichwort Plauderbank, sowie in der Presse veröffentlicht. Demnächst verteilt die Initiative Flyer. Wer die Initiative ehrenamtlich als Gesprächspartnerin/Gesprächspartner unterstützen möchte, sollte sich per E-Mail melden.