Der gleichermaßen rührige wie schillernde Franke hat im Rheinland vielerorts seine Spuren hinterlassen. Sein Tod sorgt für Fassungslosigkeit.
Mit 61 Jahren gestorbenTrauer um Pulheimer Karnevalslegende Harald Müller

Harald Müller hat den Pulheimer und Kölner Karneval über viele Jahrzehnte geprägt.
Copyright: KG Pulheimer Löschgrenadiere Blau-Rot von 2019
Harald Müller ist tot. Wie mehreren Nachrufen in sozialen Netzwerken zu entnehmen ist, ist der gebürtige Franke am Sonntag kurz nach seinem 61. Geburtstag gestorben. Das Portal koeln0221.de berichtet, er sei in seinem Restaurant „Wirtshaus am Markt“ in Pulheim leblos aufgefunden worden, offenbar hatte er einen Herzinfarkt erlitten.
Der 1.FC Nürnberg-Anhänger war eine bekannte Größe im Kölner und Pulheimer Karneval. Als Ex-„Hausmeister“ des Kölner Rotlichttempels „Pascha“ mischte er in Verantwortung des damaligen Vereins „Pascha für Menschen in Not e.V.“ die Karnevalsszene gehörig auf. Bundesweit sorgte er 2012/2013 als Prinz Harald I. der Pulheimer Karnevalsgesellschaft (KG) „Ahl Häre“ für Aufsehen. Einen Auftritt mit Gefolge im „Pascha“ kritisierte die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer scharf.
Die ganze Karnevalsfamilie trauert um einen besonderen Menschen und guten Freund
Seine KG, die „Ahl Häre“, zeigt sich in einem Facebook-Post tief betroffen: „Mit großer Bestürzung haben wir am heutigen Tage die Nachricht über den plötzlichen Tod unseres Vereinsmitglieds, dem Wirt unserer Hofburg, ehemaligen Senatspräsidenten und Ex-Prinzen Harald Müller erhalten. In den letzten 16 Jahren hat uns viel miteinander verbunden. Wir sind dankbar, Harald in unseren Reihen gehabt zu haben. Unsere Gedanken sind bei seiner Lebensgefährtin Bianca, seinem Sohn Florian und der gesamten Familie.“ In der kommenden Session sollte Harald Müller erneut Pulheimer Prinz werden.
Fassungslosigkeit auch bei der 1. KG Straßenbahnsitzung: Wir sind alle völlig geschockt und in tiefer Trauer. „Harald Müller war nicht nur unser Kamerad, er war auch Familienvater, guter Freund und Wirt mit Herzblut. Von Beginn an war er Gründungsmitglied unserer Gesellschaft, ein großer Unterstützer und ein enger Freund. Die ganze Karnevalsfamilie trauert um einen besonderen Menschen und guten Freund. Wir wünschen seiner Familie im Namen des Vorstands und all seiner Kameraden unserer Gesellschaft unser aufrichtiges und tief empfundenes Beileid und viel Kraft in dieser schweren Zeit.“
Harald, du wirst uns unendlich fehlen! Wir gedenken mit einem stillen Alaaf!
Ähnlich äußert sich die KG Pulheimer Löschgrenadiere Blau-Rot von 2019: „Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem Literaten und Freund Harald Müller. Noch vor wenigen Tagen durfte er seinen 61. Geburtstag feiern und blickte voller Vorfreude auf die kommende Session, in der er als Pulheimer Prinz in der Jubiläumssession der KG Ahl Häre proklamiert werden sollte.“ Müller sei weit mehr als ein Vereinskamerad gewesen – „er war ein Freund und ein fester Bestandteil unserer Karnevalsfamilie. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Partnerin Bianca, seinem Sohn Florian sowie allen Angehörigen. Harald, du wirst uns unendlich fehlen! Wir gedenken mit einem stillen Alaaf!“
Auch Wolfgang Lutter von der Kölschagentur kannte Harald Müller gut. Der Verstorbene sei ein Möglichmacher, Ideengeber und Antreiber gewesen. Einer, der nicht lange geredet, sondern einfach gemacht habe. „Durch ihn und mit ihm durften wir Dinge erleben, die man nicht vergisst: ein Konzert der Big Maggas im Pascha, großartige Damen- und Herrenkarnevalssitzungen – voller Leben, voller Herz, genau so, wie Harald es geliebt hat,“ heißt es auf der Facebook-Seite der Agentur.
Harald Müller war anderen immer einen Schritt voraus
Als engagierter Literat der Pulheimer Löschgrenadiere habe Müller den Karneval mitgestaltet, geprägt und mit Leben gefüllt. Auch als Wirt vom Wirtshaus sei er weit mehr als nur Gastgeber gewesen. Er war „Treffpunkt, Zuhörer und oft einfach der gute Geist des Hauses. Mit Herz, mit Humor, mit einem Gespür für Menschen und für das, was zusammenbringt. Immer mit einer neuen Idee im Kopf – und oft schon einen Schritt weiter als alle anderen.“
