Christiane und Werner Lenz begegneten sich ganz zufällig nahe Antwerpen. Es war für die jungen Leute Liebe auf den ersten Blick.
DiamanthochzeitJubilare aus Pulheim verdanken einem Umweg ihr Liebesglück

60 Jahre Eheglück - Christiane und Werner Lenz feiern Diamanthochzeit.
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Manchmal führt auch der falsche Weg zum Ziel. Hätte sich Werner Lenz 1964 mit seinem ziemlich angerosteten Fiat 600 auf dem Weg an die niederländische Küste nicht gründlich verfahren, wäre er der Liebe seines Lebens wohl nie begegnet. „Ich bin dem Schicksal und meiner fehlenden Orientierung heute noch dankbar“, sagt er lachend und strahlt seine Ehefrau Christiane an. Heute feiert das Paar diamantene Hochzeit.
Pulheim: Glückliche Fügung
Statt an der niederländischen Nordsee landete er damals mitten in Belgien. Und erinnerte sich an die nette Gastfamilie in Mol bei Antwerpen, die ihn als kleines Flüchtlingskind aus Brünn in den Ferien einst aufgepäppelt hatte. Werner Lenz beschloss, die Familie spontan zu besuchen.
Eine glückliche Fügung, denn plötzlich stand die junge Christiane in Pfadfinderuniform vor ihm. „Es funkte sofort“, verrät Werner Lenz (82). „Nicht nur wegen der schmucken Pfadfinderuniform, alles an ihr hat mir auf Anhieb gut gefallen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie wurde zu meinem Anker und ist es bis heute geblieben.“
Das war abenteuerlich, aber mit 21 macht man solchen Sachen
Der jungen Belgierin ging es ebenso und so kam es, dass Werner Lenz fortan alle zwei Wochen mit Vollgas nach Belgien düste. Um ihr näher zu sein, versuchte der Speditionskaufmann, eine Anstellung bei Ford im belgischen Genk zu bekommen. Es klappte allerdings „nur" bei Ford in Köln. „Also beschloss ich, zu ihm zu ziehen“, erinnert sich Christiane Lenz (80). „Das war abenteuerlich, aber mit 21 macht man solchen Sachen.“
Vorher heirateten die beiden am 30. Juli 1966 im belgischen Oud-Turnhout. „Ausgerechnet am Tag des Fußballdramas im Wembley-Stadion“, erinnert sich Werner Lenz. Heute feiern die Jubilare diamantene Hochzeit, 60 glückliche und spannende Jahre. „Langweilig war uns nie“, verrät die Ehefrau.

Das Paar gab sich am 30. Juli 1966 im belgischen Oud-Turnhout das Jawort. (Repro)
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Die gelernte Erzieherin lebte sich schnell ein und fand eine Anstellung in Köln. 1967 kam Tochter Christine zur Welt, vier Jahre später Martina und 1981 folgte Sohn Marius. Heute gehören auch die Enkelinnen Lara, Alisa und Yona zur Familie. 1973 zog die Familie in ein Eigenheim mit großem Garten nach Pulheim, wo sie auch heute noch lebt.
Werner Lenz blieb zwölf Jahre lang im Logistik-Bereich bei Ford, wechselte später in den Anlagenbau und blieb schließlich bis zur Pensionierung bei der Bezirksregierung Köln in der Prüfung und Projektverwaltung. Die Ehefrau war über 30 Jahre Leiterin des Caritas-Kindergartens in Pulheim. „Das war ein großer Teil meines Lebens und hat mir riesigen Spaß gemacht“, erklärt sie begeistert.
Sie setzte auch die Idee in die Tat um, mit einer Gruppe von über 100 Leuten am Veilchendienstagszug in Pulheim teilzunehmen. Heute ist Christiane Lenz ehrenamtlich unter anderem beim Babybegrüßungsdienst der Stadt und im Caritas-Seniorenzentrum aktiv. Der Ehemann war viele Jahre beim PSC, spielte Tennis und nahm erfolgreich an Volksläufen teil. Mit der Familie ging es oft nach „Bella Italia“ oder zum Wandern in die Eifel oder an den Rhein.
„Wir können uns prima an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen“, verrät Christiane Lenz. „Unser größtes Hobby ist allerdings die Familie.“ Und was ist das Geheimnis ihrer 60-jährigen glücklichen Ehe? „Immer konnten wir uns aufeinander verlassen, wir haben uns gegenseitig unterstützt“, sagt die Ehefrau. Und Werner Lenz ergänzt: „Wir haben uns Freiräume gelassen, sind zusammengewachsen auf unserem gemeinsamen Weg und unsere große Liebe ist geblieben.“
