Maggie HürterKunstvolle Kalorienbomben Pulheimerin kreiert außerordentliche Kuchen

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Pulheim – „Ist das Kunst oder kann man das essen?“ wird Maggie Hürter immer wieder gefragt. „Beides“, sagt sie dann mit einem Augenzwinkern, aber durchaus stolz.

Tatsächlich mag man ihre Kunstwerke kaum zerstören, indem man sie anschneidet, aber da muss der Genießer dann durch. Meist durch einen Guss aus Marzipan oder Zucker, bis hin zum saftigen Schoko-Chili, Bourbon-Vanille- oder Karotte-Nusskuchen im Inneren mit Butter- oder Himbeercreme.

Und genauso duftet es in ihrer Backwerkstatt im Hobbyraum ihres Pulheimer Hauses, die optisch zwar an ein Künstleratelier erinnert, aber bei näherer Betrachtung ein wahres Paradies für Feinschmecker ist.

Selbst gemachte Rosen aus Esspapier, winzige Marienkäfer, Schmetterlinge und Häschen aus Marzipan – Maggies Zutaten für ihre diesjährige Osterkollektion.

Dabei ist es eher Zufall, dass sie jetzt hier steht und Ostertorten verziert. Maggie ist Mexikanerin, hat nach einer Ausbildung zur Konditorin Jura studiert und kam der Liebe wegen 1998 nach Pulheim.

Maggie Hürters Kuchen sind kleine Kunstwerke.

Nach der Geburt ihrer beiden Kinder war es vorbei mit der Karriere als Rechtsanwältin. „Ich habe dann angefangen, für Kindergeburtstage im Freundeskreis Kuchen zu backen und je nach Hobby des Geburtstagskindes zu verzieren. Prinzessin Lillifee? Kein Problem? Ein Fußball? Eine Cinderella-Kutsche? Auch nicht.

Immer ausgefallenere Wünsche

Die Wünsche wurden immer ausgefallener. „Für meinen Sohn habe ich mal zum Geburtstag ein Bierfass gebacken.“ Null Prozent Alkohol, über die Kalorien denkt man am besten gar nicht nach.

Maggie Hürther kam immer mehr auf den Geschmack. Sie belegte Konditoren-Kurse fast überall auf der Welt: In Australien, auf den Philippinen, in den USA. „In den Niederlanden habe ich die Verarbeitung mit Blattgold gelernt und auch, wie man Blumen aus Esspapier faltet“ erinnert sie sich.

Seitdem ist ihrer Torten-Fantasie kaum eine Grenze gesetzt. „Für eine Zahnarztpraxis habe ich mal einen Zahn gebacken, mit weißem Zuckerguss.“ Ein Vogelkäfig war dabei, ein Koffer und natürlich die Hochzeitstorte in allen Formen, Variationen und Größen.

Dafür sahnte Maggie Hürter auch schon Preise ab: Bei einem internationalen Tortenwettbewerb in Köln gewann sie in der Kategorie „Zuckerblumen“ die Silber- und in der Kategorie „Hochzeitstorte“ die Bronzemedaille.

Seitdem ist die Tortenbäckerei ihr Nebenerwerb. Und dafür steht Maggie Hürter auch schon mal stundenlang in ihrer Backstube und tüftelt an ihren Tortenkunstwerken. Mit der Verzierung einer aufwendigen Hochzeitstorte bin ich locker zwei bis drei Tage beschäftigt“, erklärt sie.

„Die Kuchen mache ich natürlich immer ganz frisch.“ Immer mit frischen Bio-Zutaten, viel Liebe zum Detail und einer Engelsgeduld. „Dabei“ und da hält es ganz mit dem Künstler Joseph Beuys „ kann das eigentlich jeder. Jeder ist ein Tortenkünstler.“ Man nehme ganz viel Geduld, eine Prise Kreativität, gute Zutaten und Zuckerguss-Belag aus dem Supermarkt, den der Tortenkenner „Fondant“ nennt.

Maggie Hürter jedenfalls freut sich am meisten über die glänzenden Augen der Kunden, wenn sie ihre Kunstwerke enthüllt und deren Mut, sie trotzdem beherzt anzuschneiden und aufzuessen.

info@maggieskuchen.de

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