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Quecksilber-UnfallEin Experiment geht schief

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Die Feuerwehr evakuierte sofort die betroffenen Räume und beseitigte das ausgetretene Quecksilber.

Pulheim – Es sollte eigentlich nur um Dichte und Schwere gehen. Eine Physikstunde verlief am Donnerstagmittag etwas anders, als sich das Lehrer William Collins vorgestellt hatte. Er wollte den Schülern der Klasse 8f am Geschwister-Scholl-Gymnasium ursprünglich nur demonstrieren, welche Auswirkungen das außergewöhnlich hohe spezifische Gewicht von Quecksilber hat, das 13,6 mal dichter ist als Wasser. Dazu reichte er einem Schüler einen Kunststoffbehälter mit 250 Millilitern Quecksilber. Der hatte mit dem hohen Gewicht des Behälters wohl nicht gerechnet und ließ ihn fallen. Dabei platzte das Gefäß an der Naht auf und das chemische Element, das bei Zimmertemperatur giftige Dämpfe freisetzt, ergoss sich auf den Klassenraum-Fußboden.

Collins schickte die Schüler sofort aus dem Raum, öffnete zum Lüften die Fenster und alarmierte die Feuerwehr. Die löste stadtweiten Alarm aus und rückte mit 44 Einsatzkräften an. Der betroffene Gebäudebereich wurde gesperrt, während der Unterricht in den übrigen Räumen normal weiterlief, und Gefahrgutspezialisten der Kerpener Feuerwehr sammelten unter Atemschutz das in kleinen Kügelchen auf dem Boden verteilte Quecksilber mit einem Kehrblech und einem Handfeger ein, um es fachgerecht entsorgen zu lassen. Einige Spritzer hatten bei dem Unfall, bei dem niemand verletzt wurde, die Jacke eines Schülers und die Schuhe eines weiteren Schülers abbekommen. Die betroffenen Kleidungsstücke mussten ebenfalls entsorgt und vernichtet werden.

Nach Einsatzende konnten die Schüler ihre Jacken und Schultaschen aus dem Klassenraum herausholen. Anschließend wurde der Raum vorsorglich gesperrt, damit sich mögliche geringe Restmengen verflüchtigen konnten, ohne jemanden zu schädigen. In seiner 33-jährigen Lehrertätigkeit sei ihm so etwas noch nie passiert, versicherte William Collins nach dem Unfall. "Im Nachhinein war es vielleicht ein wenig leichtsinnig, so sorglos mit einem Gefahrstoff umzugehen", fügte er selbstkritisch hinzu. Ein solches Experiment werde er sicher nicht mehr machen.