- Seit 1999 hilft der Verein Rainbow Children Kindern in Südafrika.
- Gegründet wurde der Verein vom Arzt Bruno Pauly. Er stammt aus Ahrem und erklärt den Erfolg von Rainbow Children.
- Was der Verein mit dem Geld aus Projekten unterstützt und wieso es einmal einen großen Rückschlag gab.
Erftstadt-Ahrem – Mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Johann Baptist begannen die Feierlichkeiten der Mitglieder des Ahremer Vereins „Rainbow Children“ zu ihrem 20-jährigen Bestehen. Pastor Hans-Peter Kippels, der die Messe zelebrierte, ging in seiner Predigt auf die Arbeit des Vereins ein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, sozial benachteiligten Kindern in Südafrika zu helfen, sie zu fördern und ihnen die Möglichkeit zum Schulbesuch und zur Weiterbildung zu geben.
Glücklich machte es die 17 aktiven Mitglieder des Vereins, dass der Initiator der seit zwei Jahrzehnten währenden Hilfen, der aus dem Ort stammende Arzt Bruno Pauly, zur Feier in seine Heimat gekommen war. Er konnte also davon berichten, wie die Projekte derzeit laufen. Musikalisch umrahmt wurde sein Vortrag unter anderem vom Chor „Blue Note“ aus dem norddeutschen Leer, in dem die ebenfalls aus Ahrem stammende Wiltrud Meinen mitsingt. Sie hatte ihre Mitstreiter kurzerhand zum Gastspiel ins Rheinland mitgebracht.
620.000 Euro für Projekte in Südafrika
Der Liebe wegen ging Bruno Pauly 1996 nach Südafrika. Da er anfangs keine Arbeitserlaubnis erhielt, kümmerte er sich kurzerhand um die in den Vorstädten der Großstadt Johannesburg lebenden benachteiligten Kinder. 1999 wurde dann der Hilfsverein „Rainbow Children“ gegründet.
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In seiner Heimat fand er auch außerhalb seiner Familie Unterstützer. Seither sorgen er und seine Mitstreiter mit vielen Aktionen für Geld, das in Südafrika „gewinnbringend“ eingesetzt wird – ein „Gewinn“, der mit Geld nicht zu aufzuwiegen ist. Gesagt werden kann aber, was zwischen 1999 und 2018 an Spenden zusammenkam: Rund 620.000 Euro konnten für die Projekte nach Südafrika fließen.
Dafür werden in den Sommermonaten Kirschen und Sonnenblumen verkauft, beim Citylauf steht der Waffelstand und auf dem Weihnachtsmarkt in Konradsheim ist der Verein auch stets vertreten. „Wir bekommen auch viele Spenden, die bei Geburtstagen, Jubiläen oder auch bei Trauerfeiern für uns gesammelt wurden“, erklärt die Stellvertretende Vorsitzende Rita Schreiber.
Einmal wurden alle Computer gestohlen
Rund 500 Kinder aus Slums werden betreut. Sie kommen morgens in die Kita oder in die Schule, erhalten dort ihr Essen, und medizinische Betreuung, können lernen und spielen. Unter dem Motto „Leben in Würde ermöglichen, Perspektiven schaffen und Zukunft geben“ stehen die Projekte, die der Verein unterstützt.
Über viele tolle Lebensläufe und positive Schicksale kann Bruno Pauly berichten, aber auch über negative Erfahrungen und Rückschläge – menschlich und materiell –, wenn beispielsweise über Nacht der gesamte Computerbestand der Schule gestohlen wird.
Bruno Pauly, der mit seiner südafrikanischen Frau und zwei Kindern in Johannesburg lebt, kommt zweimal im Jahr in seine alte Heimat Erftstadt.
Fragen an Bruno Pauly: „Erfolge beweisen Nachhaltigkeit“

Bruno Pauly
Copyright: Wolfgang Mrziglod
1999 wurde der Hilfsverein „Rainbow Children“ gegründet. Mit dem im Südafrika lebenden Initiator und Arzt Bruno Pauly, der aus Ahrem stammt, sprach Wolfgang Mrziglod.
Seit zwei Jahrzehnten kümmern Sie sich um benachteiligte Kinder. Wie nachhaltig ist das Projekt?
Wir können schon Erfolge aufweisen. Die Kinder, die von morgens bis in den Nachmittag bei uns sind, bekommen bei uns nicht nur eine schulische Ausbildung. Wir kümmern uns auch um Hygiene, Ernährung und betreuen sie medizinisch.
Was passiert nach der dritten Klasse, wenn die Kinder Sie verlassen?
Soweit es möglich ist, fördern wir sie weiter. Mit Stolz können wir darauf verweisen, dass es 2014 die ersten Abiturienten gab, die bei uns ihre Grundkenntnisse erlangten.
Wie weit geht die Unterstützung?
Wir bieten auch Stipendien für das Studium an und können heute schon auf Rechtsanwälte, Ingenieure, Speditionskaufleute und Lehrer verweisen, die einst bei uns angefangen haben.
Arbeiten Sie inzwischen wieder als Arzt?
Ja, 2002 habe ich in einem Lehrkrankenhaus angefangen. Aus der Beschäftigungstherapie „Rainbow Children“ in der Anfangszeit ist inzwischen ein arbeitsintensives Hobby geworden.


