Abo

Kritik von DenkmalschützernBaupläne im Wohngebiet Schwadorf werden angepasst

2 min

Für die möglichen Bauten am nördlichen Ortsrand von Schwadorf wird ein neuer Plan erarbeitet.

Brühl-Schwadorf – Am nördlichen Schwadorfer Ortsrand vor Strauchshof und Wasserschloss Schallenburg wird nicht wie bislang beabsichtigt gebaut. Im Rahmen der Offenlage des Bebauungsplans habe es zahlreiche Stellungnahmen gegeben, teilte die Verwaltung mit, eine vertiefte Prüfung sei nötig. Bürger und Institutionen, darunter mit dem „International Council on Monuments and Sites“ jene Organisation, die die Unesco beim Schutz des Weltkulturerbes berät, äußerten Bedenken.

Im Mittelpunkt steht die Sorge um die historischen Sichtbeziehungen zwischen dem als Unesco-Weltkulturerbe eingetragenen Schloss Augustusburg und Schwadorf. Das Areal zwischen Schloss und Schallenburg gilt als einstiges Herrschafts- und Jagdgebiet des Kurfürsten und stellt nach Ansicht der Denkmalschützer eine bewahrenswerte Kulturlandschaft dar.

Mehrheitsbündnis im Rat votiert für Abwandlung der Baupläne

Der bislang geplante Bau von teils viergeschossigen Mehrfamilien-, Doppel- und Einzelhäusern sowie eines Altenpflegeheims mit 80 Betten im Dreieck zwischen den Gärten der Häuser an der Lindenstraße und dem Weg „An der Schallenburg“ ist damit unwahrscheinlich. Zumal auch das schwarz-grüne Mehrheitsbündnis im Rat für eine Abwandlung der Pläne votiert.

Nach Gesprächen mit Anwohnern präferiere man nun den Verzicht auf das Pflegeheim, sagte CDU-Fraktionschef Holger Köllejan. Stattdessen soll eine abgespeckte Bebauung mit weniger hohen Häusern Wohnraum und der Schwadorfer Kita Rasselbande die benötigte größere Bleibe sichern. Zudem hält Schwarz-Grün dort seniorengerechtes Wohnen mit Betreuung für sinnvoll.

Das könnte Sie auch interessieren:

„80-Personen-Pflegeheime sind nach den Corona-Erfahrungen ohnehin nicht mehr zeitgemäß. Es gibt alternative Konzepte mit Wohngemeinschaften“, erklärte Grünen-Fraktionschef Johannes Bortlisz-Dickhoff. Thea Brämer (FDP) und Marcus Venghaus (SPD) halten zusätzliche Pflegebetten nach wie vor für nötig. Letzterer regte zudem an, eine direkte Anbindung des Baugebiets an die Bonnstraße zu prüfen, um den Bewohnern des Schwadorfer Ortskerns zusätzlichen Verkehr zu ersparen.

Gegen eine ergebnisoffene Überarbeitung des Bebauungsplans regte sich aber kein Widerspruch. Bürgermeister Dieter Freytag kündigte daraufhin an, das Gespräch mit dem Investor zu suchen. Intensiv geprüft werden zuvor die Belange des Denkmalschutzes.