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RheinSelbst für gute Schwimmer sehr gefährlich

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Eine Abkühlung bei sommerlicher Hitze lockt ins Wasser – doch Planschen und Schwimmen im Rhein ist wegen der Strömung und der Schifffahrt sehr gefährlich. (Foto: Klose)

Wesseling – Erst am Sonntag ist ein zwölfjähriger Junge im Rhein ertrunken. Seit Montagabend suchen Rettungskräfte, Polizei und Feuerwehr einen 22-jährigen Briten, der ebenfalls im Rhein schwimmen war und nicht mehr ans Ufer zurückkam. Laut Wasserschutzpolizei habe man gestern die Suche nach ihm bis Düsseldorf ausgedehnt.

„Das Schwimmen im Rhein ist sehr gefährlich“, sagt Andreas Schneider, Einsatzleiter der Deutschen-Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) vom Ortsverband Wesseling. Unterschätzt würde oft die enorme Sogwirkung der Schiffe. „Sie ziehen das Wasser regelrecht vom Ufer weg“, erklärt er die Gefahr. Kinder könnten dabei sehr leicht in die Strömung gezogen werden. Dies erklären die Wesselinger Wasserretter auch den Strandbesuchern, die sich im Bereich der großen Wiese am Wesselinger Rheinufer im Strom abkühlen.

Mit ihrem Rettungsboot fahren Schneider und sein Team an den Wochenenden zwischen Sürth und Hersel häufig Patrouille. Denn von Mai bis Ende September ist die DLRG-Wasserrettungsstation im Rheinpark an den Wochenenden und allen Feiertagen tagsüber zwischen 10 und 18 Uhr besetzt. „In diesem Jahr haben wir aber hier im Bereich noch keinen Badeunfall gehabt“, sagt er. Trotzdem findet er es oft erschreckend, wie weit einzelne Eltern ihre Kinder in den Rhein lassen.

Auch die Feuerwehr der Stadt bestätigt, dass es in diesem Jahr noch keinen Badeunfall am Rhein in Wesseling gegeben habe. Gleichwohl sei das Rettungsboot der Feuerwehr Tag und Nacht einsatzbereit. „Wir können nach dem Notruf binnen zwei Minuten vor Ort sein“, so Peter Adolf. „Allerdings raten wir generell vom Schwimmen im Rhein ab, es ist einfach zu gefährlich“, ergänzt der Stadtsprecher. Ausgeschildert sei das Badeverbot zwar nicht. Doch seien die Mitarbeiter vom Ordnungsamt und Serviceteam instruiert, die „Rheinschwimmer“ auf die Gefahren hinzuweisen.

Und das kann Jenny Faßbender nur bestätigen. „Richtig schwimmen ist hier sogar verboten“, weiß sie. Mitarbeiter des Ordnungsamts hätten sie bereits darauf hingewiesen. Aber zum Abkühlen, glaubt sie, sei ein Fußbad im Rhein sicherlich in Ordnung. Ihre beiden Kinder dürften ja deswegen auch allerhöchstens bis zum Bauch ins Wasser. „Wir haben die Kinder immer im Auge“, sagt auch Christine Breuer, die mit ihren Kindern und Enkelkindern ebenfalls gerne am Wesselinger Sandstrand im Schatten unter den Pappeln verweilt. Und strikt würden sich auch die Kinder an die Auflage halten, nur mit den Füßen ins Wasser zu gehen und nur, um sich ein bisschen zu erfrischen.

Tatsächlich ist das Schwimmen im Rhein im gesamten Uferbereich in Wesseling verboten. „Das offizielle Badeverbot beginnt oberhalb des Hafens der Shell-Raffinerie bei Rheinkilometer 667,9 und geht bis hinter den Godorfer Hafen bis zu Rheinkilometer 672,3“, sagt Polizeihauptkommissar Helmut Zinnen von der Wasserschutzpolizei in Bonn. Er spricht von der „Reede Wesseling“ . „Hier sind offizielle Hafeneinfahrten und Ankerplätze ausgewiesen“, erklärt er.

Aber man könne ja nicht alles immer nur verbieten, sagt Ramon van Maat, Sprecher der Wasserschutzpolizei. „Der Rhein ist eine Schifffahrtsstraße und kein Planschbecken“, stellt er klar. Man sollte sich deswegen der Gefahr jederzeit bewusst sein. Insbesondere der niedrige Wasserstand des Rheins würde zurzeit die Sogwirkung der Schiffe sogar noch verstärken. Mit enormer Kraft würde das Wasser dabei vom Ufer gesaugt. „Und es zieht auch Personen einfach mit“, erklärt er. Wer nicht schwimmen könnte, der sei dann verloren, aber auch Schwimmer könnten so in Not geraten. „Der Rhein hat eine Fließgeschwindigkeit von drei bis zu acht Kilometer die Stunde“, erläutert van Maat. Einmal in die Strömung geraten, rät er, sich einfach mittreiben zu lassen und langsam Richtung Ufer schwimmen. „Auf gar keinen Fall sollte man versuchen, im Rhein gegen die Strömung zurückzuschwimmen“, sagt er.