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Schäfer Peter SchwarzSchafstall nach Brand wieder aufgebaut

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Schäfer Peter Schwarz hütet mit Hund Johnny seine Schafherde, die sich die Kohlblätter schmecken lässt.  (Fotos: Fratz (2), Rosenbaum)

Bergheim – Strahlende Spätherbstsonne im üblicherweise grauen November, reichlich Futter für die Schafe. Eigentlich könnte Schäfer Peter Schwarz zufrieden sein – wieder zufrieden sein. Im Februar war sein Schafstall in Niederaußem niedergebrannt. Inzwischen ist der Stall wieder aufgebaut und die zurzeit 30 trächtigen Schafe können zum Lammen bald in der warmen Halle untergebracht werden. Dennoch zieht Schwarz die Stirn kraus, sieht er doch seinen ohnehin selten gewordenen Berufsstand gefährdet. Der gelernte Schäfer hat den Beruf vom Vater übernommen. Da man davon nach seinen Angaben aber nicht leben kann, hat der Meister im Niederaußemer Gewerbegebiet eine Schlosserei eröffnet. Nach deren Schließung hat er die Schäferei Anfang des Jahrtausends wieder aufgenommen. „Ich liebe die Tiere und kann in der Natur sein“, begründet er die Rückkehr in den alten Beruf.

Dabei wollte er nach dem Feuer unter dem Eindruck der toten Tiere und der verkohlten Halle fast schon aufgeben. Dutzende Schafe, 16 neugeborene Lämmer und sein treuer Hund Jack waren im Stall erstickt, als die 100 Quadratmeter große Halle auf seinem „Petershof“ niedergebrannt war. Die Feuerwehr konnte die Tiere damals trotz beherzten Zugriffs nicht mehr retten.

Mit seinen rund 130 verbliebenen Schafen, darunter ein schwarzes („Ein schwarzes Schaf gibt es in jeder Familie, also auch in meiner Herde“) und zwei Böcken machte er aber weiter.

Die Arbeit ist jedoch beschwerlich, wie Schwarz klagt. Nicht nur, weil in einer der vergangenen Nächte ein unbeaufsichtigter Hund die Herde aufgebracht und in Richtung Glesch getrieben hatte. Auch die Arbeitsweise der Landwirte macht ihm zu schaffen.

Zwar finden seine Tiere auf einem abgeernteten Weiß- und Rotkohlfeld reichlich Blattwerk. „Das mögen die lieber als den Kohlkopf, der schwerer zu beißen ist“, sagt Schwarz. Aber viel Zeit, sich daran zu sättigen haben sie nicht. „Der Bauer will morgen pflügen und den Acker für das Wintergetreide vorbereiten. Die haben heute alle keine Zeit mehr.“ Dabei hätten die liegen gebliebenen Kohlblätter noch für einen weiteren Tag Nahrung geboten.

Dennoch hat Schwarz auch für die nächsten Tage noch Weideplätze für seine Tiere gefunden. Gestern zog er auf einen Acker zwischen Glesch und Paffendorf weiter. Und in wenigen Wochen werden die trächtigen Schafe im wieder aufgebauten Stall auf Nachwuchs warten.

Die übrigen Tiere bleiben dagegen den ganzen Winter über in der Natur, solange es nicht mehr als einen halben Meter Schnee gibt.

Bis zum Jahresende hat Schwarz bereits Weideflächen gefunden. Die Landwirte, die Gründünger, wie Senf oder Ölrettich zur Aufbesserung des Bodens vor Rüben und Kartoffeln angebaut haben, erlauben ihm, seine Herde grasen zu lassen. Bis zu einem halben Meter Schnee wolle er die Tiere draußen lassen.

Der Frost stört sie nicht. „Die haben ja ein dickes Fell“, sagt Schwarz.

Jetzt müssen an der Halle, mit deren Wiederaufbau der Schäfer bereits im April begonnen hat, nur noch Fenster eingesetzt werden, dann kann auch für die rund 50 Muttertiere und ihre erwarteten Lämmer der Winter kommen.