Unterkunft für GeflüchteteWesseling schließt Halle Urfeld – wie die Vereine reagieren

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Auf dem Foto ist eine Sporthalle mit Feldbetten zu sehen.

Viele Städte bauen Sportstätten zu Unterkünften für Geflüchtete um. Wesseling folgt diesem Beispiel. (Symbolfoto)

Der obere Teil der Halle wird für ein halbes Jahr bis Anfang 2025 gesperrt. Dann sollen mobile Gebäude im Gewerbepark bezugsfertig sein.

Die Stadt bereitet sich derzeit darauf vor, ab Juli temporär in der oberen Etage der Mehrzweckhalle Urfeld geflüchtete Menschen unterzubringen. Damit steht dieser Teil für den Schulsport sowie für die dort Trainierenden nicht mehr zur Verfügung.

Weil die Zahl der Zuweisungen steige, müssten kurzfristig, solange es nicht genügend langfristige Unterkünfte für geflüchtete Menschen in Wesseling gebe, Sporthallen genutzt werden, teilte die Verwaltung bereits mit. Nach aktuellem Stand wird der obere Teil der Halle bis zum Jahreswechsel 2025 gesperrt. Dann sollen die mobilen Wohneinheiten im Gewerbepark Urfeld für Geflüchtete fertig sein.

Stadtverwaltung benötigt keinen Beschluss der Politik für die Sperrung

Im Gegensatz zur Umnutzung des Schulschwimmbades als Notunterkunft, wogegen der Rat jüngst votierte, sei hier kein solcher Beschluss notwendig, erklärte die Verwaltung auf Nachfrage dieser Redaktion. Temporäre Schließungen städtischer Sportstätten habe es schon seit Beginn des Syrienkriegs gegeben und benötigten aufgrund ihres Charakters als Übergangs- und Notunterkunft keinen Ratsbeschluss.

Begründung: Es müsse kein zusätzliches Geld bewilligt werden oder die Nutzung der städtischen Immobilie dauerhaft geändert werden. Auch nach Beginn des Ukrainekrieges im Jahr 2022 sei bereits einmal kurzfristig in ähnlicher Weise die Halle Urfeld genutzt worden.

Im Jahr 2022 wurde von Seiten der Verwaltung zudem eine Reihenfolge von Hallenschließungen erarbeitet und der Politik kommuniziert. Danach würde als Notunterunterkunft zuerst die Halle Urfeld, dann die Halle Berzdorf und zuletzt die Kronenbuschhalle genutzt.

Dazu seien mehrere Aspekte geprüft worden, so unter anderem der Erhaltungszustand der Gebäude, die schnelle Umsetzbarkeit der Maßnahme, der finanzieller Aufwand, Möglichkeiten und Umfang der Kompensationen für betroffene Vereine, Schulen und Organisationen, hieß es.

Es ist natürlich bedauerlich, dass es wieder mal eine Sportstätte weniger gibt.
Alex Matthes

Von der aktuellen Sperrung der oberen Etage der Urfelder Halle sind nach Angaben der Stadt der TuS Wesseling, die Tanzcorps Prinzengarde, die VHS, die Hobbygruppe Bartels und der Weiß-Blau Fußball betroffen. Alle Vereine und Institutionen seien vorab über die Schließung informiert worden.

Wie Astrid Rave, Vorsitzende des Urfelder Tanzcorps, mitteilte, werde man ins Foyer der Rheinschule ausweichen können. „Es wäre natürlich schön, wenn die Stadt einen Plan B hätte“, sagte sie. Ein Wunsch sei, ergänzte sie, dass die Stadt, solange es die Einschränkungen gibt, für die Veranstaltungsfeste des Karnevalsvereins ein entsprechendes Zelt aufbauen könnte.

„Es ist natürlich bedauerlich, dass es wieder mal eine Sportstätte weniger gibt“, betonte Alex Matthes vom TuS. „Aber es ist schon mal gut, dass wir im Gespräch mit der Stadt sind und auch zusammen nach Ausweichstätten suchen.“ Der Sportverein hofft, Lücken woanders zu finden, damit die Turngruppen weiter trainieren können. Die Verwaltung will die betroffenen Vereine und Institutionen in einer internen Veranstaltung am 6. Juni über das weitere Vorgehen und die Einschränkungen informieren.

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