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Römischer MünzschatzWesselinger macht mit Metalldetektor auf Acker sensationellen Fund

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Ein Mann steht hinter einem Kasten aus Glas.

Oliver Riedl entdeckte die römischen Münzen mit seinem Metalldetektor auf dem Acker.

Der Hortfund wurde im LVR-Landesmuseum in Bonn präsentiert. Es ist der größte Münzschatz aus der Zeit des Kaisers Hadrian in Deutschland.

Eigentlich wollte Oliver Riedl im Oktober 2025 nur ein wenig mit seinem Metalldetektor über einen Acker in Wesseling gehen. Dann stieß der 52-Jährige auf eine Silbermünze. Wenig später wurden insgesamt 934 römische Denare geborgen. Für die Archäologen ist der Fund eine Sensation. „Ich war gerade erst aus dem Urlaub zurückgekommen, da dachte ich mir: Komm, fährst du nochmal Richtung Sondenfeld“, erinnert sich Oliver Riedl.

Seit gut fünf Jahren begibt sich der 52-Jährige mit seinem Metalldetektor hobbymäßig auf Äckern der Region auf Schatzsuche. „Als ich ankam, habe ich die Schneise eines Traktorpflugs gesehen, die mich irgendwie inspiriert hat. Dann bin ich dort mit meinem Metalldetektor entlanggegangen und erhielt ein Signal.“ Wenig später grub Riedl die erste Silbermünze aus. Bald waren es 15 Stück und „irgendwann war der Punkt erreicht, wo ich gesagt habe: Da stimmt irgendwas nicht“, so Riedl.

Hortfund aus Wesselung wurde im LVR-Landesmuseum in Bonn präsentiert

Am folgenden Montag kontaktierte er das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR-ABR) und wenig später rückte ein Grabungsteam an. Was die Archäologen fanden, ist eine Sensation: Insgesamt 934 römische Denare aus Silber, die wohl im zweiten Viertel des zweiten Jahrhunderts nach Christus vergraben wurden. Mit einem Silbergewicht von 3,1 Kilogramm stellt der Hortfund, der am Dienstag im LVR-Landesmuseum in Bonn präsentiert wurde, nicht nur ein beträchtliches Vermögen dar, sondern es handelt sich dabei auch um den größten Münzschatz aus der Zeit des Kaisers Hadrian in Deutschland.

Wie Erich Claßen, Leiter des LVR-ABR, erklärte, sei man normalerweise als Archäologe zurückhaltend damit, Funde als „Schatz“ zu bezeichnen. In diesem Fall müsse man aber ganz klar von einem Münzschatz reden. „Der jährliche Sold eines römischen Soldaten betrug etwa 300 Denare, davon wurde allerdings die Hälfte direkt einbehalten, damit er vom Militär versorgt werden konnte.“ Wenn man die übrigbleibende Hälfte des Soldatensolds gegen den Wesselinger Fund hochrechnet, lagen sechs Jahresgehälter in dem Acker vergraben. „Man konnte sich beispielsweise – das ist meine Lieblingszahl – 7500 Liter Bier dafür kaufen und natürlich ganz viel Brot“, sagte Claßen.

Finder besaß eine Genehmigung, um das Feld mit seiner Metallsonde abzusuchen

Für den Finder, der eine Genehmigung besaß, um das Feld mit seiner Metallsonde abzusuchen, habe aber nie der materielle Wert des Schatzes im Vordergrund gestanden. Er sei vor allem stolz, an einem bedeutenden archäologischen Fund beteiligt gewesen zu sein, sagte Riedl. „Sowas findet man nicht alle Tage. Das ist etwas ganz Besonderes. Das Wichtigste für mich an dem Ganzen ist, dass es der Nachwelt erhalten bleibt. Mir ging es nie um den Finderlohn.“

Nach den ersten Ausgrabungen im vergangenen Jahr, bei denen bereits ein Großteil der 934 Münzen geborgen wurde, warteten die Archäologen die Bewirtschaftungszeit des Ackers ab, und kehrten im Juli und August dieses Jahres nochmal nach Wesseling zurück, um eine weitere Nachgrabung durchzuführen, auch um die Hintergründe des vergrabenen Schatzes zu erforschen.

Münzen liegen auf einem dunklen Untergrund.

Die römischen Denare stammen wohl aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus.

„Uns interessiert nicht nur der Schatz, sondern die Frage, in welchem Zusammenhang er in den Boden gekommen ist. Gibt es eine Siedlung in der Nähe? Gibt es ein Gräberfeld in der Nähe?“, sagte Claßen. Bekannt sei, dass es ungefähr 250 bis 300 Meter nördlich vom Fundort eine römische Villa Rustica, also ein Landgut, gab. Ob der Schatzfund definitiv mit den Besitzern dieses Landgutes zusammenhängt, könne man aber nicht abschließend sagen.

Fest steht, dass die römischen Denare in einem Keramikgefäß vergraben wurden, das jemand mit Stroh ausgepolstert hatte. Von dem Gefäß selbst fanden die Archäologen nur noch Überreste. Warum derjenige, der den Schatz in Wesseling vergraben hatte, ihn anschließend nicht wieder barg, können die Forscher nicht sagen. Wahrscheinlich sei aber, dass die verantwortliche Person verstarb und niemand davon erzählt hatte.

Der Fund in Wesseling stellt einen Glücksfall für die Forschungswelt dar. Er wird auf der Jahrestagung des West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung erstmals der Fachwelt vorgestellt. „Der private Einsatz von Metallsonden kann, wenn sich alle an die Regeln halten, eine unglaubliche Unterstützung für die Wissenschaft sein. Leider haben wir aber auch häufig mit sogenannten Raubgrabungen zu tun. Daher freut es uns sehr, wenn auch solch ein positives Beispiel bei unserer Tagung vorgestellt werden kann“, sagte Simon Matzerath, Vorsitzender des Verbands.

Der Fund von Oliver Riedl ist entsprechend der Regelungen des nordrhein-westfälischen Denkmalschutzgesetzes nun Eigentum des Landes. Der Finder selbst wird vom zuständigen Ministerium eine Belohnung erhalten.