Erftstadt-Lechenich – Die planerischen Vorbereitungen für eines der interessantesten Bauvorhaben in bester Lage Lechenichs gehen auf die Zielgeraden. Die Rede ist vom exklusiven Wohnquartier, das auf dem Gelände des Landwarenhandels Daniel Pütz an der Frenzenstraße entstehen soll. Der Ausschuss für Stadtentwicklung wird kommende Woche auf seiner Sitzung am 12. Mai die detaillierten Ausführungen des Architekten Stefan Kolter zur Kenntnis nehmen und kann dann auf Vorschlag der Verwaltung grünes Licht für das Vorhaben geben.
Der Bebauungsplan wird „vorhabenbezogen“ geführt, hatte Baudezernentin Monika Hallstein im Vorfeld erläutert. Dies bedeute, dass alle erforderlichen Planungen und Gutachten vom Investor getragen würden. Die Vorlage war im letzten Stadtentwicklungsausschuss von der Tagesordnung genommen worden, um mit dem Investor das weitere Verfahren sowie die erforderlichen Gutachten, etwa zum Lärmschutz, abzustimmen.
In der Zwischenzeit hat die Stadt laut Hallstein mit dem Eigentümer Jürgen Bulich und dem Architekten Stefan Kolter den städtebaulichen Vorentwurf soweit ausgearbeitet, dass nunmehr die Grundlage für den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans vorliege.
Beschleunigtes Verfahren
Die Planung könne nun im beschleunigten Verfahren realisiert werden. Denn die entsprechenden Voraussetzungen lägen vor. Die Grundfläche betrage weniger als 20 000 Quadratmeter, erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt seien nicht zu erwarten.
Tatsächlich hatten sich alle Fraktionen im Vorfeld lobend über das Vorhaben geäußert. Und auch Ortsbürgermeister Hans Oberhofer ist angetan. „So bedauernswert auch die bevorstehende Schließung des Gartenfachmarktes ist, wo man stets exzellente Beratung erhielt, so erfreulich ist doch die weitere Planung“, betont Ortsbürgermeister Hans Oberhofer. In dem Areal an der Frenzenstraße drohe weder eine große Baulücke, noch würde hier großflächiger Einzelhandel im Billigsegment entstehen.
Auf der insgesamt 5525 Quadratmeter großen Planungsfläche sollen der alte Backsteinbau mit der Laderampe, sowie die Silotürme erhalten bleiben. Parallel zum Gebäude an der Frenzenstraße wird ein Gebäuderiegel errichtet, hinzu kommt ein Neubau, der sich von der Straße zum Park hin erstreckt. Dadurch entsteht eine Art Innenhof. Die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke seien mit den Entwürfen einverstanden, so Kolter. Nach den Planungen würde insgesamt deutlich weniger Fläche versiegelt und alle Parkplätze könnten dank geräumiger Tiefgarage auf dem Grundstück angelegt werden.
Nach dem Spaziergang bei Kaffee und Kuchen entspannen
Für die Bürger und Besucher des angrenzenden Schlossparks dürfte die geplante Orangerie von Interesse sein. Wer nämlich künftig im Schlosspark seine Runden dreht, kann im Anschluss im Schlosscafé der Orangerie Kaffee und Kuchen genießen. Der Gast muss dabei noch nicht mal einen Umweg in Kauf nehmen. Ein Fußweg führt den Planungen zufolge direkt von der Frenzenstraße zu Park und Orangerie. Parkbesitzer Prinz Reus hat laut Kolter für den neuen Parkzugang bereits seine Zustimmung gegeben. „Ich werde immer wieder von Interessenten auf das geplante Wohnquartier angesprochen“, so Eigentümer Bulich. Der 63-jährige Geschäftsmann führt den Gartenfachbetrieb bereits in dritter Generation.
Sein Großvater Daniel Pütz hatte 1926 dort einen Landwarenhandel eröffnet, seit Anfang der 80er Jahre kam dann der Verkauf von Gartenbedarf hinzu. Die Verkaufsfläche sei auf bis zu tausend Quadratmeter erweitert worden, erläutert Bulich. Dennoch habe er sich als Einzelhändler gegen die übermächtige Konkurrenz großer Gartenfachmärkte nicht weiter stemmen können.
Mit dem Umbau des Areals werde auch sein Laden schließen. Beruflich aktiv bleiben wolle er aber weiterhin. Vielleicht dann aber in den Bereichen Service oder Haustechnik.