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AsphaltKein OPA auf der Autobahn

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Für den neuen leiseren Asphalt auf der A 3 (hier bei der Ex-Polizeistation Aggerbrücke) wählte man PMA. Der noch leisere OPA abgekürzte „Flüsterasphalt“ verschleißt nämlich doppelt so schnell  und wird so lauter.

Lohmar – Erst die eine, dann die andere Seite der Autobahn. Das kann dauern. Mittlerweile seit fast einem Jahr kennt wohl jeder Autofahrer im rechtsrheinischen Kreisgebiet die über zwei Kilometer lange Baustelle auf der Autobahn Köln–Frankfurt an der Ausfahrt Lohmar-Nord bei Donrath. Dort wird man im Sommer nun fertig. Damit ist aber nicht Schluss. Es soll noch dieses Jahr Stück um Stück weiter gehen mit neuem Fahrbahnbelag bis zur Anschlussstelle Lohmar/Siegburg im Süden Lohmars.

Das sagte im Rundschau-Gespräch der NRW-Umweltstaatssekretär Horst Becker, MdL (Grüne), der sich wie alle Landtagsabgeordneten natürlich auch stark um seinen Wahlkreis kümmert. Zu diesem gehört auch Lohmar, wo die Bewohner in Pützrath sowie im Zentralort nahe der A 3 seit Jahrzehnten Schutz vor dem Lärm von der Autobahn fordern.

Der kommt nun mit leiserem Asphalt und Schutzwänden. In der Umgebung der A 3-Brücke über die Agger und je nach Windlage in Donrath bis nach Weegen darf man froh sein, das „Klack-Klack“ der Autoflitzer oder das dumpfere „Tok-Tok“ der Lkw nicht mehr zu hören. Das bewirkt der aufwendige Einbau „geräuschgeminderter Fahrbahnübergänge an den Brückenschwellen.

Offiziell geht es um „Lärmsanierungsmaßnahmen“. Unter anderem kommt eine Lärmwand nach Pützrath, von der man noch nichts sieht, obwohl sie eigentlich 2013 fertig werden soll. Auch in der Zentralortslage erarbeitet der Landesbetrieb den Entwurf für eine Lärmschutzwand, die zwischen Standstreifen und altem Lärmwall ab 2014 entstehen soll.

Sorgen gibt es, ob alles zeitnah klappt. Denn der Landesbetrieb Straßen ist mit (Rhein)-brückensanierungen stark beschäftigt. Damit die Lärmwände nicht städtebildschädliche elf Meter hoch werden, was lärmtechnisch nötig wäre, sondern nur sechs Meter, geht man an den Asphalt ran.

Derzeit ist es ein lauter Gussasphalt. Wie schon in der Baustelle wird er auch bis zum Anschluss Lohmar/Siegburg durch PMA ersetzt, einen „Gussasphalt mit offenporiger Oberfläche“. Das Wunderzeugs senkt den Lärm der Reifen um ein Drittel. Er ist aber nicht so leise wie OPA - „Offenporiger Asphalt. Aber OPA macht Entwässerungsprobleme in der Ortslage, verschleißt schnell, und die Poren setzen sich mit Reifenabrieb zu, wodurch der OPA wieder lauter wird, obwohl er als „Flüsterasphalt“ bekannt ist. Das alles kostet Millionen, wieviel sagt noch keiner.