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Anzeigen nur in EinzelfällenImmer mehr Vandalismus in Much – Verkehrsverein stellt Wildkameras auf

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Auch Wegekreuze werden immer wieder beschädigt, beklagt der Verkehrsverein Much.

Auch Wegekreuze werden immer wieder beschädigt, beklagt der Verkehrsverein Much.

Zerstörte Hinweistafeln, abgerissene Plakate, selbst vor Wegekreuzen macht die Zerstörung nicht Halt. Wildkameras sollen nun helfen.

Es ist eine Sisyphus-Arbeit: Die Ehrenamtler des Verkehrsvereins Much kümmern sich um 250 Ruhebänke, errichten Wegweiser, pflegen Kreuze. Um kurz darauf zu sehen, dass Dinge beschädigt oder gänzlich zerstört werden. „Ist es eine Zeit-Erscheinung oder etwas ganz anderes?“, fragt Vorstandsmitglied Hartmut Erwin. Der Verkehrsverein will nun stärkere Geschütze gegen den Vandalismus auffahren.

Bislang habe sich die Truppe aus ein paar Dutzend Helfern dagegen gestemmt, Schäden ausgebessert und sogar Schilder neu anfertigen lassen und aufgestellt. Das aber binde finanzielle Mittel und eine Menge Zeit. Und sorge auch für Frustration. „Solche unnötigen Routinearbeiten sind der Motivation nicht förderlich“, beklagt Erwin. Dabei suche man fortwährend Leute, die sich einbringen und denen das gemeinsame Anpacken Spaß macht.     

Polizei Rhein-Sieg zählt 640 Sachbeschädigungen – Vieles wird nicht angezeigt

In Einzelfällen, wie beim kürzlich zerstörten Wegekreuz, erstattete der Verein Anzeige bei der Polizei. Selbst wenn die Aufklärungsquote bei solchen Delikten, die in der Statistik unter Sachbeschädigung laufen, verschwindend gering sei. Die Kreispolizei Rhein-Sieg zählte im Jahr 2024 rund 640 solcher Fälle im Rechtsrheinischen.

Besser wirken könnte die soziale Kontrolle, wenn Bürgerinnen und Bürger genauer hinschauten, hofft Erwin. In der dunklen Jahreszeit wird das naturgemäß schwieriger.

Ehrenamtler des Verkehrsvereins Much reparieren umgerissenen Wegweiser.

Sisyphusarbeit: Die Ehrenamtler des Verkehrsvereins reparieren das umgerissene Hinweisschild auf dem Historischen Weg.

Doch das Freiwilligen-Team gebe nicht auf, jetzt sollen Wildkameras an wechselnden Standorten angebracht werden, möglichst so, dass sie den potenziellen Zerstörern nicht ins Auge fallen. Diese funktionieren auch im Dunkeln. So könne vielleicht der ein oder andere, der hier sein Mütchen kühle, doch identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden.   

Es gehe schließlich um die Heimat und um Much als Ausflugsziel. Schmierereien und Beschädigungen verzeichnete der Verkehrsverein an den Themen-Wanderwegen wie dem Lyrik-Wander-Weg, dem Familien-Wander-Weg und dem Historischen Weg, wo kürzlich ein kompletter Wegweiser neu angefertigt und installiert werden musste.

Selbst vor Gotteshäusern, wie der Fatima-Kapelle, der Germana-Kapelle und der Kapelle in Stompen macht die Zerstörung nicht halt. Sie wurden nicht nur mit Farbe beschmiert, gestohlen wurden Kupfer-Fallrohre, Dachteile und Glocken. Aus der Krippe unterm Weihnachtsbaum im unteren Kreisverkehr verschwand schon die Puppe, die das Jesuskind darstellte. Und die riesige Heufresser-Figur auf dem oberen Kreisel wurde abgefackelt.

Keine Hinweise: Die Plakate und Flyer an der Infotafel werden häufig heruntergerissen.

Keine Hinweise: Die Plakate und Flyer an der Infotafel werden häufig heruntergerissen.

Randale gab es auch an Bushäuschen und beim Golfclub, Müllberge an den Glas- und Altkleidercontainern und Zündeleien an den Elektroschrott-Sammelstellen. Vieles betreffe auch andere Kommunen, weiß Hartmut Erwin. Brandstiftungen sind besonders gefährlich: Nicht nur einmal sprang das Feuer von Müllbehältern auf Hecken oder sogar auf Wohnhäuser über.