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UnfallBeifahrer in Rettungswagen eingeklemmt – Lkw rutscht Böschung hinab

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Bei dem Unfall kam der Rettungswagen zu Schaden.

Neunkirchen-Seelscheid – Bei einer Einsatzfahrt ist am Dienstag ein Rettungswagen mit einem Lastwagen zusammengestoßen.

Ein 21 Jahre alter Mitarbeiter des Rettungsdienstes wurde im Fahrzeug eingeklemmt und schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich auf der Zeithstraße in Seelscheid, die während der Rettungs- und Bergungsarbeiten sowie der Unfallaufnahme für mehrere Stunden gesperrt werden musste.

Gegen 12.20 Uhr wollte der 51 Jahre alte Fahrer eines 7,5-Tonners aus Kreuztal rückwärts auf den Hof einer Heizung- und Sanitärfirma setzen. Er hörte das Martinshorn und sah das Blaulicht.

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Deshalb brach er das Einparkmanöver ab und rangierte vorwärts auf die Zeithstraße, um Platz zu machen. Der 27 Jahre alte Fahrer des Einsatzwagens aus Much schätzte die Situation offenbar nicht richtig ein und prallte mit der rechten Seite ungebremst gegen das Heck des Lastwagens. Sein Gefährt schleuderte nach links über den Gehweg in den ansteigenden Grünstreifen.

Mann eingeklemmt

Der 21 Jahre alte Beifahrer wurde durch den heftigen Zusammenstoß schwer verletzt. Er war insbesondere im Fuß- und Beinbereich eingeklemmt, konnte sich nicht mehr selbst befreien.

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Der Lkw prallte gegen ein weiteres Auto.

Auch sein Kollege, der nur leicht verletzt wurde, konnte ihm nicht helfen. Die Freiwillige Feuerwehr wurde ebenso alarmiert wie mehrere Rettungswagen, Notärzte und der Rettungshubschrauber „Christoph 3“. 35 Wehrleute unter Leitung von Gemeindebrandinspektor Walter Hirtsiefer eilten zu der Unfallstelle in Seelscheid.

Sie setzten schweres Gerät ein. Um Platz zu schaffen, reichten einige Entlastungsschnitte mit der hydraulischen Schere. Mit einem Zylinder konnten sie die zusammengeschobene Fahrerkabine so weit auseinander drücken, dass der Patient herausgeholt werden konnte.

Der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Christian Diepenseifen, kümmerte sich selbst um den 21-Jährigen. Zunächst wurde er vor dem Autowrack behandelt, bevor er in einem Rettungswagen weiter versorgt werden konnte.

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Wenig später brachten ihn Feuerwehrleute und Rettungsassistenten zum Helikopter, der ihn zur weiteren Behandlung in eine Kölner Klinik flog. Diepenseifen erklärte, dass keine Lebensgefahr bestanden habe. Der 27 Jahre alte Fahrer des verunglückten Rettungswagen kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus nach Siegburg.

Der Transporter war durch die Wucht des Anstoßes nach rechts, ebenfalls über den Gehweg, geschoben worden. Der Lkw durchbrach einen Metallzaun und stürzte in einen etwa 60 Zentimeter tiefer gelegenen Hof der Firma.

Dort fuhr er gegen einen geparkten Kombi, den er nach vorne gegen eine Mauer drückte. Der Wagen wurde erheblich beschädigt, der 7,5-Tonner landete schließlich mit allen vier Rädern unterhalb des Niveaus der Zeithstraße, der Bundesstraße 56.

Der 51-Jährige erlitt einen Schock, blieb aber nach erster Einschätzung äußerlich unverletzt. Gleichwohl kümmerte sich eine weitere Rettungswagenbesatzung um ihn. Sein 7,5-Tonner wurde von Kollegen, die nach Seelscheid gekommen waren, entladen.

Denn der Laster musste ebenso mit schwerem Gerät geborgen werden wie der demolierte Einsatzwagen auf der anderen Straßenseite. Nach Einschätzung der Polizei entstand Schaden in Höhe von mehreren 10 000 Euro. Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden.