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Verkehrsminister informiertBonner Nordbrücke bleibt gesperrt – Abrissplanungen starten sofort

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Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat am Freitag über die Sperrung – und den Abriss – der Bonner Nordbrücke informiert.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat am Freitag über die Sperrung – und den Abriss – der Bonner Nordbrücke informiert.

Die Planungen für den Abriss der Vorlandbrücke starten sofort. Fuß- und Radverkehr sollen dennoch bald wieder über die Nordbrücke möglich sein.

Die Bonner Nordbrücke bleibt gesperrt. Nach Angaben von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ist die linksrheinische Vorlandbrücke so stark beschädigt, dass dort kein Verkehr mehr fließen darf. Das sagte er bei einer Pressekonferenz im Bonner Bundesverkehrsministerium am Freitagvormittag (19. Juni).

Die stark beschädigte Vorlandbrücke soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Ebenfalls noch 2026 soll mit dem Neubau des Bauwerks begonnen werden. Die Strombrücke über den Rhein ist nach Angaben der Verantwortlichen hingegen weiterhin standsicher und kann noch einige Zeit genutzt werden. Sie hat laut Autobahn GmbH noch eine Restnutzungsdauer bis 2034. Die Planungen für den Neubau der Strombrücke liefen parallel zum Ersatzneubau der Vorlandbrücke weiter, so Patrick Schnieder.

Die gesperrte Friedrich-Ebert-Brücke: Die Autobahn GmbH kann das Bauwerk nicht mehr freigeben. (Archivbild)

Die gesperrte Friedrich-Ebert-Brücke: Die Autobahn GmbH kann das Bonner Bauwerk nicht mehr freigeben. (Archivbild)

„Ich muss mit den schlechten Nachrichten beginnen“, sagte Schnieder zu Beginn der Pressekonferenz. „Wir haben für die besondere Lage bezüglich der Nordbrücke einen Lenkungskreis einberufen, der am 10. Juni zum ersten Mal getagt hat. Wir haben nach zwei Wochen mit ersten Ergebnissen zu weiteren Untersuchungen der Nordbrücke gerechnet. Diese zwei Wochen sind um und es hat sich ergeben, dass der Zustand der Vorlandbrücke sich so sehr verschlechtert hat, dass eine Öffnung für Pkw und Lkw nicht mehr infrage kommt.“ Es müsse also nun schnellstmöglich ein Ersatzneubau für die Brücke her, um den Verkehr in der Region wieder zum Laufen zu bringen.

Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass wir die Brücke Ende 2028 für dne Verkehr freigeben können.
Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister

„Wir starten unmittelbar nach dieser Pressekonferenz mit dem Vergabeverfahren für den Abriss der Vorlandbrücke“, erklärte Schnieder. „Wir gehen davon aus, dass der Auftrag noch im Juli vergeben werden kann, und werden auch in diesem Jahr noch den Neubau ausschreiben“, versicherte der Bundesverkehrsminister. Der Ersatzneubau sei dann der Einschätzung des Lenkungskreises nach innerhalb von zwei Jahren machbar. „Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass wir die Brücke Ende 2028 für den Verkehr freigeben können.“

Die Strombrücke und die rechtsrheinische Vorlandbrücke seien weiterhin in der Lage, den Verkehr aufzunehmen, sodass der Fokus ganz klar auf der linksrheinischen Vorlandbrücke liege und auf der Geschwindigkeit, mit der jetzt gearbeitet werden könne. „Wir haben in der Vergangenheit, zum Beispiel bei der Talbrücke Rahmede, gezeigt, dass wir dieses Tempo bei Brücken können“, so Patrick Schnieder.

Fuß- und Radverkehr sollen im Sommer über die Brücke möglich sein

Ihm sei bewusst, dass die Sperrung eine riesige verkehrstechnische Belastung für die gesamte Region darstelle. „Wir werden den Neubau maximal beschleunigen. Alles wird weiter vom Lenkungskreis eng begleitet und wir werden auch prüfen, was wir tun können, um beim Thema Umleitungen und Ausweichverkehr zu helfen.“

Immerhin eine gute Nachricht hatte Staatssekretärin Claudia Elif Stutz: „Eine Frage war auch, wie es mit dem Fuß- und Radverkehr auf der Brücke weitergeht. Wir freuen uns, nach den Prüfungen sagen zu können, dass Fahrräder und Fußgänger bald wieder dort über den Rhein können.“ Die Details für Zuwege auf die Strombrücke befänden sich noch in der Abstimmung, sagte Michael Güntner, Geschäftsführer der Autobahn.

100.000 Fahrzeuge täglich: Risse in der Bonner Nordbrücke

Die Nordbrücke, über die die Autobahn A565 führt, ist seit dem 3. Juni vollständig gesperrt. Bereits Anfang Februar war das knapp 60 Jahre alte Bauwerk für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt worden. Dennoch vergrößerten sich die Risse in der Vorlandbrücke weiter.

Die größten Probleme an der linksrheinischen Vorlandbrücke machten nach wie vor die Spannglieder, die die Spannbetonbrücke zusammenhalten, erklärte Dirk Brandenburger, Leiter Technik der Autobahn GmbH. „Um es ingenieurtechnisch auszudrücken: Das Bauwerk befindet sich im Grenzzustand der Tragfähigkeit für einzelne Bauteile. Das heißt, die vorhandene Gewährung ist nicht ausreichend, um ein Versagen einzelner Bauteile zu verhindern. Die Brücke ist nicht mehr sanierungsfähig.“

Schnieder hatte die gesperrte Brücke vor zwei Wochen vor Ort besucht und ihre Bedeutung hervorgehoben. Die Nordbrücke sei eine wichtige Ost-West-Verbindung für rund 100.000 Fahrzeuge täglich. Zudem spiele sie auch für Radfahrer und Fußgänger eine wichtige Rolle. Der Minister betonte damals schon, die Brücke habe oberste Priorität.