Zwei neue Gedenksteine erinnern in Herchen und Obernau an Maria Schumacher und Wilhelm Schmidt, Opfer der NS-Zeit. Viele Bürger nahmen an den Verlegungen teil.
StolpersteineZwei neue Gedenksteine für NS-Opfer in Windeck

Künstler Gunter Demnig.
Copyright: Jens Büttner (dpa)
Der Künstler Gunter Demnig hat am Freitag, 16. Oktober, zum vierten Mal in Windeck Stolpersteine verlegt. Das Stolpersteinteam des AWO-Ortsvereins Windeck freute sich, dass er auf dem Weg zu weiteren Aktionen in den Niederlanden persönlich in die Gemeinde kam, um zwei Gedenksteine für NS-Opfer zu verlegen. Damit schuf er erneut die Grundlage dafür, dass Nachbarn und Angehörige gedenken und Bürger sich mit der NS-Geschichte auseinandersetzen können.
Herchen: Gedenkstein für Maria Schumacher
In Herchen an der Siegtalstraße (Siegtaler Hof) wurde ein Stolperstein für Maria Schumacher ins Pflaster vor ihrer ehemaligen Haustür eingefügt. Unter großer Beteiligung von Schulklassen und Lehrkräften des Bodelschwingh-Gymnasiums sowie vieler Windecker Bürgerinnen und Bürger fand die Verlegung statt. Maria Schumacher hatte die KZ-Haft mit gesundheitlichen und finanziellen Schäden überlebt.
Der Stifter, Herr Gogol, hielt eine einfühlsame Rede über Marias Schicksal. Er mahnte, die Erinnerung an die einzelnen Opfer und die Geschehnisse am Heimatort wachzuhalten: „Wer seine Vergangenheit nicht kennt, kann sich die Gegenwart nicht erklären und entwickelt keine Idee für die Zukunft.“ Anne Röhrig erläuterte das Grauen im KZ Ravensbrück, das Maria miterleben musste. Anschließend fuhren die Organisatoren zur nächsten Verlegestelle.
Obernau: Stein für Wilhelm Schmidt
Vor Schmidts Haus in Obernau, Hegelstraße 21, verlegte Gunter Demnig einen Stolperstein für den Baptisten Wilhelm Schmidt. Er wurde 1944 Opfer der Patientenmorde und von Bonn über Andernach nach Lüben in Oberschlesien (heute Lubin in Polen) deportiert. Viele Menschen aus dem Ort nahmen am Gedenken teil, ebenso Verwandte sowie Mitglieder der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Windeck-Imhausen, die den Stolperstein stiftete. Holger Schmidt, einer der „Ältesten“ der Baptistengemeinde, trug einen bewegenden Wortbeitrag und ein Gebet vor. Er, seine Verwandten und die Gemeinde seien dankbar für die Recherche der Stolperstein-Initiative in Windeck. Vorher hätten sie nichts von dem Verbrechen an Wilhelm Schmidt gewusst.
Bürgermeisterin Gauß nahm an beiden Verlegestellen teil und würdigte das Engagement aller Beteiligten.
