Abo

GroßbrandLetzte Glutnester gelöscht

2 min

Ein Spezialbagger kämpfte sich gestern durch die von Hitze verbogenen und geknickten Stahlträger und Metallkonstruktionen des Gebäudes. Heute suchen Spürhunde nach der Brandursache.

Sankt Augustin – Auch am Montag, zwei Tage nach dem verheerenden Brand beim Wasserbettenhersteller Bodyform in Hangelar, wurden die Aufräumarbeiten fortgesetzt. Experten nahmen die Brandstelle in Augenschein. Am Dienstag sollen Spürhunde bei der Klärung der Brandursache helfen. Gestern erklärte die Stadtverwaltung, die letzten Glutnester seien am Morgen gelöscht worden. Gleichzeitig mahnte sie, weiterhin die Warnhinweise zu beachten wie etwa Rußpartikel und Ablagerungen mit Handschuhen im Restmüll zu entsorgen, Gemüse aus dem Garten nicht zu verzehren und Ruß belastete Pflanzen nicht in den Biomüll-, sondern in die Restmülltonne zu werfen.

Ein Spezialbagger eines Hürther Unternehmens, der von einer Baustelle in Frankfurt angefordert worden war, hatte sich am Montag bis in die Mitte der Halle vorgearbeitet. Der Bagger hat einen extra langen und kräftigen Ausleger. Derweil konnte der Geschäftsführer der Firma, Christian Hey, ein erstes Fazit ziehen: „Wir schätzen den Schaden auf rund ein bis zwei Millionen Euro.“ Vordringlich sei nun die Suche nach einer neuen Produktionshalle, denn für die laufende Woche sei bereits neue Ware vorbestellt worden. Die wolle man auch verarbeiten.

„Uns fehlen noch die Werkzeuge, uns fehlen die Maschinen, aber das wichtigste sind die Mitarbeiter und die bleiben uns erhalten,“ betonte Hey. Sie hätten bereits die Ärmel zum Aufräumen hochgekrempelt. Den Versicherungen habe er den Fall bereits gemeldet. Dabei hatte der Unternehmer noch Glück im Unglück: Das in der Halle von Mauern umgebene Büro war vom Brand nicht unmittelbar betroffen. „Es war wohl sehr heiß darin geworden, einige Sachen sind geschmolzen,“ sagte Hey. Aber er konnte einen Großteil der Aktenordner bereits retten. Wichtig ist das auch wegen der Nachweise für die Versicherung. Von Hadern und Verzweiflung ist keine Rede. Nach der Hektik am Samstag habe er sich am Sonntag einen ruhigeren Tag gemacht, „denn in der Ruhe liegt die Kraft, und hier vor Ort konnte ich ohnehin nichts machen.“

image[2]

Gestern zog auch das DRK Rhein-Sieg Bilanz, das mit 36 Helfern ab Samstag, 3 Uhr, vor Ort war. Die Malteser entsandten elf Kräfte.

Nahe des Brandortes wurden Ruhezonen und eine Verpflegungsstelle für die 150 Feuerwehrleute eingerichtet. Mehr als 720 Portionen Kalt- und Warmverpflegung fanden dankbare Abnehmer. Es gab Brötchen, Bockwurst, Frikadellen und Salzkartoffeln an Leipziger-Allerlei sowie Getränke. Denn die Feuerwehrleute leisteten bei dem Einsatz Schwerstarbeit, teils bei kaum erträglicher Hitze.

(th/ca)