Der gerade mal 31 Jahre alte Filip Colu ist Chef des Familienunternehmens, in dem nur Kroatinnen und Kroaten arbeiten.
Restaurant DreigiebelhausFilip Culo ist Gastgeber mit Leib und Seele

Filip Culo hat das Dreigiebelhaus von seinen Eltern übernommen und führt es in der zweiten Generation weiter.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Das Dreigiebelhaus an der Frankfurter Straße in Hennef-Warth ist schon seit mehr als 400 Jahren ein Blickfang. 1622 wird es erstmals urkundlich erwähnt, als Poststation der Linie, die von Köln nach Frankfurt führt. Hier wurden Postsendungen umgeschlagen und die Pferde gewechselt. Und ganz sicher gab es Essen und Trinken. Bis 1755 blieb das so, danach war das ortsbildprägende Gebäude unter anderem Rathaus und Gerichtssitz.
1997 wurde es unter Denkmalschutz gestellt, 2010 aufwendig restauriert und zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgewandelt. 2014 hat die Familie Culo das Erdgeschoss gepachtet und ihr Restaurant eingerichtet. Von Beginn an haben sie sich in die Herzen und Mägen der Hennefer gekocht. Sie kommen aus der Nähe von Split. Kroatische Küche ist die Grundlage ihres Angebots, das sie mediterran und mit eigenen Kreationen inspiriert erweitert hat.
Mein ganzes Leben musste ich Bier zapfen.
Filip Colu ist heute Chef des Familienunternehmens, in dem derzeit nur Kroatinnen und Kroaten arbeiten. Vater und Mutter haben sich 2023 zurückgezogen und dem Sohn die Geschäfte übergeben. Der 31-Jährige ist in Köln-Nippes geboren und aufgewachsen. Die ersten zehn Jahre seines Lebens war er ne kölsche Jung. Dann ging es für die nächsten zehn Jahre zurück nach Kroatien. In den Sommerferien aber musste er in Deutschland ran. „Mein ganzes Leben musste ich Bier zapfen“, sagt er.

Die frühere Poststation an Linie Köln-Frankfurt ist eines der ältesten erhaltenen Gebäude in Hennef-Warth.
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Im Alter von 20 Jahren kehrte er nach Deutschland zurück, wollte Fahrzeugtechnik studieren. „Aber ich war Vollzeit im Restaurant, das war's dann mit dem Studium.“ Aus der Familienpflicht erwuchs Leidenschaft. Heute ist er mit Leib und Seele Gastgeber. Jedem Gast schenkt er ein freundliches Lächeln. Den Service hat er fest im Griff, sein Team arbeitet Hand in Hand, fix und den Menschen zugewandt.
In der Küche hat Tante Ankica das Sagen. Sie ist Colus Tante und die Schwester seiner Mutter. Die war acht Jahre lang die Hauptköchin, bis sie es vor fünf Jahren an Ankica Ban abtrat. Besondere Spezialität des Hauses sind ihre Njoki, eine Variation der italienischen Gnocchi. Ihre Kartoffelnocken sind kleiner und weicher, natürlich hausgemacht. Serviert werden sie in einer Trüffelsauce, mit Oliven und Serrano-Schinken als Vorspeise.

Die Njoki Trüffel sind Spezialität der Chefköchin Ankica Ban.
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Es gibt sie aber auch als Hauptgericht mit einer Gorgonzolasauce und Hähnchenbrustfilet. Groß ist die Steak-Karte mit vielen Variationen, alle vom argentinischen Black Angus-Rind. Das Filet wird unter anderem mit einer Trüffel-Oliven-Sauce und Kroketten sowie einem gemischten Salat serviert.
Auf der Karte gibt es natürlich auch kroatische Klassiker
Auf der Karte stehen selbstverständlich kroatische Klassiker, scharfes Satarasch zum Beispiel. Das Geschnetzelte vom Schweinefilet wird mit Jasmin-Reis gereicht. Plieskvica Schafskäse ist Hackfleisch gefüllt mit eben jenem Schafskäse, dazu kommen Pommes. Die Küche ist aber auch auf Vegetarier eingestellt: So kommen die Njoki Gorgonzola zum Einsatz, und auf Wunsch werden sogar vegane Gerichte zubereitet.

Das Driegiebelhaus in Hennef bietet gehobene und kreative kroatische Küche im historischen Ambiente an.
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Selbst unter der Woche ist das Restaurant gut besucht. „Das ist heute noch leer“, meint Colu, obwohl nur zwei, drei Tische frei sind. 85 Sitzplätze gibt es innen, eine Reservierung ist ratsam. Manchmal muss der Chef Menschen wieder nach Hause schicken, die sich vorher keinen Platz gesichert hatten. Im Sommer können Gäste auf der Terrasse mit Blick auf die Pfarrkirche Liebfrauen Warth Platz nehmen.
Das denkmalgeschützte Gemäuer konnte nur behutsam verändert werden
Das Dreigiebelhaus ist die vierte Gaststätte, die die Colus betreiben. Waren es früher eher Kneipen mit Speisen so haben sie sich mit dem reinen Restaurantbetrieb in Hennef einen Herzenswunsch erfüllt. Die Theke bauten sie selbst, die Küche wurde gemeinsam mit den Vorbesitzern vergrößert, und Kühlzellen wurden installiert.
Das war keine leichte Aufgabe, wie Colu sich erinnert. Denn im denkmalgeschützten Gemäuer konnte nur behutsam gearbeitet werden. Doch eins macht der 31-Jährige klar: „Wir verbinden die Vergangenheit des Hauses mit einer Küche, die Tradition, Qualität und Herzlichkeit vereint.“
Restaurant 3-Giebelhaus, 53773 Hennef, Frankfurter Straße 12, Tel.: 02242/904 04 14, geöffnet Dienstag bis Samstag von 17 bis 23 Uhr, Sonntag und Feiertag von 11.30 bis 14.30 Uhr sowie von 17 bis 22 Uhr. 85 Sitzplätze im Inneren, 45 Plätze auf der Terrasse. Parkplätze an der Kirche.

