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1000 BäumeGrundschulkinder aus Hennef pflanzen im städtischen Wald klimaresiliente Setzlinge

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100 Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Am Steimel in Uckerath pflanzen in dieser Woche 1000 Bäume im städtischen Wald.

100 Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Am Steimel in Uckerath pflanzen in dieser Woche 1000 Bäume im städtischen Wald.

Statt Unterricht im Klassenzimmer dürfen die Kinder der Gemeinschaftsgrunschule Am Steimel bei Uckerath in den Wald.

Mit Begeisterung schnappen sich die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Am Steimel in Uckerath den hohen Besuch und zeigen ihm, wie ein Baum richtig gepflanzt wird. Bürgermeister Mario Dahm nimmt die kleine Weißtanne, steckt sie in das vorbereitete Bohrloch und lässt sich erklären, wie die Erde mit den Füßen hineingeschoben und festgetreten wird, damit keine Hohlräume bleiben.

Die Pflanzaktion ist Teil der Waldprojektwoche, insgesamt sollen 1000 Setzlinge in den Boden kommen. 100 Schülerinnen und Schüler sind dabei, Schnee, Regen, Matsch und Temperaturen um Null Grad Celsius machen ihnen nichts aus. Im städtischen Wald zwischen Uckerath und Süchterscheid haben Sebastian Mittler vom Umweltamt und Revierförster Michael Trippe die Fläche vorbereitet und Pflanzlöcher gebohrt.

Regionalforstamtsleiter Franz van Elsbergen pflanzt mit Paul einen Setzling.

Regionalforstamtsleiter Franz van Elsbergen pflanzt mit Paul einen Setzling.

Schon im nahe gelegenen Klima-Steinzeit-Wald haben Förster und Schule 2020 zusammengearbeitet. Der Leiter des Regionalforstamtes, Franz van Elsbergen, weiß um den Ballungsraum an Rhein und Ruhr, in dem so viele Menschen und eben auch Kinder leben. „Es ist wichtig und gut, Kindern klar zu machen, warum Wald schützenswert ist.“ Er dankte der Stadt für die Flächen, damit Bildungsangebote realisiert werden können.

Da sind Bäume gepflanzt, die schon in der Steinzeit gewachsen sind.
Lukas, Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Am Steimel in Hennef-Uckerath

Schüler Lukas wusste übrigens, was das mit dem Klima-Steinzeit-Wald auf sich hat. „Da sind Bäume gepflanzt, die schon in der Steinzeit gewachsen sind.“ Er fand die Aktion genau so Klasse wie Paul: „Wir machen das jetzt im Winter, damit die Bäume sich an die Feuchtigkeit gewöhnen und sie speichern.“ Auch Sevil streckte den Daumen hoch: „Ich habe gerne die Bäume in den Boden gesetzt und die Erde festgetreten.“

Lukas schleppt Robinien-Latten herbei, die in den Boden gerammt werden.

Lukas schleppt Robinien-Latten herbei, die in den Boden gerammt werden.

Es waren ganz unterschiedliche Setzlinge: Speierling, Hainbuche, Kirsche Trauben- und Roteiche sowie Esskastanie. Die beiden Letzteren sind bekannt als klimaresilienter. Der Projektwald ist ein bisschen wie ein Labor. „Wir wissen nicht, welche Bäume sich am Ende als die widerstandsfähigsten gegen den Klimawandel“, sagte Mittler.

Private Waldbesitzer wollen gerne recyclebare Materialien für den Verbissschutz verwenden

Die Kinder waren aber mit dem Einsetzen noch nicht fertig. Förster Trippe hatte die Wuchshüllen, die ebenso als Verbissschutz dienen, beschrieben. Private Waldbesitzer wollen gerne recyclebare Materialien, nicht unbedingt das bislang genutzte Plastik. Bei Uckerath kommt jetzt Holz zum Einsatz. Der Schutz muss her, weil sonst das Rehwild die jungen Triebe frisst oder sich an den Rinden fegt, also reibt.

Die jungen Bäume werden mit Wuchshüllen aus Holz geschützt.

Die jungen Bäume werden mit Wuchshüllen aus Holz geschützt.

Die Weißtanne bekommt einen Platz von 30 Zentimeter Durchmesser, aber kein  Vlies, die Laubbäume dafür den Vlies aber nur 15 Zentimeter. „Für beide ist das der beste Weg zu wachsen“, so Trippe. Lukas schleppte die Robinien-Latten herbei, die Paul in den Boden rammte. Ein Stück weiter ist ein so genanntes Hordengatter, ebenfalls aus Holz, aufgebaut worden. Auch das schützt vor Rehwild, die Wuchshüllen sind hier nicht notwendig.

Die Stadt Hennef übernimmt die Kosten für die Pflanzaktion

Schülerin Elise kam vorbei und verkündete stolz: „Wir haben heute 165 Bäume gepflanzt.“ Klassenlehrerin Heike Waidelich jedenfalls war beeindruckt: „Ich sehe, wie die Kinder begeistert Natur lernen. Jedes hat seinen Beitrag gefunden. Sie nehmen ganz viel mit.“ Ihre Freude teilte auch van Elsbergen, der sich herzlich für ihre Arbeit bedankte. Die Kosten für die Aktion übernimmt die Stadt Hennef.