Nach Feuer unbewohnbarFachwerkhaus gerät bei Unkrautbeseitigung in Brand

Feuerwehrleute entfernten Teile der Schieferfassade, um an die Glutnester zu kommen. Die drei Wohnungen in dem Haus sind vorerst unbewohnbar.
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Hennef – Ein Feuer hat am Samstagvormittag erheblichen Schaden an einem der ältesten Gebäude der Stadt angerichtet. Gegen 11.35 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr alarmiert, 35 Einsatzkräfte unter Leitung von Stadtbrandinspektor Markus Henkel fuhren zur Bergstraße. Schon auf der Anfahrt konnten sie dichten Rauch von dem 1644 errichteten Fachwerkhaus aufsteigen sehen. Seit Oktober 2017 betreibt ein 31 Jahre alter Pächter ein griechisches Restaurant in der „Glocke“. Außer seiner eigenen Wohnung gibt es noch zwei weitere im Dachgeschoss.
Der 31-Jährige arbeitete mit zwei 17 und 22 Jahre alten Verwandten rund ums Haus, unter anderem, um Pflanzen zu entfernen. Dazu setzte er einen gasbetriebenen Abflämmer ein. Als sie an dem Weg direkt neben der der Kirche Sankt Michael zugewandten Seite das Grün entfernten, geriet die hinterlüftete Schieferfassade in Brand. Zu zweit versuchten sie noch, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Mit einem Gartenschlauch und zwei Feuerlöschern bemühten sie sich vergeblich, die Flammen zu bekämpfen. Der 17-Jährige setzte einen Notruf ab.
Wärmedämmung bis unters Dach geschmolzen
Die zuerst eintreffenden Kräfte ließen die Löschgruppe Söven nachalarmieren. Ein Trupp unter Atemschutz löschte die brennende Fassade, ein zweiter kontrollierte die Räume, da nicht klar war, ob noch weitere Menschen im Inneren waren. Doch es waren alle Bewohner bereits ins Freie gekommen. Die drei Betroffenen hatten zwar Rauchgase eingeatmet und wurden vom Rettungsdienst untersucht, verzichteten aber auf eine Behandlung im Krankenhaus.
Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich schwierig. Ein großer Teil des Schiefers und der darunter liegenden Holzverschalung musste entfernt werden, um an die Glutnester zu gelangen. Die Wärmedämmung war in mehreren Bahnen, die wie Kaminzüge aussahen, bis unter das Dach geschmolzen. „Die Gaststätte“, so schreibt die Feuerwehr, „wird nach behördlicher Sichtung und einer Grundreinigung wieder Betrieb gehen dürfen.“ Die Wohnungen dagegen sind vorübergehend unbewohnbar. Die Bewohner können bei Bekannten unterkommen.
