Nachbar rettet MitbewohnerMehrfamilienhaus in Hennef durch Feuer unbewohnbar

Das Wohnzimmer der Erdgeschosswohnung brannte vollständig aus.
Copyright: Marius Fuhrmann
Hennef – In der Hennefer St. Michaelstraße brannte in der Nacht zu Sonntag, 7. März, eine Wohnung in einem Mehrparteienhaus. Dabei erlitt eine Person eine Rauchgasvergiftung. Das Gebäude im Stadtteil Geistingen ist vorerst unbewohnbar.
Nach Angaben der Feuerwehr hatte der Nachbar der betroffenen Erdgeschosswohnung gegen 0:10 Uhr das Piepsen eines Rauchmelders bemerkt. Er begab sich auf die Terrasse und bemerkte, dass dichter Qualm aus der Wohnung rechts von ihm drang. Der Nachbar alarmierte umgehend die Feuerwehr und klopfte lautstark an den Türen der drei anderen Wohnungen, um die Bewohner auf das Feuer aufmerksam zu machen und hat ihnen offenbar damit das Leben gerettet. Insgesamt mussten sich vier Personen ins Freie retten.
Wohnzimmer brennt bei Eintreffen der Feuerwehr in voller Ausdehnung
Als der Löschzug Hennef und die Löschgruppe Söven wenige Minuten später an der St. Michaelstraße eintrafen, brannte das Wohnzimmer zur Straßenseite hin bereits in voller Ausdehnung. Einsatzleiter Markus Henkel ließ eine Wasserversorgung aufbauen, woraufhin ein Trupp unter Atemschutz die Flammen von außen bekämpfte. Nach gut 20 Minuten gelang es ihnen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Die letzten Brandherde löschte die Feuerwehr von innen.
Copyright: Marius Fuhrmann
Ein weiterer Atemschutztrupp blies mit Hochdrucklüftern den Qualm aus der Wohnung, schwarzer Rauch quoll aus dem Fenster. Kleinere Brandherde löschten die Wehrleute daraufhin auch von innen. Als das Feuer aus war, fuhren die Freiwilligen das Drehleiterfahrzeug an das Gebäude heran. Ein Feuerwehrmann schnitt vom Korb aus mit einer Kettensäge die Verkleidung aus der Fassade, um eventuell dahinter liegende Glutnester freizulegen.
Hohe Kohlenmonoxidbelastung: Gebäude vorerst nicht bewohnbar
In der betroffenen Wohnung hatte sich zum Zeitpunkt des Brandes der 21-jährige Bruder des eigentlichen Bewohners aufgehalten. Er erlitt eine Rauchgasvergiftung und wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus nach Troisdorf gebracht.
Alle vier Wohnungen sind vorerst nicht bewohnbar. „Während des Feuers ist zu viel Kohlenmonoxid entstanden, das diffundiert auch durch Wände hindurch. Die Wohnungen müssen erst einige Tage gelüftet werden“, sagte Stadtbrandinspektor Henkel. Die Bewohner kamen bei Freunden unter oder wurden durch das Ordnungsamt der Stadt betreut.
Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis tief in die Nacht. Im Einsatz waren mehr als 50 Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungskräfte.
