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Regenbogenschule HennefKinder sammeln für arme Familien und spenden dem Kinderschutzbund

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Lehrerin Nathalie Rodestock (2.v.r.) und die Schülerinnen sowie Schüler übergaben die Spenden an Martina Abbate (r.) und Theresia Jonas (l.).

Lehrerin Nathalie Rodestock (2.v.r.) und die Schülerinnen sowie Schüler übergaben die Spenden an Martina Abbate (r.) und Theresia Jonas (l.).

Bildung für nachhaltige Entwicklung stand auf dem Stundenplan der Regenbogenschule Happerschoß. Die zweiten Klassen machten ein konkretes Projekt.

Theresia Jonas war überwältigt. Die Vorsitzende des Kinderschutzbundes, Ortsverband Neunkirchen-Seelscheid, hatte Mühe, die Vielzahl von Paketen in die beiden Autos zu laden. Sie war mit ihrer Vorstandskollegin Martina Abbate zur Regenbogenschule in Hennef-Happerschoß gekommen, um Spenden in Empfang zu nehmen.

Die hatten die drei zweiten Klassen in den vergangenen Wochen gesammelt. Die Schule sieht sich den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verpflichtet. Dazu gehört auch BNE, die Bildung für nachhaltige Entwicklung, wie Lehrerin Eva Zayonz erklärte. Die Kinder überlegten sich selbst, was sie tun können, um der Welt zu helfen.

Die Kinder präsentierten ihre Überlegungen und Ideen

„Wir haben uns mit dem Thema ‚Keine Armut‘ auseinandergesetzt“, sagte Ludwig, Klassensprecher der 2b bei der Präsentation für den Kinderschutzbund. Was das heißt, haben sie herausgefunden. „Armut bedeutet für uns, dass Familien wenig Geld, wenig zu essen und wenig Kleidung haben“, führte Mia aus, ebenfalls von der 2b. Schnell war klar, dass sie eine Sammelaktion machen wollten. Über Theresia Jonas' Verein wurden Familien gefunden, die es wirklich nötig haben, für jede Klasse eine - je eine albanische, irakische und deutsche.

In Zayonz' Klasse brachte Ivy etwa Mütze, Leggins, Shampoo und Seife mit, Lia steuerte Pullover, Teebeutel und Fensterputzmittel bei. Letztlich waren die Pakete bis oben hin gefüllt, vor allem mit Kleidungsstücken aber eben auch Hygieneartikeln und Lebensmitteln. Es war ein richtig ansehnlicher Berg zusammen gekommen.

Die Pakete passten kaum in die beiden Autos der beiden Vorstandsmitglieder des Kinderschutzbundes.

Die Pakete passten kaum in die beiden Autos der Vorstandsmitglieder des Kinderschutzbundes.

Lehrerin Nathalie Rodestock interviewte die Klassensprecherinnen und Klassensprecher, die noch einmal die Gedanken des Projektes zusammenfassten. Nachhaltigkeit heiße, Sachen weiterzugeben und nicht wegzuschmeißen, wenn man sie nicht mehr braucht. „So kamen wir auf die Idee, für eine Familie, die nicht so viel Geld hat, Spenden zu sammeln“, so Mia weiter und machte damit deutlich, wie wichtig es ist, ein konkretes Ziel zu haben.

Die Klassen wollten etwas schenken und damit gegen Armut kämpfen

Eine andere Klassensprecherin, Hannah von der 2c, holte ein bisschen weiter aus. „Es gibt Familien, die es schwer haben. Zum Beispiel, wenn ein Mitglied unter einer Behinderung leidet. Besonders, wenn die Familie aus einem Land vor Krieg und Verfolgung geflüchtet ist.“ Ganz konkret wurde Marco, ihr Kollege azus der 2c, dann zum gewählten Thema: „Es kann oft vorkommen, dass sie in Armut leben. Wir wollen ihnen etwas schenken und damit gegen Armut kämpfen.“

Es sind richtig viele Spenden angekommen.
Klassensprecher-Team

Ivy und Lia hatten extra noch Bilder gemalt, die sie oben auf die Kiste drauflegten. Aufgeregt saßen sie im Foyer der Schule und hörten den Ausführungen ihrer Sprecherinnen und Sprecher zu. „Wir freuen uns, wenn wir den Familien helfen können“, meinte Lina aus der 2a. „Es sind richtig viele Spenden angekommen“, freute sich Fiete (2a). und im Chor erklärten sie: „Wir wünschen den Familien viel Spaß mit den Kisten.“

Das Klassensprecherinnen- und Klassensprecher-Team stellte das Projekt den Besucherinnen vom Kinderschutzbund vor.

Das Klassensprecherinnen- und Klassensprecher-Team stellte das Projekt den Besucherinnen vom Kinderschutzbund vor.

Jonas und Abbate jedenfalls hatten richtig Arbeit damit, die Pakete in ihre beiden Wagen zu puzzeln, das hatte etwas vom Tetris-Spiel. Mit leeren Händen kamen sie aber nicht. „Wir waren schlau wie Schlangen“, verriet die Vorsitzende. Sie haben nämlich die Lehrerinnen gefragt, über was die Kinder sich wohl freuen würden. Eingepackt in Geschenkpapier erhielt jede Klasse das gleiche Präsent.